Vor 500 Jahren aufgestellt

Spannende Geschichten über Warolder Franziskus-Altar

Vorfreude aufs Jubiläum in Nieder-Waroldern: Dort steht der 1519 geschaffene Franziskus-Altar. Auf dem Bild von links: Ilse Thiele, Pfarrer Michael Böttcher, Angelika Krouhs und Michaela Biermann vom Kirchenvorstand. Das Bild entstand in Korbach, wo der Altar gefertigt und 1518 der Marienaltar in der Nikolaikirche vollendet wurde. Foto: Dr. Karl Schilling

Nieder--Waroldern – Eine spannende Zeitreise steht im Rahmen der 500-Jahr-Feier an, bei der die Aufstellung des Franziskus-Altars in der Kirche zu Nieder-Waroldern gefeiert wird.

So verschlungen und mysteriös die Wege des Ordensgründers Franziskus sind, so geheimnisumwoben ist der Weg des Jahrhunderte später entstandenen Altars von Korbach nach Nieder-Waroldern.

Licht ins Dunkel

Licht in die Geschichte bringen die Festvorträge: Bereits am Sonntag, 10. März, wird der Korbacher Dr. Peter Witzel über die „offizielle“ Beschreibung des Lebens von Franz von Assisi durch Bonnaventura sprechen. Beginn ist wie bei den anderen Vorträgen in der Kirche um 19.30 Uhr.

Am 23. März wird Kunstreferent Dr. Götz Pfeiffer vom Landeskirchenamt darüber berichten, wie das Kunstwerk nach Nieder-Waroldern kam und was die Familie von Zertzen damit zu tun hat.

Spirituelle Erfahrung

Über den Umgang mit religiösen Bildern im Wandel der Zeiten spricht am 7. April PD Dr. Esther Meier. Zu einer spirituellen Bildbetrachtung lädt am 18. Mai Propst Helmut Wöllenstein ein.

Dr. Witzel schreibt zu seinen Ausführungen beim anstehenden Vortrag am 10. März: Nur ein Jahr nach der Einweihung des Marienaltars in der Nikolaikirche zu Korbach wurde 1519 der Altar mit der Franziskuslegende in der Klosterkirche der Korbacher Franziskaner errichtet, der später auf immer noch ungeklärte Weise in die Dorfkirche von Nieder-Waroldern gelangte.

Dafür war das Bild gedacht

Mit der Darstellung der Kreuzabnahme auf der Mitteltafel war er ein Meditations- und Andachtsbild für die Mitbrüder des Korbacher Franziskanermalers. Zusammen mit den sechs Bildern der Seitenflügel hat der Maler in zahlreichen Miniaturen die Lebensgeschichte des Ordensgründers erzählt.

Bereits zwei Jahre nach dem Tode des Franziskus (1181 - 1226) wurde von einem Zeitgenossen und Augenzeugen, Thomas von Celano (1190 - 1260), die erste Biografie geschrieben.

Geschönte Biographie

Nach der Heiligsprechung des hochverehrten Vorbilds 1230 durch Papst Gregor IX. folgten noch zahlreiche Lebensbeschreibungen, Geschichten und Erzählungen, die den Heiligen in zum Teil schwärmerisch überhöhten Darstellungen verehrten.

Das führte dazu, dass 1266 der damalige Generalminister des inzwischen stattlichen Franziskanerordens, Bonnaventura (1221 - 1274), verfügte, dass alle bisherigen Biografien und Erzählungen verboten und durch eine „offizielle Legende“, verfasst 1262 von Bonnaventura selbst, ersetzt wurden. Diese Biografie war konstruiert, geschönt und ebenfalls fantasievoll ergänzt.

Bischof beim Festgottesdienst

Welche Geschichte hat 300 Jahre später der Franziskanermaler erzählt ? Was ist authentisch, was Legende? Und vor allem, welche inzwischen populären Erzählungen hat er weggelassen?

Ein Höhepunkt der Jubiläumsfeier ist der Festgottesdienst, der am Palmsonntag, 14. April, um 10.30 Uhr gefeiert wird. Die Predigt wird Bischof Dr. Martin Hein halten. Im Anschluss findet ein Empfang im Gemeinschaftshaus statt.   red

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare