Studie erläutert

Plätze für Kinderbetreuung in den nächsten Jahren in Twistetal ausreichend

Der Kindergarten Mühlhausen ist in einem Fachwerkhaus neben der Kirche untergebracht, das die Kirchengemeinde gerne an die Kommune abgeben würde. Der Planer Peter H. Kramer schlägt für den Kindergarten einen Neubau an anderer Stelle in Mühlhausen vor.
+
Der Kindergarten Mühlhausen ist in einem Fachwerkhaus neben der Kirche untergebracht, das die Kirchengemeinde gerne an die Kommune abgeben würde. Der Planer Peter H. Kramer schlägt für den Kindergarten einen Neubau an anderer Stelle in Mühlhausen vor.

Das Angebot an Kindergärten in Twistetal ist nach Auskunft des Planers Dipl.-Ing. Peter H. Kramer ausreichend, auch die Entwicklung der Bevölkerung weise, seiner Computersimulation folgend, eine flache Kurve auf dem Diagramm auf.

Twistetal – „Hier ist es in Ordnung“, stellte er im Bauausschuss fest. Die Gemeinde könne mit dem bestehenden Angebot hinkommen, die drei Kindergartenstandorte Twiste, Berndorf und Mühlhausen seien gut verteilt.

Plätze reichen aus

„Auch die Kapazitäten der beiden Grundschulstandorte reichen dicke aus“, sagte Kramer. „Sie haben keine ernsten Probleme bei der Einwohnerentwicklung und der Versorgung mit Betreuungsplätzen.“ Um eine höhere Nachfrage kurzfristig decken zu können, böte sich auch das Angebot von Tagesmüttern an.

Der Bedarf könne grundsätzlich in allen drei Kindergärten gedeckt werden. Alle Plätze seien belegt, Wartelisten gebe es zurzeit nicht, ergänzte der Geschäftsführer des evengalischen Kindergtenzweckverbands, Pfarrer Christian Rehkate.

Neubau angeraten

Auch der Bedarf an pädagogischem Personal könne gut gedeckt werden. Dafür ständen das Evangelische Fröbelseminar oder die Ausbildungstätte der katholischen Kirche in Warburg. Bei den Tagesmüttern freilich werde eine andere Ausbildung verlangt, hier sei der Landkreis aktiv.

Bei der Entwicklung des Standortes Mühlhausen rät Kramer zu einem Neubau. Eine zweite Gruppe oder eine Krippe für jüngere Kinder ließe sich in dem Gebäude unterbringen, sagt Rehkate, der Standort sei ungünstig.

Situation bis 2035 untersucht

Von einem Ausbau des Fachwerkhauses rät der Planer Kramer ab. Eine Erweiterung würde allein durch den Denkmalschutz teuer. In Mühlhausen biete sich ein Neubau an.

Kramer brachte sein gut 400 Seiten umfassendes Gutachtens zur Betreuungsituation in Twistetal bis 2035 auf den Punkt. . So habe er nicht allein vorhandene Daten zur Bevölkerungsentwicklung in Twistetal fortgeschrieben, sondern verschiedene Szenarien zugrunde gelegt und die Situation im Umland analysiert, die Einfluss auf die Entwicklung nehme. Ausschlaggebend ist dabei das Angebot n den neuen Baugebieten in Berndorf, Mühlhausen und Twiste.

Rückwanderung nach Berndorf

In Berndorf werde eine Rückwanderung festgestellt. In Twistetal sei der Anteil der berufstätigen Frauen, die einen Kindergartenplatz benötigen könnten, besonders hoch. In Bezug auf die Geburtenraten geschehe in Twistetal nicht viel, auch wenn gerade die Zahl der Enkel der Babyboomer zunehme.

Doch diese Entwicklung flache sich ab. Bei den über 60- bis 65-Jährigen zeichne sich in der Graphik eine flache Linie ab, weil Angehörige dieser Altersgruppe lieber in Zentren abwanderten, wo sie unter anderem interessante kulturelle Angebote fänden.

Defizite in Zentren nutzen

Im Gegensatz zu statistischen Modellen oder Demographie-Studien, die die Lage in der Gemeinde beleuchteten, kommt Planer Dipl.-Ing. Peter H. Kramer zu dem Ergebnis, dass die Gemeinde Twistetal von Defiziten der Zentren im Umland profitiere.

So habe Korbach Probleme, neue Bauplätze auszuweisen. Daher sei Twistetal attraktiv. Und dies sorgt nach den Worten Kramers auch für eine stabile Lage. Gezieltes Anwerben locke erfahrungsgemäß eher Kinderlose an.

Schnell handeln

In Bezug auf die Machbarkeitsstudie für die Verwertung des Wilke-Areals riet er zu einem schnellen Handeln: „Hier bietet sich nur ein kleines Zeitfenster für eine Konversion.“

Die Kinderbetreuungsplanung nahmen die Ausschussmitglieder positiv zur Kenntnis, sie sahen sich in ihrem Handeln bestätigt: „Das hört sich gut an, da ist nichts verkehrt gemacht worden“, so der Beigeordnete Otto Paul (SPD). Jörg Marpe (FDP) erkannte: „So stark nimmt die Zahl der Kinder aktuell nicht zu. Das ist nur eine kurzzeitig auftretende Spitze. Die vorherigen Kommunalpolitikern haben nicht alles falsch gemacht.“ (Armin Haß)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare