Gelungenes Gemeinschaftsprojekt im Rahmen der Dorferneuerung

Schicker Dorfplatz macht Kirche von Nieder-Waroldern wieder zum Dorfmittelpunkt

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Zu einem richtigen Dorfplatz mit Dorflinde ist der Vorplatz der Dorfkirche von Nieder-Waroldern umgestaltet worden. die Sandsteine der Umfassungsmauer stammen vom Abriss des „Schiefen Hofes“ in Ober-Waroldern.

Twistetal Nieder-Waroldern.  Mit einem Dorfplatzfest haben die Bürger von Nieder-Waroldern am Vorabend des 1. Mai den neu gestalteten Vorplatz ihrer kleinen Dorfkirche eingeweiht.

Die Umgestaltung erfolgte als Gemeinschaftsprojekt von Kirchengemeinde und politischer Gemeinde im Rahmen der Dorferneuerung. Dazu wurde die Gemeinde offiziell Pächterin des Kirchengrundstücks. In die nicht immer einfachen Planungen waren der Ortsbeirat, der Kirchenvorstand und der Dorferneuerungsbeirat einbezogen. 

Erster Schritt war das Abholzen der Fichten, die vor Jahrzehnten als kleine Hecke rings ums Kirchengrundstück gepflanzt worden waren und nun den Dorfmittelpunkt dominierten und den Kirchenbau gar nicht mehr zur Geltung kommen ließen. Geblieben ist die Dorflinde, die den mit einer kleinen Sandsteinmauer markierten Dorfplatz schmückt. Vor allem aber kommt die herrlich sanierte Dorfkirche wieder richtig zur Geltung.

Kirche steht mitten im Dorf und ist wieder Mittelpunkt

„Der Boden, auf dem ihr steht und sitzt, kann jetzt auf vielfältige Weise genutzt werden“, stellte Pfarrer Michael Böttcher zufrieden fest: „Das ist jetzt ein Platz der Begegnung, zum feiern und klönen.“ Von hier aus setze sich der Trauerzug in Richtung Friedhof in Bewegung. Hier würden aber auch Hochzeiten gefeiert. Ein Platz für die schönen und traurigen Wege im Dorfleben.

Eröffnungsfeier für den zum Dorfplatz umgestalteten Vorplatz vor der Dorfkirche von Nieder-Waroldern. Mit dabei sind Pfarrer Michael Böttcher, Bürgermeister Stefan Dittmann, Ortsvorsteher Hartmuth Schiller und Sigrid Göbel vom Fachdienst Dorfentwicklung beim Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Böttcher: „Bei uns steht die Kirche noch im Dorf. Der Kirchplatz ist zum Dorfplatz geworden.“

Ähnlich äußerte sich auch Bürgermeister Stefan Dittmann, der zugleich den Wert der Dorferneuerung hervorhob: „Wir machen das alles, weil wir unsere Dörfer attraktiv gestalten wollen.“ Durch die Umgestaltung werde noch deutlicher: „Hier kann man sich gut aufhalten. Hier ist es schön zu wohnen.“

Woher stammen die Sandsteinquader?

Die Sandsteinmauer sei übrigens auch ein Gemeinschaftsprojekt der Grunddörfer. Die Steine seien beim Abbruch des Schiefen Hofes in Ober-Waroldern gesichert und nach Nieder-Waroldern gebracht worden.

Das nächste öffentliche Projekt im Rahmen der Dorferneuerung sei die Gestaltung der Mehr-Generationen-Freizeitanlage auf dem alten Spielplatz.

Stolz auf die Lösung für den Treppenaufgang zur Kirche sind die Bürger von Nieder-Waroldern bei der Eröffnungsfeier für den Dorfplatz.

Im Namen des Ortsbeirats dankte Ortsvorsteher Hartmut Schiller allen, die bei der Umgestaltung des Dorfplatzes geholfen haben, allen voran dem Kirchenvorstand und Architekten Marco Arend. Die Nieder-Warolderner hätten 312 Stunden ehrenamtliche Arbeit investiert. Bei einem fiktiven Stundenlohn von 40 Euro komme so auch ein erkleckliches Sümmchen zusammen. 

Als verantwortliche Projektbetreuerin für die Dorferneuerung meldete sich Sigrid Göbel von der Kreisverwaltung Waldeck-Frankenberg zu Wort: Auch für sie sei es schön festzustellen, wie sich die langen Diskussionen um die Mauer und die Treppe am Ende doch gelohnt hätten. Nun wirke alles wie aus einem Guss.

Erste Bilanz der Dorferneuerung in den Grunddörfern

Im Endspurt der Dorferneuerung in den Grunddörfern haben sich noch 40 private Eigentümer zu einer Sanierung ihrer Immobilie entschlossen. Seit Dezember sei die Zahl der privaten Maßnahmen von knapp 100 auf fast 140 angestiegen, lobte die verantwortliche Projektbetreuerin Sigrid Göbel von der Kreisverwaltung. Die Investitionssumme steige damit auf über 5,8 Millionen Euro. dazu gewähre das Land Hessen Zuschüsse in Höhe von 35 Prozent. 

Die Gemeinde Twistetal habe bislang 17 öffentliche Maßnahmen mit einem Volumen von 730 000 Euro umgesetzt. Als letzte Maßnahme habe sie nun die Mehr-Generationen-Freizeitanlage genehmigt. Zu den geschätzten Kosten von 95 000 Euro gewähre das Land einen Zuschuss von 70 800 Euro.

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