Karl- und Hildegard Küthe aus Ober-Waroldern sind seit 70 Jahren verheiratet

Beim Tanz im Ratskeller kennengelernt

Karl und Hildegard Küthe feiern Gnadenhochzeit
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Karl und Hildegard Küthe feiern am zweiten Weihnachtstag Gnadenhochzeit.

Twistetal-Oberwaroldern. Viel Arbeit hat das Leben von Karl und Hildegard Küthe aus Ober-Waroldern bestimmt. Zu ihrer   Gnadenhochzeit lassen sie sich am zweiten Weihnachtstag verwöhnen.

Wie das Wetter am zweiten Weihnachtsfeiertag 1946 war, das wissen Hildegard und Karl Küthe noch genau. „Es war Frost, aber kein Schnee“, beantworten die rüstigen Jubilare die Wetterfrage.

Im Lkw zur Hochzeit

Für die Gäste aus Landau, dem Heimatort des Bräutigams, war zumindest die Trockenheit ein Segen. Sie wurden damals nämlich im offenen Lastwagen herbei chauffiert, um an der Hochzeitsfeier in Ober-Waroldern teilzunehmen.

Ein halbes Jahr zuvor hatte sich das Paar beim Tanz im Landauer Ratskeller kennengelernt. „Abends hat er mich noch mit dem Fahrrad nach Hause gebracht“, schmunzelt Hildegard Küthe, geborene Wiesemann, bei der Erinnerung.

1960 Hof gebaut

Karl Küthe, der als Soldat noch kurz vor Kriegsende schwer verwundet wurde, war mit drei jüngeren Geschwistern auf einem Hof in Landau aufgewachsen. Um den Bauernhof der Brauteltern zu übernehmen, brachte der junge Bräutigam die richtigen Voraussetzungen mit.

Der Aussiedlerhof, den das Paar bis heute bewohnt, wurde 1960 errichtet. Nach einem Brand im Jahr 1969 gab das Ehepaar die Landwirtschaft auf. Karl Küthe war daraufhin 25 Jahre als Lkw-Fahrer tätig.

Chor und Gymnastik

Hildegard Küthe war in den Kriegsjahren zum Roten Kreuz in Herborn berufen worden. Nach ihrer Hochzeit kümmerte sie sich um Familie, Haus und Garten und um viele Gäste, die bei Küthes Ferien auf dem Bauernhof machten. Daneben sang sie über fünfzig Jahre im Chor und besuchte lange Zeit die Gymnastikgruppe.

„Über Jahrzehnte haben wir bis zu fünfzehn Stunden am Tag gearbeitet“, erklärt Karl Küthe. Solange es die Gesundheit zuließ, sei Arbeit sein Hobby gewesen, sagt der 92-Jährige. Auch manchen Schicksalsschlag habe das Paar verkraften müssen.

95. Geburtstag gefeiert

Stets ebenso agil war Ehefrau Hildegard, die vor wenigen Wochen ihren 95. Geburtstag gefeiert hat. Ihr großes Hobby, das Stricken, hat sie inzwischen schweren Herzens aufgegeben. Noch bis vor zwei Jahren kümmerten die Eheleute sich um den eigenen Garten.

 Bis heute lesen beide täglich die Waldeckische Landeszeitung, die sie seit ihrer Heirat abonniert haben, und werden liebevoll von der Familie umsorgt. „Wir können zufrieden sein“, sagt das Ehepaar Küthe.

Gefeiert wurde das seltene Ehejubiläum im Familienkreis, was bei den Küthes mit vier Töchtern und Schwiegersöhnen, fünf Enkelkindern mit Anhang und zwei Urenkeln eine große Runde bedeutet. Allen Gratulanten schließt sich die Heimatzeitung gerne an. (sim)

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