Nach Demonstration Absperrungen 

So gibt es mehr Sicherheit in der Schulstraße von Berndorf 

Twistetal-Berndorf – An 100 Metern Gemeindestraße können sich Gemüter erhitzen: Mit einer Demonstration haben Eltern und Kindergartenkinder gegen das Überfahren der Gehwege an der Tagesstätte protestiert.

Mit rot-weißen Markierungsstangen und Blumenkübeln wurde dies nun entlang der beiden Fahrbahnerhöhungen auf der Schulstraße vor der Einmündung in die Bahnhofstraße unterbunden.

So richtig glücklich ist mit der Situation an der Hauptzufahrtsstraße zu den Neubaugebieten niemand. Eine längere Geschichte, die vermutlich noch nicht ganz abgeschlossen ist, verbindet sich mit den Bemühungen um Verkehrsberuhigung.

Links der Parkstreifen ohne Gehweg und rechts der Bürgersteig, der vor dem Kindergarten an der Schulstraße in Berndorf verläuft. Foto: Armin Haß

So wurde die Tagesstätte 2013/14 saniert und um neue Plätze für Kinder unter drei Jahren ausgebaut. Der Zugang wurde dann aufgrund verschiedener Bauvorschriften an der Schulstraße geschaffen, die das immer weiter vergrößerte Wohngebiet mit dem Dorf und der Bundesstraße 252 verbindet.

Tempo 30 angeordnet

Als der Ausbau der Bahnhofstraße, auf die die Schulstraße einmündet, vor zwei Jahren anstand, wurde ein verkehrsberuhigter Ausbau der Kreuzung geplant. Ergänzend zum Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde, kamen die beiden Fahrbahnerhöhungen auf dem unteren Abschnitt der Schulstraße hinzu.

Gemeinde und Verkehrsbehörde haben dann weitere Änderungen herbeigeführt: Um dem Chaos beim Bringen und Abholen von Kindergartenkindern durch Autos der Eltern im Bereich des Zugangs zur Tagesstätte entgegenzutreten, wurde bereits vor drei Jahren auf der gegenüberliegenden Seite entlang der Mauer unterhalb der Kirche eine so genannte Kiss and Go-Zone zum Anhalten ausgewiesen. Diese soll das Ein- und Aussteigen und Begleiten der Kinder zum Kindergarten ermöglichen.

Mit Kindern trainiert

Im vorigen Jahr wurden dann die Bahnhofstraße und der untere Bereich der Schulstraße aufwändig neu gestaltet. Am Kindergarten wurde dann auch zur Kreuzung hin eine Fläche als Dorftreff hergerichtet und mit Bäumen bepflanzt. Die Erzieherinnen haben mit den Kindern den Weg zur und von der Kindertagesstätte geübt. Demnach sollen sie den Gehweg am Kindergarten benutzten und die Schulstraße nur an bestimmten Bereichen überqueren. Die Kiss und Go-Flächen sollen sie nicht als Bürgersteig benutzen.

So richtig freuen konnten sich Eltern und Erzieherinnen über die Umbauten an der Straße zur Verbesserung der Sicherheit der Kinder nicht, weil ausgerechnet an den Hubbeln in der Fahrbahn Autofahrer einfach auf den Bürgersteig fuhren, um schneller und ohne zu bremsen über die Schulstraße fahren zu können. CDU-Gemeindevertreter Christoph Dietzel wies im Frühjahr auf die Situation hin, ein paar Tage später fand am Kindergarten die Demonstration statt.

Warnschilder aufgestellt

 Bürgermeister Stefan Dittmann ließ dann entlang der Fahrbahnerhöhungen als erste Gegenmaßnahmen mobile Warnmarken aufstellen. Glücklich sei er damit nicht gewesen, erklärte er auf Anfrage der Waldeckischen Landeszeitung. Schließlich werde der Anblick dieses Dorfbereiches nicht verbessert. 

Doch habe zur Sicherheit der Kinder etwas gegen das Befahren des Gehwegs unternommen werden müssen. Inzwischen sind anstelle der Warnmarkierungen schlanke rot-weiße Stangen aufgestellt worden. In der vorigen Woche wurde an der unteren Fahrbahnerhöhung zu Beginn des Parkstreifen ein Blumenkübel aufgestellt. Ein breiter Pflanzkübel kam am Ende des Parkstreifens genau in Höhe der oberen Fahrbahnerhöhung hinzu.

Kritik an Schutzmaßnahmen

 Dagegen rührte sich Kritik. Auf einem Facebook-Account wurde ein Foto mit dem breiten Kübel gepostet, der zum Durchgehen entlang der Kirchenmauer gerade Platz für eine Person  lässt. Eine Bürgerin meldete sich beim Bürgermeister, der ihr die Entscheidung erklärte. 

Der Abschnitt an der Schulstraße zwischen den beiden Kübeln sei nicht als Gehweg gedacht, sondern als Parkstreifen. Dieser wurde eigens mit Schildern gekennzeichnet. Zudem sollen mithilfe von Führstöcken und durch die Schuhsohlen spürbare weiße Streifen an der Einmündung auch sehbehinderte Fußgänger über die Fahrbahn leiten.

Mehr Rücksicht nehmen

 Man könne auch noch Fußstapfen aufmalen lassen oder Schilder aufstellen, die nur die Benutzung des Gehwegs und nicht des Parkstreifens durch Fußgänger vorschreiben, sagte der Rathauschef. 

Doch stelle sich die Frage, ob noch weitere Regelungen sinnvoll seien oder man nicht nach all den baulichen Veränderungen und Verkehrsregelungen an der Straße auf etwas Verständnis bei den Verkehrsteilnehmern und rücksichtsvolle Fahrweise setzen könnte.

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