Herrliches Werk des Korbach Franziskanermalers

Blick auf das Altarbild von Nieder-Waroldern wirkt entschleunigend

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Dankes- und Abschiedsgeschenk für Bischof Dr. Martin Hein überreicht von Pfarrer Michael Böttcher (links).

Twistetal-Niederwaroldern.  „Keiner weiß, wie der Altar von Korbach nach Nieder-Waroldern gekommen ist“, stellte Landesbischof Dr. Martin Hein in seiner Festpredigt aus Anlass des 500-jährigen Bestehens des kunstvollen Flügelaltars in der Dorfkirche von Nieder-Waroldern fest.

Es sei jedoch bemerkenswert, dass das Kunstwerk aus der Werkstatt des Franziskanermalers auch sieben Jahre nach Einzug der Reformation in Waldeck keinem Bildersturm zum Opfer gefallen sei. Offenbar hätten auch die evangelischen Christen von damals die Bildersprache des Malers verstanden.

Die heutigen Betrachter täten sich da deutlich schwerer, die verschlüsselte Bilderwelt zu entschlüsseln. Und dennoch lohne es sich, denn die Betrachtung des Altarbildes entschleunige: Gezeigt werde die Kreuzabnahme Jesu. Drei Männer an und auf der Leiter hielten den scheinbar schwebenden Leichnam, während die Frauen in Trauer versunken seien.

Die Stille des Karfreitag ist für viele nicht auszuhalten

„Von diesem Bild geht keine Hoffnung aus“, so Bischof Dr. Hein. Die Botschaft „tot ist tot“ sei nur zu ertragen, wenn man die ganze Geschichte kenne: „Nur im Glauben an die Auferstehung wird daraus ein Bild des heils.“ Das sei sei Osterbotschaft.

Das Bild aber zeige den Moment der Stille und der Trauer am Karfreitag. Diese Stille sei auch heute für viele nicht auszuhalten. Anders sei es nicht zu erklären, dass der Karfreitag in Österreich kein Feiertag mehr sei und dass auch in Hessen immer wieder darüber diskutiert werde, den stillen Feiertag aufzuweichen.

Festgottesdienst aus Anlass von 500 Jahre Franziskaneraltar in Nieder-Waroldern.

Der Festgottesdienst in der voll besetzten Dorfkirche von Nieder-Waroldern wurde mitgestaltet vom Kirchenchor unter Leitung von Jan Knobbe und den Musikern Herbert Nawroth und Maria Heck.

 Pfarrer Michael Böttcher erinnerte zum Abschluss des Gottesdiesntes  daran, dass die Landessynode am 9. Mai eine neue Bischöfin wählen werde. Insofern sei Bischof Heins Besuch in Waroldern schon Teil seiner Abschiedstour. Dafür sei ihm die Gemeinde sehr dankbar.

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