Klimaschonend heizen

Die nächsten  Schritte zum Nahwärmenetz in Gembeck

Steuern Entwicklung einer Nahwärmeversorgung für Gembeck mit: Friedrich Arend (links) und Peter Einax (rechts). Hier an einer Holzfeuerungsanlage in der Tischlerei Einax, wie sie, deutlich größer, am Ortsrand entstehen soll. Foto: Armin

Twistetal-Gembeck – Auf dem Weg zu einer holzbefeuerten Nahwärmeanlage zur Versorgung der Haushalte in Gembeck steht nun mit einer Konzeptstudie die nächste Etappe an. Im Herbst 2021 soll die Anlage laufen.

Im vorigen Jahr wurde der Stein ins Rollen gebracht. Im Februar hat Dipl.-Ing. Marco Ohme von der Firma Viessmann in Allendorf (Eder) in einer gut besuchten Versammlung im Saal der Gaststätte Scheele die technischen und die Finanzierungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Das macht Mut

Ermutigend für die Projektgruppe ist die hohe Akzeptanz in dem 230 Einwohner zählenden Dorf mit 90 Haushalten. Inzwischen haben sich 66 Haushalte zum Mitmachen bereiterklärt. Fünf sind noch unschlüssig, und 14 würden eher nicht mitmachen.

Hier ist das letzte Wort aber noch nicht gesprochen, wie Peter Einax und Friedrich Arend von der Projektgruppe berichten.

Berater an der Seite

Beide sind aber zuversichtlich und erfreut über das große Vertrauen, dass der Projektgruppe inzwischen entgegengebracht wird. Die Mitglieder der Projektgruppe sehen sich ermutigt, die nächsten Schritte einzuleiten und gewisse finanzielle Risiken zu übernehmen.

Beratend steht Viessmann weiterhin zur Seite. Zusammen mit Fachleuten der Uni Kassel werden Viessmann-Experten in den kommenden zehn Wochen ausleuchten, wo ein Nahwärmewerk entstehen könnte, wie die Wärme in die Häuser gelangt oder das Projekt finanziert werden kann.

Wo sollen Heizanlagen stehen?

Zusammen mit Ohme haben Mitglieder Projektgruppe in den vergangenen Tagen zwei mögliche Standorte für ein Heizkraftwerk ausgeguckt.Beide sind am Ortsrand gelegen und bieten mit vorhandenem Gebäudebestand die Möglichkeit, noch höhere Zuschüsse erlangen zu können.

Zuschüsse in Höhe von 50 bis 60 Prozent werden erwartet. Fördermittel werden vom Bund, von der Kreditanstalt für Wiederaufbau oder dem Land Hessen erhofft. Zudem werden Bankkredite benötigt.

Mit Holz und Sonnenenergie

Allein für die Anlage eines Leitungsnetzes werden Kosten von einer Million Euro erwartet. Teurer dürfte die Heizanlage werden, die aus Holzhackschnitzel oder Pellets 500 Kilowattstunden leisten soll und durch einen so genannten Redundanz-Kessel für den Notfall ergänzt wird. Der würde aus einem nahe gelegenen Tank mit Biogas befeuert. Denkbar, aber teurer wäre der Einsatz von Holz.

Zudem muss ein Pufferspeicher geschaffen werden. Zur Wärmeerzeugung, wahrscheinlich auch für die Trocknung von Holz, ist eine Solaranlage vorgesehen.

Genossenschaft geplant

Alle ans Nahwärmenetz angeschlossenen Haushalte würden Mitglieder einer Genossenschaft, die schließlich den Betrieb und die Abrechnungen übernehmen soll.

Der Bedarf an Wärme dürfte in Gembeck im kommenden Jahr steigen, dann sollen zwei neue Einfamilienhäuser in Gembeck entstehen. Und die sollten dann nach Auffassung der Projektgruppenmitglieder die Möglichkeit eines Anschlusses an die Nahwärmeanlage bekommen. 

Kosten sparen

Ziel ist es, durch den Verzicht auf eigene Heizanlagen Kosten zu sparen und durch den Einsatz von erneuerbaren Energien den Stickstoffdioxid-Ausstoß deutlich zu verringern. Erwartet wird eine Senkung um 85 Prozent.

 In dem kleinen Dorf dürfte nach den Erwartungen der Projektgruppe zudem der Wert der Häuser steigen, wenn die Wärme wie der Strom ins Haus geliefert und parallel zu den Wärmeleitungen Glasfaserkabel in jedes ans Wärmenetz angeschlossene Gebäude verlegt würde. 

Glasfaserkabel verlegen

Die bessere Versorgung mit digitaler Infrastruktur wäre ein wichtiges Plus für erhoffte Zuzüge. Wenn das Konzept für das Nahwärmenetz Gembeck steht und die Bürger ihre verbindlichen Zusagen gemacht haben, dann gibt es wenig Spielraum mehr für nachträgliche Anschlüsse in den Folgejahren. Reserven in das Netz einzubauen, wäre unwirtschaftlich, so Einax.

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