Bürgermeister setzt auf Bedarf an Gewerbeflächen

Hoffnung auf Neubeginn auf Gelände von Wurst Wilke

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Wilke-Wurst: Hoffnung auf Neubeginn auf Betriebsgelände 

Bürgermeister Stefan Dittmann sieht gute Voraussetzungen für einenNeubeginn auf dem Gelände der insolventen Firma Wurst Wilke und hofft auf neue Arbeitsplätze in Berndorf.

Neben dem Insolvenzverwalter habe er sich in Gesprächen mit den Geschäftsleitungen fleischverarbeitender Unternehmen um eine anschließende Nutzung bemüht. Das Echo sei jedoch verhalten. Es sei auch eine Preisfrage.

Bistro einzige Gaststätte im Ort

Dabei seien Gewerbeflächen per se in Nordhessen rar und begehrt. Auch für die Kühllagerung sei der im Herbst aufgrund des Skandals um Lysterien und Todesfälle in Zusammenhang mit Wilke-Produkten geschlossene Betrieb interessant.

Für Berndorf speziell hofft Dittmann, dass das ebenfalls geschlossene Bistro Wilke im Rahmen des Insolvenzverfahrens getrennt behandelt und bald wieder verpachtet werde. Schließlich sei das Lokal mit Biergarten gut gelaufen und die einzige Gaststätte im Dorf gewesen.

 Gravierende Probleme nicht bekannt

Wenige Wochen vor der Schließung hätten sich die Bürgermeister zur Dienstversammlung in dem Bistro getroffen. Auch sie seien angetan von Räumlichkeiten und Essen gewesen.

„Wir dachten weder, dass es wirtschaftlich bergab ging mit der Firma noch dass es gravierende Probleme mit der Hygiene gab“, sagt Dittmann gerade im Blick auf Investitionen in den vergangenen Jahren, etwa in die Kraft-Wärme-Kopplung.

Krisensitzungen

Dass es bei der Gewerbesteuerzahlung Schwankungen gebe, sei nicht ungewöhnlich, gerade nach Investitionen sinke der zu versteuernde Gewinn.

Erst als er am 2. Oktober 2019 vom Landrat zu einer Information ins Kreishaus eingeladen worden sei, habe er von dem Hygiene-Probleme und der Schließung erfahren. Noch am Abend des gleichen Tages habe er den Ältestenrat der Gemeinde darüber informiert.

Weniger Abwässer

Abgesehen von dem Verlust an Arbeitsplätzen treffe die Schließung die Kommune in anderer Hinsicht: So werde schätzungsweise ein Viertel weniger Abwasser eingeleitet. Bei Wilke waren die Abwässer aus dem Betrieb zunächst vorgeklärt und dann über eine eigene Leitung am Ortsrand in das Netz der Gemeinde eingespeist und dann in der Kläranlage Twiste gereinigt worden.

Die Gemeinde selbst habe das Herunterfahren des Betriebs und nicht zuletzt der Kläranlage begleitet, damit es keine Probleme im Abwasserbereich gebe. Der Bedarf an Wasser sei durch einen eigenen Brunnen gedeckt worden, berichtet Dittmann.

Noch ein Gewerbegebiet

Eine weiter große Gewerbeimmobilie in Twistetal steht im Rahmen eines Insolvenzverfahren zum Verkauf an: Die ehemalige Spulenfabrik mit der Villa und den ehedem von der insolventen Baufirma Jordan genutzten Freiflächen werden seit zwei Jahren angeboten. 

Die ehemalige Spulenfabrik im Berggrund bei Twiste wird ebenfalls zum Verkauf angeboten.

Die zum Teil unter Denkmalschutz stehenden Gebäude haben in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach den Besitzer gewechselt. Die Holzspulenfabrik wurde 1972 geschlossen. 

Einer der späteren Käufer beabsichtigte dort einen Freizeitpark zu eröffnen. Danach zog ein älteres Zahnarzt-Ehepaar ein, bis das Bauunternehmen die Liegenschaften für seine Zwecke übernahm.

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