Naturschutz als Aufgabe für alle erkennen  

Naturschutz-Gruppe in Twistetal seit 50 Jahren für Erhalt der Natur im Einsatz  

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 Für ihre Verdienste in der Nabu-Gruppe Twistetal geehrt: (von links) Stellvertretender Vorsitzender Robert Jäger, Vorsitzender Friedhelm Wernz und Kassierer Günter Schramme.

Twistetal-Twiste. Auf ein halbes Jahrhundert Einsatz zum Schutz der Natur in der Region blickt die Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) in Twiste zurück.

Die Ortsgruppe hat heute etwas mehr als 130 Mitglieder und konnte zwei neue Namen bei der Jubiläumsfeier in die Mitgliederliste eintragen. In der Mehrzweckhalle dokumentierte eine Ausstellung die Geschichte.

Die Bus-Exkursionen zu den Berndorfer Orchideenflächen und zum Teichbruch Rocklinghausen vermittelten den vielen Teilnehmern Eindrücke vom Wirken der Ortsgruppe.

Friedhelm Wernz, Vorsitzender seit der ersten Stunde, lieferte bei der Feierstunde ein Kurzprotokoll der Vereinsgeschichte: Die Ortsgruppe ging aus einer „Waldläufer“-Gruppe in den 1960-er Jahren hervor. Neben dem Vogelschutz rückte der Amphibienschutz in den Fokus. Tiere wurden gezählt, Straßendurchlässe gebaut und schon 1981 erste Teiche angelegt. Unter anderem bei Berndorf wurde eine Fläche gekauft, um die Orchideen zu schützen. Heute betreut die Ortsgruppe 34 verschiedene Flächen mit einem Umfang von etwa 40 Hektar. Wernz: „Eine gewaltige Aufgabe.“

Gutes Einvernehmen mit Landwirten und Jägern

Zum Gratulieren kamen unter anderem Vertreter der Landwirtschaft und der Jägerschaft, deren Belange sich zuweilen mit denen der Naturschützer kreuzen, mit denen der Nabu Twiste aber laut Wernz Hand in Hand arbeitet. Ortslandwirt Heiko Griesel dankte er stellvertretend dafür, dass er die Sonnenblumen nach dem Verblühen stehen gelassen habe: „Auch das ist Naturschutz.“

Bürgermeister Stefan Dittmann lobte die vielen Projekte, darunter wertvolle Renaturierungen. Er unterstrich die Bedeutung von Ressourcen- und Naturschutz und versprach dem Nabu, „die wichtigen Dinge, die Sie vorhaben, auch in Zukunft gern zu unterstützen.“

Stellvertretend für alle Twister Vereine meldete sich Timo Köchling, Vorsitzender der Schützengilde, zu Wort: „Unser aller Aufgabe“ sei das Entgegenwirken gegen den Klimawandel und das Artensterben. Bilder und eine Dokumentation vom Verschwinden von Tier- und Pflanzenarten lieferte ein Film und eine Foto-Zusammenstellung des langjährigen Nabu-Mitglieds Dieter Bark. Das Braunkehlchen, Vogel des Jahres 1987, im Film noch bei der Brut zu sehen, gibt es inzwischen als Brutpaar in der Twister Gemarkung nicht mehr und der filmisch festgehaltene deutsche Enzian ist seit 20 Jahren ausgestorben.

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