25 Jahre Alt-Trecker-Club Berndorf

Junger Treckerfahrer bringt seinen Oldtimer auf Hochglanz

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Blitzeblank: Der 22-jährige Philipp Graf hat seinen alten Trecker komplett selbst restauriert. Er zähl t zu den jüngeren Mitgliedern des Alt-Trecker-Clubs, der jetzt Jubiläum feiert.

Twistetal-Berndorf. Für das Jubiläum 25 Jahre Alt-Trecker-Club in Berndorf, das am Wochenende gefeiert wird, putzt der 22-jährige Philipp Graf seinen selbst restaurierten Oldtimer heraus.

Ein paar Macken, Beulen und Steinschläge wies der grüne Traktor der Marke John Deere aus dem Jahr 1974 auf. Der Lack war etwas ausgeblichen, stellenweise abgeblättert und nur minimal gerostet. Seit seinen ersten Betriebsstunden ist das treue Gefährt auf dem Hof Graf in Berndorf gefahren. Gründe genug für Philipp Graf, den Schlepper zu restaurieren.

Vor zwei Jahren hat er das Projekt in Angriff genommen. „Ein Verkauf kam nicht infrage“, sagt der 22-Jährige. Auch wenn der Oldtimer schwere, moderne Maschinen kaum ziehen kann und zuletzt nur noch ein „Pflegeschlepper für leichte Arbeiten“ gewesen ist. „Er hat doch immer mehr seine Daseinsberechtigung.“

Wenn Philipp Graf, Auszubildender bei einer Werbeagentur, an Feierabend nach Hause kommt, bleibt er gleich draußen. „Gerade jetzt im Sommer zur Hauptbetriebszeit in der Landwirtschaft überlege ich zuerst, was ich draußen alles erledigen kann“, sagt er und hilft seinem Vater, der den Hof mit Ackerbau im Nebenerwerb betreibt.

Das Faible für landwirtschaftliche Maschinen und das Werkeln daran wurde ihm praktisch in die Wiege gelegt. Die Kenntnisse schaute er sich ab, eignete er sich selbst an, und er informierte sich im Internet über nützliche Handgriffe.

„Bei alten Maschinen kann man sehr viel durch Probieren lernen.“ Da wenig Elektronik eingebaut sei, sei die Technik größtenteils selbsterklärend. „Ich versuche dann einfach, den richtigen Schlüssel für eine Schraube zu suchen und schaue, was passiert.“

So nahm er den Traktor in etliche Einzelteile auseinander, berichtet er. Drei Tage, jeweils acht Stunden, und das Gefährt war zerlegt. Mit Fotos dokumentierte er sämtliche Arbeitsschritte, sortierte Schraube für Schraube, listete jede einzelne auf, notierte Länge und Durchmesser, um schließlich beim Händler das passende Werkzeug zu erwerben. Das Knifflige daran: Die Gewinde der Schrauben waren teilweise amerikanische Standards und daher hierzulande nicht im allgemeinen Handel zu erhalten.

Mit viel Mühe und liebevoll kümmert er sich seitdem um seinen „Johnny“, mit dem er viele Kindheitserinnerungen verbindet. Das Hobby teilt er mit einigen Freunden aus dem Dorf. Nach einer gewissen Zahl an Betriebsstunden lässt er das Motoröl ab und ersetzt den Filter – viel mehr an Arbeit fällt kaum an. „Jedes Jahr am Neujahrsmorgen fotografiere ich den Zählerstand“, sagt Philipp Graf. Und im Frühling darf das Schätzchen aus dem Winterschlaf erwachen und die Scheune verlassen.

Wenn eine Ausfahrt ansteht, kommt jeder Dreck weg. So wie diese Woche. Da reinigt Philipp Graf seinen Schlepper, bis dieser glänzt und strahlt. Um die Wette mit all den anderen, teilweise noch viel älteren Exemplaren der anderen Mitglieder des Alt-Trecker-Clubs. Denn die Vorfreude ist groß: aufs 25-jährige Bestehen des Alt-Trecker-Clubs, das am Wochenende gefeiert wird.

Der Alt-Trecker-Club lädt für den 24. und 25. August zum Fest am Eidinghäuser Weg ein. Das Programm beginnt jeweils am Vormittag, es werden Essen und Getränke angeboten. Es gibt Dreschvorführungen, eine Traktorausstellung, Angebote für Kinder und Samstagabend Live-Musik.

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