Wehr an der Papiermühle wird umgestaltet

So kommt mehr Leben in die Twiste

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Renaturierung der Twiste: Das Wehr an der alten Papiermühle wird umgestaltet.

Twistetal-Twiste. Für die Kindergartenkinder ist es ein interessantes Schauspiel. Den Kleinlebewesen hilft der Einsatz des Baggers beim Durchkommen durch die Twiste.

Im Zuge der Wasserrahmenrichtlinie der EU wird der Lauf der Twiste Zug um Zug renaturiert. Nun ist das rund 70 Jahre Beton-Wehr an der ehemaligen Papiermühle an der Reihe. Der massige Betonkörper wird mithilfe des Baggers aus dem Bachlauf herausgeholt. 

Darum geht es bei den Arbeiten

Um den vorhandenen Weg im Park der Gemeinde nicht zu zerstören, wurde eine Baustraße angelegt, von der aus die Einsätze gefahren werden können. 

Nach Auskunft des Twistetaler Bürgermeisters Stefan Dittmann geht es darum, den Kleinlebewesen das Durchkommen durch die Twiste zu erreichen. Während die Forelle noch das Wehr überwinden kann, gelingt dies dem Neunauge nur schwerlich. 

Das wird eingebaut

Stattdessen sollen heimische Wackersteine auf einer Länge von zehn Metern versetzt in das Bachbett so eingesetzt werden, dass alles Wassergetier künftig problemlos durch die Twiste kommt, der gewünschte Staueffekt aber auch erzielt werden kann. Zudem soll der Papiermühler Graben erhalten bleiben. Der für die Tierwelt wichtige pH-Wert wird bleiben.

 Entlang des Bachlaufes wurde eine kleinere Buche entfernt, der ansehnliche Kastanienbaum wird erhalten bleiben, wie der Rathauschef betonte. Das neue, naturnahe Wehr wird begehbar sein. Die schweren Steine werden terrassenartig aufgeschichtet, so dass Wanderer bis zum Wasser gelangen können.

 Darum gibt es kein Spielgelände

Im Bach selbst wird ein kleines Tretbecken entstehen, das im Sommer Kühlung bringen kann. Auf einen im Bauausschuss diskutierten Spielplatz am und im Wasser wird aus Haftungsgründen verzichtet, wie der Bürgermeister erklärt. 

Allerdings unternehmen die älteren Kinder aus der benachbarten Tagesstätte seit einigen Jahren Exkursionen zum Twistewehr, um Wasserproben zu entnehmen und den Lebewesen im Wasser auf die Spur zu kommen. 

Das kostet es

Das Gelände am Wehr dient auch im Sommer als als Veranstaltungsort für das Parkfest der Wibbeslüdde und der Gewehrgruppe der Schützengilde. Durch die Neugestaltung und die noch folgende Bepflanzung des Ufers werde sich durch die Renaturierung auch ein schönerer Anblick bieten, freut sich der Rathauschef. 

Das alte Wehr sei schon in die Jahres gekommen und wäre wohl in einigen Jahren zum Sanierungsfall geworden. Das 100 000 Euro teure Projekt wird zu 90 Prozent vom Land finanziert.

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