Landrat bietet 500.000 Euro an

Nach Wilke-Skandal: Landkreis will Twistetal beim Grundstückskauf unterstützen

Seit dem Wilke-Skandal ein städtebauliches Problem: Mitten in der Ortslage von Berndorf wartet eine 3,5 Hektar großes Industriebrache darauf, abgerissen und sinnvoll verwendet zu werden.
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Seit dem Wilke-Skandal ein städtebauliches Problem: Mitten in der Ortslage von Berndorf wartet eine 3,5 Hektar großes Industriebrache darauf, abgerissen und sinnvoll verwendet zu werden.

In die seit einem Jahr schwelende Diskussion, was denn aus dem seit der Wilke-Pleite brach liegenden, 3,5 Hektar großen Fabrikgrundstück mitten in der Ortslage von Berndorf geschehen soll, ist jetzt Bewegung geraten.

Berndorf - Landrat Dr. Reinhard Kubat hat mit Rückendeckung des Kreisausschusses und mehreren Bürgermeistern angeboten, dass der Landkreis der Gemeinde einen Zuschuss in Höhe von 500.000 Euro zum Ankauf des Grundstücks gewähren könnte. Das sei ein Beitrag der kommunalen Familie, um der durch die Wilke-Pleite arg gebeutelten Gemeinde Twistetal unter die Arme zu greifen.

Landrat: Gebäude ist ein trostloser Koloss

Damit sei der Weg frei für eine gute städtebauliche Entwicklung dieser großen Industriebrache, die ihm bei jeder Fahrt durch Berndorf wie ein trostloser Koloss vorkomme.

Dabei habe dieses strategisch günstig zwischen Korbach und Bad Arolsen gelegene Grundstück großes Entwicklungspotenzial. Der Landrat spricht sich dafür aus, ein Planungsbüro zu beauftragen, Ideen für die Schaffung dörflicher Strukturen zu entwickeln. Neben Wohnhäusern für junge Familie kann sich der Landrat hier auch kleinere Gewerbebetriebe, Seniorenwohnungen und sogar einen Kindergarten in der Nähe der vorhandenen Grundschule und des Sportplatzes vorstellen.

Sorge wegen hoher Folgekosten für die Gemeinde

Unterstützt wird der Vorschlag des Landrats von CDU, SPD, Grünen und Wählergemeinschaft im Gemeindeparlament von Twistetal.

Einzig der FDP-Gemeindevertreter Jörg Marpe hat Bedenken wegen der hohen Folgekosten für Abriss, Altlastenentsorgung und Vermarktung des Grundstückes angemeldet. Der Bauunternehmer rechnet mit drei Millionen Euro allein für den Abriss des riesigen Gebäudekomplexes.

FDP will Grundstückskauf mit Bürgerentscheid verhindern

Für den Fall, dass die Gemeindevertretung bei seiner Sitzung am 15. Dezember den Kauf des Wilke-Grundstückes beschließen sollte, hat Marpe einen Bürgerentscheid angekündigt. Dazu würde es ausreichen, rund 400 Unterschriften in der Gemeinde zu sammeln. Der Bürgerentscheid würde dann wahrscheinlich zusammen mit der Kommunalwahl am 14. März erfolgen.

Doch der gemeinsame Antrag der vier Fraktionen zielt darauf ab, den Grundstückskauf noch im Laufe des Dezember abzuschließen. (Elmar Schulten)

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