Standort Berndorf in der Diskussion

Neue Ideen für Kindergärten in Twistetal

Eine Erweiterung des Kindergartens in Twiste wurde grob kalkuliert. Foto: Armin Haß

Twistetal Die Entwicklung der drei Kindergärten in Twistetal, die alle der Kirche gehören, war Thema der Gemeindevertretersitzung. Dabei wurde auch der Standort in Berndorf diskutiert.

 Die Kindertagesstätten in Twistetal sind fast alle gut ausgelastet, für Berndorf besteht eine Warteliste mit fünf Kindern. Zum Schuljahresbeginn entspannt sich die Lage.

Das gibt der Gemeindevorstand vor

Auf Antrag aus der Gemeindevertretung hat der Gemeindevorstand eine Bestandsaufnahme gemacht und ist er auf einen Bedarf von 1,65 Millionen Euro für Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen gekommen.

Die Zahlen wurden in der jüngsten Sitzung erörtert. CDU, SPD und Bündenis 90/Die Grünen hatten angesichts der hohen Belegung und der Ausweisung von drei neuen Baugebieten eine Überprüfung beantragt und wollten bereits Mittel für Planung und Bauarbeiten bereitstsellen.

Defizit verdoppelt

Die Gemeinde sei, so betonen die Fraktionen, für die Bereitstellung von Infrastruktur im Rahmen der Kinderbetreuung zuständig. Eigentümerin der Gebäude ist die Kirche, die Kosten wiederum lasten zu 90 Prozent auf der Kommune und zu zehn Prozent auf der Kirche.

Das von der Gemeinde Twistetal zu tragende Defizit sei in den vergangenen zehn Jahren von 300 000 auf nunmehr 600 000 Euro gestiegen, berichtete Bürgermeister Stefan Dittmann. In der Zeit seien die Kinderzahlen stark schwankend gewesen. Konkret werde der Bau einer weiteren Gruppe in Berndorf gewünscht. Nach der Aufstellung der Gemeindeverwaltung liegt der Sanierungsbedarf in Berndorf bei 600 000 Euro, davon werden 200 000 Euro für den Bau eines weiteren Gruppenraums im Obergeschoss veranschlagt.

Anbau für Twiste?

In Twiste könnte in Richtung Bahnlinie ein Anbau errichtet werden, dessen Kosten auf eine halbe Million Euro geschätzt werden. Hinzu kommen Grundstückskosten von 50 000 Euro.

In Mühlhausen wird der Sanierungsbedarf auf 500 000 Euro beziffert, nachdem 30 Jahre nichts geschehen ist, wie der Rathaauschef feststellte. Was gebaut werden soll, darüber sollten nach Einschätzung von Ilka Deutschendorf (Die Grünen) Vertreter der politischen Gemeinde, des evangelischen Kindergartenzweckverbandes, der Kindergartenleitungen und der Eltern beraten.

Tagesstätte Mühlhausen sichern

Die Tagesstätte in Mühlhausen müsse erhalten bleiben, der Kindergarten Twiste erweitert und in Berndorf saniert werden, skizzierte Ralph Backhaus (SPD) seine Wunschliste. Einen Schritt weiter gingen die Fraktionskollegen Rolf Rauschkolb und Patrick Paul: Angesichts der beengten Lage des Gebäudes und der ungünstigen Verkehrssituation plädierte Rauschkolb dafür, den Standort in Berndorf aufzugeben.

Paul regte an, einen neuen Kindergarten ab 2025 zu bauen, in dem alle Wünsche realisiert werden könnten. Wie das Ganze finanziert werden soll, muss dann auch noch geklärt werden. Die Förderprogramme des Landes und des Bundes waren Mitte 2019 schon ausgeschöpft.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare