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Waldeckische Jägerschaft will zu Grenztrail und Windkraftanlagen angesprochen werden

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Von: Armin Haß

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Vorstand und Geehrte der Waldeckischen Jägerschaft. Vordere Reihe, von links: Anna-Maria Hausmann, Landrat Jürgen van der Horst, Vorsitzende Sandra Bergmann, Sabine Teipel, Helge Führer, Gerald Reinbold. Hintere Reihe, von links: Heinz Thiele, Dieter Tepel, Andre Zulauf, Sven Rose, Sönke Jäger und Thomas Böhle.
Vorstand und Geehrte der Waldeckischen Jägerschaft. Vordere Reihe, von links: Anna-Maria Hausmann, Landrat Jürgen van der Horst, Vorsitzende Sandra Bergmann, Sabine Teipel, Helge Führer, Gerald Reinbold. Hintere Reihe, von links: Heinz Thiele, Dieter Tepel, Andre Zulauf, Sven Rose, Sönke Jäger und Thomas Böhle. © Armin Haß

Die Waldeckische Jägerschaft will bei wichtigen Themen, wie Grenztrail oder Bau von Windkraftanlagen im Wald insbesondere vom Landkreis, angesprochen werden, wie die wiedergewählte Vorsitzende Sandra Bergmann in Twiste erklärte.

Twistetal-Twiste –Neuralgisches Thema für die Jäger und Jagdpächter sei der geplante Bau eines Grenztrails, der für Mountainbike-Fahrer Strecken durch die Wälder bieten soll. „Wir wollen, dass die Sorgen und Ängste der Jägerschaft bei diesem Thema gehört werden“, sagte Bergmann.

Das will die Jägerschaft

Die Jägerschaft, dem Verband gehören 500 Mitglieder an, sei nicht gegen den Grenztrail, auch nicht gegen den Bau von Windkraftanlagen: „Wir wollen solche Projekte mittragen, fordern aber auch, dann darauf angesprochen zu werden.“

Politik, Forst und Jägerschaft seien partnerschaftlich verbunden, dies sei auch bei Streitthemen der Fall, wie Landrat Jürgen van der Horst dazu erklärte.

Das sagt der Landrat

Der Klimawandel zwinge zum Handeln in der Forstwirtschaft. So müssten die Aufforstung, der Schutz der jungen Kulturen und die Errichtung von Windkraftanlagen im Wald unterstützt werden. Jagd und Forstwirtschaft verfolgten die gleichen Ziele, Kompromisse seien aber auch erforderlich.

Über Stock und Stein: Der Grenztrail Waldeck-Frankenberg hat das Ziel, dass künftig tausende Mountainbiker – wie auf diesem Symbolbild – durch die Wälder in Waldeck-Frankenberg fahren. Naturschützer und Jäger haben Bedenken. archiv
Über Stock und Stein: Der Grenztrail Waldeck-Frankenberg hat das Ziel, dass künftig tausende Mountainbiker – wie auf diesem Symbolbild – durch die Wälder in Waldeck-Frankenberg fahren. Naturschützer und Jäger haben Bedenken. archiv © Stephan Peters

Van der Horst hob die Bedeutung der Jäger beim Schutz vor der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) oder beim Umgang mit Fallwild hervor.

Reizthemen

Reizthema sei die touristische Nutzung des Waldes, aktuell die Planung des Grenztrails. Mit der ersten Projektphase am Eisenberg sei nun begonnen worden. Hier seien ein Austausch mit den Jagdausübungsberechtigten und Kompromisse erforderlich, um auch die Jagd zu ermöglichen. So seien Ruhezonen und ein Kanalisieren des Fahrradverkehrs vorgesehen.

In ihrem Bericht für die beiden vergangenen Jahren hob die Vorsitzende die Zusammenarbeit mit dem früheren Landrat Dr. Reinhard Kubat hervor. Im Mittelpunkt standen die Eindämmung der ASP und die Wiederaufforstung. Sie verwies darauf, dass die Jagdsteuer 2020 halbiert und 2021 für drei Jahre ausgesetzt worden sei.

