1. WLZ
  2. Waldeck
  3. Twistetal

Platz für Handwerksbetriebe und Tankstelle in einem neuem Gewerbegebiet für Berndorf anvisiert

Erstellt:

Von: Armin Haß

Kommentare

Hinter den Höfen ist der passende Name für das geplante neue Gewerbegebiet bei Berndorf. Rechts im Bild verläuft hinter dem Feld die Bundesstraße 252.
Hinter den Höfen ist der passende Name für das geplante neue Gewerbegebiet bei Berndorf. Rechts im Bild verläuft hinter dem Feld die Bundesstraße 252. © Armin Haß

Für das neue Gewerbegebiet in Berndorf müssen Kompromisse zugunsten des Klimas- und Hochwasserschutzes gemacht werden.

Twistetal-Berndorf – Die Ausweitung des Gewerbegebietes Hinter den Höfen vor dem Ortseingang von Berndorf schreitet voran. Die Gemeindevertreter haben einstimmig für die Änderungen der Bauleitplanung und des Bebauungsplanes votiert, kritisch wurde aber die Verringerung der bebaubaren Flächen kommentiert.

Ziel sei es, gegenüber dem vorhandenen Gewerbegebiet Platz für die Ausdehnung heimischer oder neuer Betriebe zu schaffen, sagte Bürgermeister Stefan Dittmann.

„Klippen umschiffen“

Zudem sollten die Möglichkeiten für den Bau einer Tankstelle nahe der Bundesstraße 252 geschaffen werden. Bisher seien einige planungsrechtliche Klippen zu umschiffen gewesen, sagte der Rathauschef. Jedoch befinde man sich nun auf gutem Wege. Als historisches Vorhaben und größtes Gewerbegebiet in Twistetal bezeichnete Jörg Marpe (FDP) das etwa 4,5 Hektar große Areal.

Für die Ausweisung seien viele Kompromisse einzugehen gewesen. So sei die Bebauungszahl von 0,8 auf 0,6 (gemeint ist der Anteil der bebaubaren Fläche) verringert worden, um Raum für Retentionsflächen (zur Versickerung) bei starkem Regen zu vermeiden und die Bodenversiegelung einzuschränken. Wenigstens sollte doch die Anlage von Parkplätzen ermöglicht werden, forderte Marpe.

Viele Behörden angehört

Er schätzt, dass Investoren Ausnahmegenehmigungen für eine weiträumigere Bebaubarkeit ihrer Grundstücke beantragen würden. „Wir freuen uns über das Projekt“, sagte Patrick Paul (SPD). Immerhin seien seit dem ersten Beschluss für das Gewerbegebiet am 14. September 2020insgesamt 33 Träger öffentlicher Belange gehört und 21 Stellungnahmen bearbeitet worden. Nun sei endlich ein weiterer Schritt zur Erlangung der Rechtskraft getan worden.

Bundespolitische und EU-Regelungen machte Marc Wäscher (CDU) dafür verantwortlich, dass hohe Auflagen für die Bebaubarkeit die Suche nach Investoren erschwerten. So bestehe aufgrund des Hessischen Straßengesetzes eine Bauverbotszone von 20 Metern neben der B 252 und werde die Bebaubarkeit der Grundstücke eingeschränkt, was die Suche nach Investoren erschwere. Diese müssten tiefer in die Tasche greifen, um Forderungen, etwa nach einer Dachbegrünung, zu erfüllen.

Gebühren sparen, Kläranlagen entlasten

Nicht ganz so kritisch sieht dies Ilka Deutschendorf (Bündnis 90/Die Grünen). Schließlich verhindere eine Versickerung des Regenwassers vor Ort, dass bei starkem Regenfall das Wasser einfach in den Unterlauf der Twiste oder in den Kanal fließe, über den dann die Kläranlage belastet werde. Das erspare dem Investor auch Niederschlagsgebühren.  (Armin Haß)

Auch interessant

Kommentare