Twistetaler Gemeindevertreter und Kirche im Gespräch

Reichen die Kita-Plätze in Twistetal mittelfristig aus?

 Der Kindergarten Mühlhausen ist in einem Fachwerkhaus neben der St.-Georg-Kirche untergebracht.
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Kirche und Kindergarten gehören ins Dorf: Der Kindergarten Mühlhausen ist in einem Fachwerkhaus neben der St.-Georg-Kirche untergebracht. Hier befindet sich auch der Gemeinderaum, der nicht mehr benötigt wird.

Auf der Suche nach dem besten Konzept für die künftige Versorgung mit Kindergarten und Krippenplätzen in der Großgemeinde Twistetal haben sich Gemeindevertreter und Gemeindevorstand am Donnerstagabend zu einem Gespräch mit der Dekanin des Kirchenkreises der Twiste, Eva Brinke-Kriebel, und dem theologischen Leiter des Zweckverbands evangelischer Kindertagesstätten in Nordwaldeck, Pfarrer Christian Rehkate, getroffen.

Twistetal - Dabei wurde deutlich, dass derzeit fast alle Kinder aus dem Gemeindegebiet betreut sind. Der Kindergarten in Twiste hat seine Auslastungsgrenze erreicht. In Berndorf ist sie schon überschritten. Vier Kinder stehen auf einer Warteliste. Für zwei von ihnen wäre aber noch Platz in Mühlhausen.

Mit Blick auf die vielen neuen Baugrundstücke, die die Gemeinde Twistetal in den nächsten Monaten verkaufen möchte, wollen die Gemeindevertreter sicherstellen, dass die erhofften jungen Familien genügend Kindergartenplätze vorfinden werden. Daher das Gespräch mit dem Kindergartenträger Kirche.

Kirche will sich von nicht mehr benötigten Gebäuden trennen

Dekanin Brinke-Kriebel machte jedoch zunächst einmal die Zuständigkeiten klar: Für die Versorgung mit Kindergartenplätzen sind die Kommunen zuständig. Viele bedienen sich dabei freier Träger. Einer davon sei der Zweckverband der evangelischen Kindertagesstätten. Viele der Kindergartengebäude gehörten jedoch seit jeder den örtlichen Kirchengemeinden.

So sei es auch in Mühlhausen. Der dortige Kindergarten im Schatten der Kirche beherbergt auch den Gemeindesaal sowie eine Mietwohnung. Die Landeskirche, die darum bemüht sei, den Unterhaltungsaufwand für Kirchenimmobilien zu reduzieren, habe bereits festgelegt, dass der Gemeindesaal nicht mehr im Bedarfsplan steht. Für die Gebäudeunterhaltung würden daher keinerlei Zuschüsse mehr bewilligt.

Gemeidnesaal könnte Gruppenraum werden

Dekanin Brinke-Kriebel unterstrich, dass die kirchlichen Gremien nach wie vor ein Interesse am Betrieb des Kindergartens habne: „Wir sehen das als diakonische Aufgabe und lassen es uns etwas kosten, den Glauben in die jungen Familien zu tragen.“

Konkret auf Mühlhausen bezogen aber würde die Kirche am liebsten das Gebäude für zu einem symbolischen Preis an die politische Gemeinde übertragen. Dann könne die Politik alle nötigen Sanierungsarbeiten planen und finanzieren. Der bisherige Gemeindesaal könne zu einem weiteren Gruppenraum umgebaut werden.

Politisches Ziel: Alle Kindergärten erhalten

Die Dekanin betonte: „Durch den Verkauf würde auch der Anschein vermieden, dass die politische Gemeinde in ein kirchliches Gebäude investiert.“ Diskutiert wurde auch die Frage, ob der Neubau und Betrieb eines weiteren dreigruppigen Kindergartens in Berndorf oder Mühlhausen möglich sei.

Dazu erklärte der FDP-Gemeindevertreter Jörg Marpe: „Kindergärten gehören wie die Kirche mitten ins Dorf nicht an den Rand. Das ist auch gut für die Dorfentwicklung.“

Aus Sicht der SPD machte deren Sprecher Ralph Backhaus deutlich, dass es politisches Ziel sei, langfristig alle drei Kindergärten in der Großgemeinde Twistetal zu erhalten,

Konzept für Kindergartenentwicklung erarbeiten

„Fakt ist, die Kindergärten sind voll“, stellte Grünen-Gemeindevertreterin Ilka Deutschendorf fest. Prognosen über den Platzbedarf sind schwierig. Manche Eltern melden ihre Kinder schon für den Kindergarten an, wenn die Mutter erst im dritten Monat schwanger ist.“

Christoph Dietzel (CDU) fasste als Vorsitzender des Finanzausschusses zusammen, dass die Erkenntnisse des Gespräches mit den Kirchenvertretern in ein Konzept für die künftige Entwicklung der Kindergärten in Twistetal einfließen soll. Darüber wird das Gemeindeparlament entscheiden (Von Elmar Schulten)

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