Sicherheit bei Festzügen verbessern

Twistetal an Straßensperren beteiligen

Schutz für Kirmes, Freischießen und andere größere Feste sollen gemeinsam von fünf Kommunen - inklusive Twistetal - angeschaffte Straßensperren bieten. Unser Bild entstand bei der Kirmes in Mühlhausen im vorigen Jahr.
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Schutz für Kirmes, Freischießen und andere größere Feste sollen gemeinsam von fünf Kommunen - inklusive Twistetal - angeschaffte Straßensperren bieten. Unser Bild entstand bei der Kirmes in Mühlhausen im vorigen Jahr.

Für Sicherheit bei großen Veranstaltungen beabsichtigen die nordwaldeckischen Gemeinden und Breuna 400 000 Euro auszugeben. Im Grundsatz stimmte der Finanzausschuss Twistetal zu, jedoch wurde auch die Frage einer Kostenbeteiligung diskutiert.

Twistetal – Die neuartigen, flexiblen Straßensperren werden vom Land Hessen finanziell gefördert und sollen nach neueren Untersuchungen besser als Betonklötze Amokfahrten und Anschläge mit Kraftfahrzeugen verhindern.

36.600 Euro müsste die Gemeinde Twistetal dafür als eigenen Anteil hinblättern, während die Stadt Bad Arolsen gut die Hälfte aufbringen soll - zugrunde gelegt sind dabei die Einwohnerzahlen. Von Arolsen aus soll die Beschaffung, die Lagerung und der Einsatz in den beteiligten Kommunen geregelt werden.

Anlass ist die Amokfahrt beim Rosenmontagsumzug im Februar 2020 mit zahlreichen zum Teil schwer verletzten Menschen. „Wie krank sind wir geworden? Ich bin entsetzt, dass wir das brauchen“, erklärte dazu Rolf Jäger (CDU).

Das bedeute doch totale Straßensperrungen und erfordere auch eine gute Einweisung derjenigen, die die Sperren aufstellen und abräumen müssten, ergänzte Jäger.

Das hänge von der Art und der Größe der Veranstaltung ab, sagte Bürgermeister Stefan Dittmann. In Twistetal gehe es um drei Freischießen mit jeweils 1000 Teilnehmern allein bei den Festzügen und um Kirmesfestzüge.

Die Sperren seien relativ leicht auf- und abzubauen und könnten nach entsprechender Einstellung von Rettungsfahrzeugen überfahren werden.

Dittmann betonte, dass mit den Behörden und den Kommunen abgestimmte Sicherheitskonzepte erforderlich seien. Letztlich seien Veranstalter und die Bürgermeister persönlich verantwortlich. Sie müssten die Zustimmung geben.

Es werde immer schwieriger, ein Maximum bei Veranstaltungen zu bieten, sagte Dittmann. Durch die gemeinsame und vom Land geförderte Beschaffung der Sperren könnten die Kosten reduziert werden

Für Ralph Backhaus (SPD) ist die Kostenbeteiligung nach Einwohnerzahlen nicht gerecht. Vielmehr wäre eine Berechnung nach Besucherzahlen angemessen, schließlich würden Karnevalsfestzüge und der Viehmarkt in Bad Arolsen von deutlich mehr Menschen besucht.

Auf Nachfrage erklärte Dittmann, dass neben den Reparatur- und Wartungskosten, das Aufstellen und der Abbau sowie die Lagerung der Sicherungselemente im Bioenergiepark zusätzlich finanziert werden müssten

Backhaus erklärte, er halte die Sicherheitssysteme für richtig, lehne aber die aktuelle Verwaltungsvereinbarung der Kommunen wegen der momentanen Kostenverteilung nach Einwohnerzahlen ab.

Die Gemeinde Twistetal komme mit ihrem Anteil von zwölf Prozent ganz gut weg, sagte dagegen Ilka Deutschendorf (Bündnis 90/Die Grünen). Die Berechnung nach der Einwohnerzahl sei in Ordnung, ein anderer Schlüssel, etwa nach Besuchern, sei „kompliziert ohne Ende“.

Das Problem sei komplizierter, es gehe nicht nur um Besucherzahlen.

Bei einer Gegenstimme votierten die drei weiteren anwesenden Ausschussmitglieder für die Verwaltungsvereinbarung, über die bei der Gemeindevertretersitzung entschieden wird. (Von Armin Haß)

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