NABU würdigt Einsatz von Vogelfreunden

Mietfrei wohnen in Twistetaler Fertignestern: Schwalben willkommen

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Willkommen in der Schwalbenpension: Der Naturschutzbund Twistetal ehrt Loni und Horst Müller aus Mühlhausen für ihre Gastfreundschaft gegenüber Mehlschwalben an ihrem Haus. Das Foto zeigt von links Nabu-Vorsitzenden Friedheim Wernz, Horst und Loni Müller sowie den 2. Nabu-Vorsitzenden Robert Jäger.   

Twistetal-Mühlhausen. Eine besondere Art des sozialen Wohnungsbaus fördert der Naturschutzbund (NABU) mit Fertigbauteilen und Urkunden. In Twistetal gibt es gleich mehrere Familien, die ihre Häuser als mietfreie Schwalbenpensionen zur Verfügung stellen.

Und so überbrachten Friedhelm Wernz und Robert Jäger von der Naturschutzgruppe Twistetal  gleich Urkunden und Hausschilder mit der Aufschrift „Schwalben willkommen“.

Horst und Loni Müller haben unter ihrem Hausdach 30 künstliche Schwalbennester angebaut, die in diesem Jahr von 15 Brutpaaren benutzt werden. Einige von ihnen haben sogar schon mit der zweiten Brut begonnen.

Karl-Heinz Emde aus Mühlhausen hat unter seinem Dach 19 Kunstnester, von denen zwölf belegt sind. Außerdem haben sich zwei Mehlschwalben die Mühe gemacht, selber Nester aus Lehm und Stroh zu bauen.

Mietfrei wohnen unter Twistetaler Dächern: Diese Fertignester werden von den Schwalben gerne angenommen. In eingien wird bereits die zweite Brut des Sommers großgezogen.

Karl-Friedrich Lindenborn aus Mühlhausen hat 18 Nester unter seinem Dachüberstand befestigt. Von denen sind 16 besetzt. Schließlich wurde gestern auch Georg Dembowski in Ober-Waroldern ausgezeichnet, der auf seinem Hof aktuelle 27 Brutpaare Mehlschwalben beherbergt, davon fünf in Naturnestern. In seinem Pferdestall und in seinem Schweinestall haben es sich außerdem je ein Paar Rauchschwalben gemütlich gemacht.

Alle Brutpaare sind derzeit ständig unterwegs, um für ihren Nachwuchs Mengen an Mücken und anderen Fluginsekten heranzuschaffen.

Loni und Horst Müller genießen es sehr, ihren Untermietern beim Fliegen und Füttern zuzuschauen. Von ihrem Küchenfenster aus haben sie alles im Blick. Ihr Garten mit Teich und vielen blühenden Blumen ist eine Augenweide für jeden Gartenfreund und ein Paradies für Insekten und Vögel.

Schwalben gehörten noch vor wenigen Jahrzehnten ganz selbstverständlich in jedes Dorfbild. Inzwischen aber haben es die Schwalben schwer: Offene Ställe, die zum Nestbau einladen gibt es kaum mehr. 

Warum brauchen Schwalben Fertignester?

Moderne Schweineställe sind hermetisch abgeschlossen. Und auch in offenen Kuhställen sind Schwalben meist nicht gern gesehen. Der Dreck, den die fleißigen Vögel beim Nestbau an den Hauswänden hinterlassen, gefällt nur den überzeugtesten Vogelfreunden. Während der Brutphase werden außerdem die Ausscheidungen der Jungvögel aus dem Nest geschoben.

 Deswegen wirbt der Naturschutzbund für saubere Fertignester, die ganz einfach unter Dach geschraubt werden können. Darunter ein Brett und der Kot sammelt sich sauber in Häufchen, die am Ende des Sommers einfach entsorgt werden können. Die Nester sind so angebracht, dass ihre Einfluglöcher voneinander wegweisen. So kommen sich die Brutpaare beim Füttern nicht ins Gehege. 

Außerdem sind die von Menschenhand gefertigten Schwalbennester so stabil, dass sie von Spatzen nicht geöffnet werden können. Dadurch sind die jungen Schwalben vor Räubern sicher. So viel Fürsorge ist nach Meinung der Vogelexperten des Nabu Twistetal auch nötig, denn die Anzahl der Schwalbenpaare im Waldecker Land sei rückläufig. Das könne mit der gesunkenen Zahl von Fluginsekten zusammenhängen, oder aber mit den Gefahren auf den langen Wanderrouten der Schwalben.  

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