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In Berndorf wurde eine Probebohrung für Geothermie niedergebracht

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Von: Elmar Schulten

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Geothermiebohrung im Berndorfer Neubaugebiet Erlengrund. Die Landes-Energie-Agentur Hessen GmbH übernimmt die Kosten.
Geothermiebohrung im Berndorfer Neubaugebiet Erlengrund. Die Landes-Energie-Agentur Hessen GmbH übernimmt die Kosten. © Elmar Schulten

Im Neubaugebiet „Erlengrund“ ist eine Probebohrung zur Nutzung von Erdwärme niedergebracht worden. Die Kosten hierfür übernimmt die Landes-Energie-Agentur Hessen GmbH (Lea).

Twistetal-Berndorf - Die Probebohrung soll klären, ob die Bodenverhältnisse im Neubaugebiet geeignet sind, Geothermie für die Beheizung von Eigenheimen einzusetzen. Im günstigsten Fall wird ein flüssiges Medium durch eine Rohrschleife durch das Erdreich gepumpt. Dabei erwärmt sich die Flüssigkeit.

Eine Wärmepumpe verdichtet die Wärme und beheizt damit das Gebäude. Dieses Verfahren ist besonders für niedrige Vorlauftemperaturen wie beid er Fußbodenheizung geeignet.

Spülwasser nach Gesteinsarten untersucht

An heißen Tagen lässt sich das Verfahren umkehren und die Wärmepumpe wird zur Kühlung für das Gebäude. Die Sommerwärme wird dann elegant ins Erdreich abgeführt.

Doch so weit ist es im Erlengrund noch nicht. Vor Weihnachten hat eine bundesweit tätige Bohrfirma damit begonnen, im Spülbohrverfahren bis zu 100 Meter in die Tiefe vorzudringen. Dabei wurde das Spülwasser nach jeweils etwa einem bis drei Metern Vortrieb mit einem Sieb nach Bohrmaterial untersucht.

Beitrag zum Klimaschutz und zur Energiewende

Geologen werten die Schichtungsergebnisse aus und ziehen daraus ihre Schlussfolgerungen. Die Bohrung wird so lange vorgetrieben, bis sich Klüfte (größere Hohlräume) auftun. Dann muss eventuell sogar abgebrochen werden.

Ein Bauarbeiter mit weißem Helm blickt prüfend in einen Container, in dem braunes Spülwasser aufgefangen wird.
Prüfender Blick in das Spülwasser der Geothermie-Bohrung in Berndorf: Wie ist der Schichtenaufbau im Berndorfer Untergrund? © Elmar Schulten

So war es zuletzt auch bei einer Probebohrung in Waldeck-Sachsenhausen, wo nach rund 50 Metern wegen eines Hohlraums abgebrochen werden musste. Insgesamt lässt die Landes-Energie-Agentur derzeit 17 solcher Bohrungen in ganz Hessen niederbringen, um damit aufzuzeigen, dass sich Wohnhäuser auch CO2-neutral beheizen lassen.

96 Meter ereicht - Weitere Tests folgen

In Berndorf verlief die Erkundungsbohrung erfolgreich. Das Bohrgestänge stieß in einer Tiefe von 96 Metern auf Dolomit-Gestein, wie Twistetals Bauamtsleiter Matthias Lippe berichtet.

Die erreichte Tiefe sei wahrscheinlich ausreichend, sodass eine Wärmesonde in Form einer Rohrleitung in das Bohrloch eingeführt und mit einer Suspension verpresst werden konnte. Es folgen weitere Tests.

23 neue Bauplätze geschaffen

Die Geothermie-Sonde wird Teil des Baugrundstücks und muss vom künftigen Bauherrn auch für die Gebäudeheizung verwendet werden. Insgesamt hat die Gemeinde im Baugebiet „Erlengrund“ 23 neue Bauplätze geschaffen, davon 17 in Gemeindeeigentum.

Die Erschließungsarbeiten (Kanal- und Straßenbau) im Wert von rund einer Million Euro sind jetzt abgeschlossen, sodass der Gemeindevorstand voraussichtlich im Frühjahr über den Verkauf der Grundstücke entscheiden kann. (Elmar Schulten)

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