Intensive Diskussionen in den Gemeindegremien

Mühlhäuser Kindergarten wird saniert - Twistetaler CDU will Kostenexplosion verhindern und enthält sich

Ein Fachwerkhaus neben einer Kirche.
+
Der Kindergarten Mühlhausen ist in einem Fachwerkhaus neben der St.-Georg-Kirche untergebracht. Die politische Gemeinde hat das Gebäude zu einem symbolischen Preis von der Kirchengemeinde übernommen. Dabei war bekannt, dass umfangreiche Sanierungsarbeiten an Fenstern, Dach und Heizung nötig sind.

Mit großer Mehrheit von 13 Ja-Stimmen bei drei Nein-Stimmen und sieben Enthaltungen aus den Reihen der CDU hat das Gemeindeparlament die Sanierung des Kindergartens in Mühlhausen beschlossen.

Twsitetal-Mühlhausen - Das 500 .000 Euro teure Projekt soll mit Fördermitteln aus der Hessenkasse finanziert werden. Die CDU-Gemeindevertreter enthielten sich der Stimme, weil sie mit ihrem Änderungsantrag, die Fördersumme auf „maximal“ 500.000 Euro zu begrenzen, keine Mehrheit fanden.

CDU-Sprecher Christoph Dietzel erklärte, er wolle mit der maximalen Obergrenze für die Sanierung unbedingt eine Verteuerung des Bauprojektes verhindern. Er könne sich nämlich nicht vorstellen, dass die im September 2019 ermittelten Baukosten auch bei der Abrechnung im September 2022 noch gelte.

Baukostensteigerungen nicht berücksichtigt

Dazu hatte Bürgermeister Stefan Dittmann berichtet, dass es noch im September 2021, also erst vor wenigen Wochen, eine Baubesprechung mit dem Architekten in Mühlhausen gegeben habe. Dabei habe der Architekt versichert, dass die Kostenschätzung immer noch auskömmlich sei.

Diese Aussage kommentierte der CDU-Sprecher Dietzel mit den Worten: „Wenn die Kostenschätzung von 2019 auch nach den aktuellen Baukostensteigerungen immer noch gilt, dann war sie damals nicht seriös.“

Kostenschätzung mit viel Luft

Der Gemeindevertreter Marcel Fingerhut stellte fest, dass die Kostenaufstellung des Architekten auch unnötig hohe Positionen für den Gerüstbau und für den Fassendenanstrich an vier Seiten beinhalte. Dabei sei eine Seite mit Schiefer behangen. Fingerhut: „Hier steckt offenbar noch Luft in der Kostenschätzung drin.“

Ein weiterer Diskussionsstrang dreht sich um die Frage, ob ein zweiter Raum im Erdgeschoss als zweiter Gruppenraum hergerichtet werden soll, obwohl der Kindergarten derzeit nur für eine Gruppe zugelassen ist.

Zweiter Raum als Ausbau-Reserve

Ilka Deutschendorf von den Grünen hielt diese Idee nicht für sinnvoll, weil der Kindergarten in Mühlhausen schon jetzt unter Platzmangel leide: Das kleine Außengelände sei nur über eine öffentliche Straße zu erreichen. Für eine zweite Gruppe sei dann unmöglich auch noch Platz.

Bürgermeister Stefan Dittmann ergänzte: „Der zweite Raum ist da und wird jetzt nur quasi als Ausbau-Reserve renoviert. Der Raum bekommt keine Klassifikation als Gruppenraum.“

Gemeinde investiert in den Erhalt ihres Eigentums

Dieses Vorgehen hielten sowohl der SPD-Gemeindevertreter Patrick Paul als auch der FDP-Gemeindevertreter Jörg Marpe für richtig: „Wir investieren in den Erhalt von Gemeindeeigentum. Wenn schon einmal die Handwerker im Haus sind, dann sollen sie auch diesen Raum gleich mit renovieren.“ (Elmar Schulten)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare