Das Ziel ist eine siebenstellige Summe - Bieten dürfen nur gewerbliche Käufer

Maschinen und Inventar von Wilke Wurst werden jetzt versteigert

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Ein Sicherheitsdienst war mit zehn Mitarbeitern vor Ort – aufgrund der Medienwirksamkeit des Falls Wi lke.

Die einen waren schlicht neugierig, andere wollten tatsächlich etwas kaufen: Hunderte Menschen kamen am Montag nach Berndorf, um sich die ehemalige Wilke-Wurstfabrik anzuschauen.

Maschinen, Einrichtung und einige Fahrzeuge werden jetzt im Internet versteigert. Um Interessenten die Möglichkeit zu geben, sich vorher alles anzuschauen, hatte der Auktionator zur öffentlichen Besichtigung geladen.

Aus ganz Deutschland kamen potenzielle Käufer, um zu begutachten, was unter den Hammer kommt. Auf der Suche nach Lagerlogistik und Arbeitstischen waren zwei Mitarbeiter einer Brauerei, ein Metzger aus dem Landkreis suchte eher Kleinigkeiten wie Waagen und ein Fleischer, der aus der Nähe der holländischen Grenze angereist war, suchte unter anderem nach einer Verpackungsmaschine. Doch er zeigte sich enttäuscht: „Viele Maschinen sind schon alt, die Technik ist heute bereits viel ausgereifter. Für manches gibt es sicher nicht einmal mehr Software heute.“

Sicherheitsdienst ist vor Ort

Völlig frei bewegen konnten sich die Besucher in dem riesigen Gebäude – allerdings unter den Augen eines Sicherheitsdienstes. Üblich sei das nicht, sagte Hubert Küpers, Geschäftsführer der Industrie-Verwertungs-GmbH, die die Auktion abwickelt. Aufgrund der Medienwirksamkeit habe man sich aber dazu entschieden, sagte er. Neben zehn Security-Männer waren noch 25 Mitarbeiter der IVG vor Ort. Sie beantworteten Fragen – oder wiesen schlicht den Weg in dem verschachtelten Gebäudekomplex.

Nicht versteigert wird das Inventar aus dem Bistro, sagte Küpers auf Nachfrage. Dies sei eine Entscheidung der Bank und des Insolvenzverwalters gewesen. Man sei der Meinung, dass sich Bistro und Inventar besser zusammen verkaufen lassen, sagte Küpers.

Jeder Raum und jedes Produkt waren beschriftet. Erläutert wurden alle Positionen in einem Auktionskatalog.

Die Maschinen hatte IVG zuvor selbst begutachtet und bewertet. Bei jeweils 100 000 Euro liegt das Startgebot  beispielsweise für die beiden Aufschnitt-Schneidemaschinen mit Verpackungslinie. Die eigentliche Versteigerung endet am  Dienstag, manche läuft noch bis Mittwoch. Kann nicht alles an den Mann gebracht werden, gibt es am Donnerstag noch eine kurzfristige Versteigerung, dann wohl auch mit reduzierten Preisen. Hubert Küpers rechnet damit, dass am Ende eine siebenstellige Summe stehen wird. Sie ist für die Gläubiger bestimmt. Lebensmittel gehören nicht zu den Dingen, die verkauft werden. Jedoch: Gewürze können ersteigert werden.

Gesonderte Besichtigungstermine gab es bereits mehrfach in den vergangenen Wochen für Interessenten der großen Maschinen, berichtete IVG-Chef Küpers. Abbauen und abholen müssen die Käufer das Ersteigerte schließlich selbst – ob Schreibtischstuhl oder mehrere Tonnen schwere Anlage.

Versteigerung bei Wilke Wurst: Hunderte bei öffentlicher Besichtigung

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