Pläne für ein Nahwärmekonzept

Heizen in Gembeck mit Holz und Sonnenenergie

Begeistert für Bioenergiedorf Gembeck : (von links) Dipl.-Ing. Marco Ohme (Viessmann) mit den Projektgruppenmitgliedern Peter Einax, Friedrich Arend, Eckhard Franke und Margret Schultze. Foto: Armin Haß

Twistetal-Gembeck – „Wir wollen möglichst viele Leute begeistern für eine Nahwärmeanlage“, sagte Peter Einax von der Projektgruppe in Gembeck im mit 50 Bürgern gut besuchten Saal der Gaststätte Scheele.

Dipl.-Ing. Marco Ohme von dem international in Heiz- und Klimatechnik tätigen Unternehmen Viessmann in Allendorf (Eder) hatte die Möglichkeiten für den Twistetaler Ortsteil geschildert, die Häuser mithilfe von erneuerbaren Energien zu beheizen und zumindest den Anteil fossiler Energieträger auf zwei Prozent abzusenken.

So heizt ein ganzes Dorf

Ohme verwies auf den gelungenen Start vor fast zehn Jahren in Wettesingen. Der Breunaer Ortsteil ist zum Bioenergiedorf ernannt worden, weil das Dorf komplett durch Erneuerbare Energien mit Strom und Warmwasser versorgt werden kann.

 Ein weiteres Projekt, das Viessmann konzipiert und ebenfalls mithilfe einer Genossenschaft verwirklicht hat, werden interessierte Gembecker demnächst in Mengsberg bei Neustadt (Hessen) besichtigen können.

Überwiegend Ölheizungen

Hatte Ohme 2013 gegenüber der Waldeckischen Landeszeitung für 2020 noch mit rund 600 Bioenergiedörfern in Deutschland gerechnet, so verzeichnete er am Freitag für 2014 bereits über 880 Energiegenossenschaften, die ihre Orte unabhängig von fossilen Energieträgern machen und den Ausstoß des für die Aufheizung der Erde verantwortlichen Kohlendioxids reduzieren wollen.

 Darum geht es auch der Projektgruppe in Gembeck, deren Sprecher Peter Einax am Ende des Informationsabends Listen mit den Unterschriften von bereits jetzt 35 interessierten Bürgern einsammelte. 83 Heizungen gibt es in Gembeck, die überwiegend mit Öl für Wärme in den Häusern sorgen.

Weg von fossilen Brennstoffen

„Wir wollen weg vom Öl, möglichst unabhängig von internationalen Energielieferanten werden, Wertschöpfung vor Ort und eine Steigerung der Immobilienwerte durch energiesparende Häuser erreichen“, umriss Einax die Ziele.

Grob betrachtet, kann dies durch den Betrieb einer großen Heizanlage, in der Hackschnitzel oder Pellets verbrannt werden, durch ein Solarthermie-Feld und zur Sicherheit durch eine gasbetriebene Anlage erreicht werden. Grund- und Spitzenlast ließen sich so abdecken, große Speicher sind ebenfalls erforderlich.

Langfristig günstiger

Der Kohlendioxidausstoß könnte um 85 Prozent gesenkt, Warmwasser langfristig günstiger sein als bei einer privat betriebenen Heizung, für die zudem Rücklagen und Nebenkosten für die Wartung und Kontrolle durch den Schornsteinfeger anfallen. Obendrein sollen Glasfaserkabel für schnelleres Internet und ordentlichen Handy-Empfang mithilfe von Funkmasten verlegt werden.

Ohme machte deutlich, dass das Ganze nur Sinn ergebe, wenn die Kosten durch die in den letzten Jahren deutlich ausgebauten öffentlichen Förderprogramme und Kredite auf schätzungsweise 5000 Euro pro Haushalt gesenkt werden könnten. Zudem empfehle sich die Gründung einer Genossenschaft als Trägerin.

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