Arbeit im Vorstand

Seit den Wahlen 2019 hätten sich Mitglieder aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen aus dem Vorstand zurückgezogen, sodass wichtige Themen von einem Fünfer-Gremium bewegt worden sein. Sandra Bergmann unterstrich, dass die Corona-Pandemie die Bereiche Jungjäger-Ausbildung sowie Übungsschießen und Jagdhundeausbildung erschwert habe.

Die Waldeckische Jägerschaft finanziert verschiedene Naturschutzprojekte. So wurde eine Drohne für die Kitz-Rettung angeschafft. Hierfür wird noch eine Person gesucht, die über einen entsprechenden Führerschein verfügt, wie Vorsitzende Sandra Bergmann in der Jahreshauptversammlung erklärte.

Geld für den Naturschutz

Zudem sucht der Vorstand Mitglieder, die frühmorgens vor der Mahd die jungen Rehe aus dem Gras holen. „Je mehr tätig sind, desto mehr können wir retten“, unterstrich Vorsitzende Bergmann.

12 000 Euro hat die Jägerschaft für die Verbesserung des Lebensraums bewilligt. Gelder stehen für die Anlage von Blüh- und Äsungsflächen bereit.

Zur Strecke gebracht

Geld soll auch für die Habitatpflege bereitgestellt werden. Die Projekte werden im April und Mai begonnen.

Matthias Clement von der Kreisjagdbehörde berichtete, dass die ASP-Lage sich nicht verbessert habe. Daher sei eine Beprobung von Fleisch in Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt wichtig.

Rehe im Visier

2020/2021 sind 11 655 Stück Rehwild (0,6 Prozent mehr als im Vorjahr) geschossen worden. Um 16 Prozent auf 6063 Stück stiegen die Abschusszahlen beim Schwarzwild.

498 Stück Rotwild ( - 17 Prozent), 65 Stück Muffeldwild (105 im Vorjahr), 164 Hasen (wie Vorjahr), zwei Kaninchen (20), 2400 Füchse ( plus 20 Prozent), 4400 Waschbären (25 Prozent mehr), und 552 Rabenkrähen (minus zehn Prozent) wurden zur Strecke gebracht.

Kurse für Jungjäger

Wildschäden im Umfang von 157 000 Euro wurden registriert, was einem Rückgang um 15 Prozent entspricht.

Zwei jungjägerkurse konnten seit 2019 absolviert werden, wie die stellvertretende Vorsitzende Anna-Maria Hausmann berichtete. Aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen wurde die Arbeit erschwert.

Ehrungen bei der Waldeckischen Jägerschaft, von links: Dieter Tepel, Heinz Thiele, die stellvertretende Vorsitzende Anna-Maria Hausmann, die Vorsitzende Sandra Bergmann, Jens Cordes und Heinz Brühmann.
Ehrungen bei der Waldeckischen Jägerschaft, von links: Dieter Tepel, Heinz Thiele, die stellvertretende Vorsitzende Anna-Maria Hausmann, die Vorsitzende Sandra Bergmann, Jens Cordes und Heinz Brühmann. © Armin Haß

In den beiden Lehrgängen hatten insgesamt 23 Männer und Frauen die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Im vorigen September begannen neun Männer und sechs Frauen den noch laufenden Kurs. . Die Fachprüfung wird im April stattfinden.

Jagdhunde geprüft

Der scheidende Obmann für das Hundewesen, Andre Zulauf, berichtete über die Welpen- und Junghundestunden und die Brauchbarkeitsprüfungen. Wegen der zeitlichen Belastung mit 131 ehrenamtlich geleisteten Stunden und drei Terminen pro Woche gab er das Amt ab, steht aber im Vorstand künftig als Beisitzer zur Verfügung.

Während die Vorsitzende und ihre Stellvertreterin bei den Wahlen bestätigte wurden, wurden andere Positionen neu besetzt: Neuer Kassierer ist Gerald Reinbold, Schriftführerin ist Helge Führer, Obfrau für das Hundewesen Sabine Teipel. Das Amt des Obmanns für Schießwesen konnte nicht besetzt werden.

Neuwahlen und Ehrungen

Beisitzer sind nun Andre Zulauf, Sönke Jäger, Thomas Böhle und der Revierförster Sven Rose.

Für 60-jährige Mitgliedschaft wurde Dieter Tepel geehrt. Heinz Thiele und Jaens Cordes sind 40 Jahre dabei, Heinz Brühmann 25 Jahre. (Armin Haß )

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