Wohnraum rund um Korbach ist knapp

Pläne für neues Wohnquartier am Ortsrand von Berndorf

Luftbild von Berndorf. Das geplante Neubaugebiet ist mit einem roten Kreis markiert.
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Auf einem 10.000 Quadratmeter großen Acker am Ortsrand von Berndorf (markiert durch einen roten Kreis) wollen drei Immobilienentwickler aus Korbach ein neues Wohngebiet entwickeln. Orientierungshilfe: Unten rechts liegt das Freibad, in der Bildmitte das ehemalige Wilke-Gelände.

Die Gemeindegremien befassen sich in diesen Tagen mit dem Antrag einer Korbacher Immobilienmanagement GmbH, die auf einer Wiese am Ortsrand ein neues Wohnquartier schaffen möchte.

Twistetal-Berndorf - Konkret geht es um 10.000 Quadratmeter im Flurstück „An der Haubert“. Das Grundstück gilt bereits als teilerschlossen durch die Haubertstraße und die Elfringhäuser Straße.

Auch deshalb sprach Bürgermeister Stefan Dittmann am Montagabend im Bauausschuss von einer „Arrondierung der bestehenden Bebauung“. Der Bedarf an Wohnungen sei in der Gemeinde Twistetal, aber vor allem im benachbarten Korbach groß.

Gemeindevorstand für Bebauungsplanverfahren

Es sei auch nicht zu befürchten, dass das neue Wohnquartier den Erfolg ebenfalls geplanten neuen Wohnquartiers auf dem Wilke-Gelände gefährde. Deshalb empfehle der Gemeindevorstand mehrheitlich, den nötigen Bebauungsplan auf den Weg zu bringen.

Im Ausschuss bekamen die Projektentwickler und der Grundstückseigentümer Gelegenheit, sich und ihr Projekt vorzustellen. Die 10.000 Quadratmeter große Fläche am Ortsrand in Richtung Korbach gehört einem gebürtigen Berndorfer.

Harmonisch in die Landschaft einpassen

Er habe sich als Bauingenieur in vielen Ländern einen Namen gemacht hat und nun beschlossen, zusammen mit seinen früheren Schulkameraden von der Alten Landesschule gemeinsam ein modernes Wohngebiet in Berndorf zu erschließen. Das Gelände am Haubert sei stark abschüssig.

Das biete die Möglichkeit, verschiedene Gebäudetypen mit unterschiedlichen Höhen so anzuordnen, dass die Sicht in die schöne Landschaft nicht beeinträchtigt werde, argumentierten Holger Illian, Andreas Göpel und Thomas Hirsch.

Mischung von Wohnformen für Singles und Familien

Geplant seien zum jetzigen Zeitpunkt vier Doppelhaushälften an der Haubertstraße und drunter mehrere Mehrfamilienhäuser, die sich je nach Zuschnitt für junge Singlehaushalte, betreutes Seniorenwohnen oder junge Familien eigneten. Alles in allem könnten zwischen 30 und 50 Wohneinheiten entstehen.

Der CDU-Gemeindevertreter Heiko Griesel gab zu bedenken, dass die angestrebte Grundflächenzahl von 0,6 statt der sonst in Berndorf üblichen 0,4 und die gewünschte Vierstöckigkeit Gebäude entstehen lassen könnte, die es bisher in Berndorf nicht gebe. Dazu erklärte Planer Andreas Göpel, dass es sich bei diesen Zahlen nur um die maximalen Grenzen der Bebaubarkeit handele.

Keine Konkurrenz für Wilke-Gelände

Damit werde das Planen am Hang flexibler. Gleichzeitig versprach Göpel im Ausschuss, dass sich die tatsächlich gebauten, unterschiedlichen Gebäudekörper harmonisch in die Landschaft einfügen würden.

Berndorfer habe ein großes Entwicklungspotenzial und biete die Chance, die Gemeinde Twistetal weiter voranzubringen. Störungen für die Entwicklung des Wilke-Geländes seien nicht zu erwarten, weil die Nachfrage nach Wohnungen in der Gemeinde Twistetal und im benachbarten Korbach enorm sei und groß bleiben werde.

Gemeindeparlament entscheidet über Baugebiet

Im Bauausschuss fand sich am Montag für die Pläne keine Mehrheit. Am gestrigen Dienstagabend war das beantragte Projekt auch Thema im Haupt- und Finanzausschuss. Der Ortsbeirat von Berndorf berät am Mittwoch, 8. Dezember, um 19.30 Uhr in den Räumen der Feuerwehr über dieses Thema.

Das Gemeindeparlament wird voraussichtlich bei seiner Sitzung am 14. Dezember über den Antrag zur Aufstellung eines Bebauungsplanes entscheiden. (Elmar Schulten)

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