Spannendes Erlebnis, das die Kinder so schnell nicht vergessen werden

In der Twister Hasengruppe sind Küken geschlüpft

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Erzieherin Inge Isenberg lässt die Kinder der Hasengruppe ganz vorsichtig die Küken streicheln.

Twistetal-Twiste.  Karla Paul, die Leiterin des Elisabeth-Kindergartens in Twiste, ist auf einem Bauernhof groß geworden. Für sie steht daher fest, dass es Kindern guttut, früh den Umgang mit Tieren zu lernen. Deshalb kam ihr vor zehn Jahren der Hinweis einer Mutter gerade recht, sie kenne jemanden, der einen Brutkasten für Hühnereier ausleihen könne.

Seitdem ist Andreas Schulze aus Vasbeck ein regelmäßiger und gern gesehener Gast im Kindergarten. Der Heizungs- und Lüftungsbauer ist seit seiner Jugend begeisterter Geflügelzüchter und hat einen Brutkasten entwickelt, der nicht nur für die richtige Temperatur (37,7 Grad) und Luftfeuchtigkeit sorgt, sondern auch die Luft filtert und für das regelmäßige Wenden der Eier sorgt.

Ständig ist der Techniker auf der Suche nach weiteren Verbesserungen seiner Anlage, die er natürlich auch auf ihre Sicherheit hin prüfen lässt. Inzwischen ist seine Version Nummer 4 bei den Kindergärten im Waldecker Land heiß begehrt: Nach dem Einsatz in Twiste geht’s nach Massenhausen, aber auch in Korbach und Volkmarsen war der Brutapparat schon im Einsatz.

Andreas Schulze zeigt den von ihm entwickelten Brutapparat mit Wärme- und Feuchtigkeitsregelung sowie Wendeautomatik.

Ein „schneller Brüter“ ist der Apparat aber nicht, denn da lässt die Natur sich nicht überlisten: Ein befruchtetes Hühnerei braucht 21 Tage bis zum Schlüpfen des Kükens.

„Das passt ganz toll ins pädagogische Konzept“, schwärmt Pfarrer Christian Rehkate, der theologische Leiter im kirchlichen Zweckverband der Kindertagesstätten: „Ostern feiern wir, dass Christus nach dem Tod am Kreuz wieder auferstanden ist. Ostern erwacht das Leben.“

Die Erzieherinnen im evangelischen Elisabeth-Kindergarten Twiste haben diesen Gedanken im Hinterkopf, wenn sie mit den Kindern über das werdende Leben in den Eiern sprechen. Und das lässt sich sogar beobachten, wenn ein angebrütetes Ei ganz vorsichtig auf eine Lampe gelegt wird, schimmert Wundersames durch die Eierschale: Erst entwickelt sich ein Netz aus Blutgefäßen, dann ein immer größer werdender Zellklumpen, der sich schließlich als Küken einen Weg ins Leben sucht.

In dem beleuchteten Ei können die Kinder die wachsenden Küken sehen.

Frisch geschlüpft sind die Küken erst einmal geschafft und brauchen Ruhe. Wenn sich der Flaum herausgebildet hat, dürfen die Kinder einzelne Küken vorsichtig in die Hand nehmen. Und dabei achten die Erzieherinnen darauf, dass die Kinder ihre Küken vor lauter Leibe nicht zerdrücken.

Zu Beginn der Osterferien werden die Küken an erfahrene Züchter weitergegeben, die sie groß ziehen. 220 Eier können Sundheimer-Hühner im Jahr legen. Andreas Schulze hat extra diese altdeutsche Haustierrasse ausgesucht: Diese Rasse gilt als stressresistent und gilt als selten.

Nach Ostern wollen die Twister Kinder übrigens den Wellenhof in Elleringhausen mit den vielen frei laufenden Hühnern besuchen.

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