Sanierungspläne sollen dieses Jahr umgesetzt werden

Moderne Büros ins alte Twister Rathaus

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Zehn Jahre nach der Fassadensanierung sollen nun die Büros im Twister Rathaus modernisiert werden.  

Durch die historische Haustür pfeift der Wind. Ein Windfang im Flur soll verhindern, dass die warme Luft mit jedem Besucher das Gebäude verlässt: Gut zehn Jahre nach der Fassadensanierung des Twister Rathauses steht nun die Modernisierung der Büros in dem früheren Herrenhaus der Twister Domäne an.

Twistetal. Bei einer gemeinsamen Sitzung haben Bauausschuss und Finanzausschuss am Dienstagabend über die Details der Sanierung gesprochen. Im Haushalt sind 500.000 Euro für die längst überfällige Sanierung vorgesehen. Das Geld ist jedoch mit einem Sperrvermerk versehen, den das Gemeindeparlament noch aufheben muss.

Deshalb war der Gemeindevorstand gehalten, ein Konzept für die Sanierung vorzulegen. Auf anderthalb Seiten wird nun aufgelistet, was baulich geschehen soll: Im Dachgeschoss sollen die bisher als Archiv genutzten Räume zu Büroräumen umfunktioniert werden. Hierhin können dann die Mitarbeiter der Verwaltung ausweichen, wenn die darunter liegenden Etagen umgebaut werden.

Wichtige Papier-Akten werden digitalisiert

Aber was passiert mit dem Archiv in dieser Zeit und nach der Sanierung, wollte Rolf Rauschkolb wissen. „Wir haben schon damit begonnen, alles unnütze Papier wegzuwerfen“, erklärte Bürgermeister Stefan Dittmann. Akten, die noch gebraucht würden, sollten demnächst digitalisiert werden. Dazu sei auch schon eine Aushilfskraft eingestellt worden.

Das sei Teil des Digitalisierungsprozesses, der schrittweise die ganze Verwaltung erfasse. Die Gemeindedaten werden sowohl im Kommunalen Gebietsrechenzentrum als auch auf einem Server im Rathaus gespeichert.

Nach Fertigstellung der Sanierung sollen die neuen Büros unterm Dach für Arbeiten des Rechnungsprüfungsamtes, Auszubildenden oder von einem Steuerbüro genutzt werden.

Der Sozialraum mit kleiner Küchenzeile könnte hier ebenfalls Platz finden. Der jetzt bestehende Raum im Erdgeschoss ist nach den Arbeitsschutzbedingungen wegen der Nähe zu Kopierer und Server nicht zulässig.

Sämtliche Decken im Gebäude sollen abgehängt werden, um darüber die nötigen Versorgungsleitungen unterbringen zu können. Abgehängte Decken sowie Teppichböden sollen zudem die Geräuschkulisse in den Büros dämpfen.

Gemeindevorstand und Rathausmitarbeiter haben Pläne gemacht

Im Ausschuss ergab sich eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit von Teppichböden in stark frequentierten Büros. Die Gemeindevertreter Rolf Jäger und Siegbert Wandrach bekräftigten jedoch, dass Industrieteppichböden langlebig seien und viele Vorteile mit sich brächten. Die Wände sollen mit Glasfasertapete und Anstrich ausgeführt werden.

Die komplette Elektrik muss erneuert werden. Vor allem die Datenkabel für Computerarbeitsplätze und Server sind für die künftige Verwaltungsarbeit wichtig. Im Erdgeschoss des Rathauses soll ein Bürgerbüro hinter der Windfangtür entstehen. Die jetzige Tür wird durch ein Türglaslelement ersetzt, damit der Zugang transparenter wirkt.

Grünen-Kritik: Kein richtiges Konzept vorgelegt

Saniert werden im Erd- und Obergeschoss je 185 Quadratmeter und im Dachgeschoss, insgesamt also 510 Quadratmeter Bürofläche für insgesamt 500.000 Euro. Bedenken gegen das jetzt geplante Vorgehen meldete die Grünen-Gemeindevertreterin Ilka Deutschendorf an. 

Ihr liege eigentlich nur eine Grundrisszeichnung vor. Die vielen nachfragen im Ausschuss hätten gezeigt, dass es noch viele Details zu klären gebe, die sie gerne von einem Fachbüro geklärt hätte. Dazu erklärte Christoph Dietzel (CDU), er habe Vertrauen in den Gemeindevorstand. Wir geben die mittel, der Gemeindevorstand muss sie sinnvoll ausgeben.“ 

Überraschungen sind zu erwarten

Und Ralph Backhaus (SPD) ergänzte: „Ich hoffe, dass man Geschmack bei der Gemeinde hat.“ Im übrigen regte er an, drahtlosen Internetzugang (W-LAN) im Sitzungssaal einzuplanen. Schließlich sei man auf dem Weg zum papierlosen Sitzungsdienst. Rolf Rauschkolb ergänzte: „Dass der Umbau und eine Sanierung in einem alten Gebäude Überraschungen mit sich bringt, muss uns allen klar sein. Deshalb darf sich hinterher keiner aufregen, wenn es hier oder da etwas teurer wird.“ Am Ende empfahlen beide Ausschüsse mit jeweils vier Stimmen bei einer Neinstimme, den Sperrvermerk für die Rathaussanierung aufzuheben.

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