Bilanz der Dorfentwicklung

Twistetaler Grunddörfer belegen einen Spitzenplatz im Landkreis

Ziel der Rundfahrt zum Abschluss der Dorfentwicklung in den Grunddörfern von Twistetal war Elleringhausen. Die Vertreter des Arbeitskreises und der Gemeindegremien stehen am Beginn des Weges hinauf zum Friedhof. Der Zugang an der Straße soll noch ein schmiedeeisernes Tor bekommen.
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Ziel der Rundfahrt zum Abschluss der Dorfentwicklung in den Grunddörfern von Twistetal war Elleringhausen. Die Vertreter des Arbeitskreises und der Gemeindegremien stehen am Beginn des Weges hinauf zum Friedhof. Der Zugang an der Straße soll noch ein schmiedeeisernes Tor bekommen.

Die Twistetaler Grunddörfer belegen bei der Dorfentwicklung mit 11,7 Millionen Euro für 174 private Projekte einen Spitzenplatz im Landkreis.

Twistetal – Die Ergebnisse der Dorfentwicklung in den Twistetaler Grunddörfern erfuhren buchstäblich Mitglieder der Gemeindegremien bei einer Radtour zum Abschluss des zehn Jahre dauernden Programms zur Stärkung der Ortsteile Elleringhausen, Nieder- und Ober-Waroldern.

Das Resümee fiel positiv aus: 16 öffentliche Projekte mit einem Investitionsvolumen von 757 000 Euro (förderfähige Kosten) und Zuschüssen von 563 000 Euro sind verwirklicht worden.

Erstaunliche Werte

Und nach der Berechnung der beim Landkreis für die Dorfentwicklung zuständigen Sigrid Göbel wurde in den drei Dörfern bei den privaten Maßnahmen kreisweit ein Spitzenwert erreicht, gemessen an den Einwohnerzahlen: 174 Projekte wurden in drei Dörfern mit einer gesamten Investitionssumme von 11,7 Millionen Euro realisiert.

In Elleringhausen (159 Einwohner) wurden 40 private Maßnahmen der Dorfentwicklung verwirklicht. Investitionen von 2,9 Millionen Euro wurden mit 707 300 Euro an Zuschüssen gefördert. Dazu werden vorher die förderfähigen Kosten ermittelt, die etwas niedriger als die gesamten Ausgaben liegen.

Vor dem Beginn der Dorfentwicklung in Elleringhausen 2011.

In Nieder-Waroldern (303) wurden rund zwei Millionen Euro ausgegeben und flossen 547 000 Euro Zuschüsse für insgesamt 49 Maßnahmen. In Ober-Waroldern wurden sogar 6,8 Millionen für 85 private Projekte investiert. Dort flossen etwa 1,3 Millionen Euro an Zuschüssen. Die hohe Investitionssumme ergibt sich durch die Aufnahme eines außen liegenden Gehöftes in das Fördergebiet.

Herausragendes Projekt

Herausragendes kommunales Vorhaben war der Abbruch des heruntergekommenen „Schiefen Hofes“ in Ober-Waroldern 2018. Dadurch konnte ein kleines Baugebiet mit drei Grundstücken für Wohnhäuser geschaffen werden. Zwei sind bereits fertig, ein drittes Gebäude befindet sich nach Auskunft von Bürgermeister Stefan Dittmann noch in der Bauphase.

Aufblühender Ortskern: Nach dem Abbruch des Schiefen Hofes konnte ein kleines Baugebiet in der Ortsmitte von Ober-Waroldern im Rahmen der Dorfentwicklung entstehen.

Der Investitionsrahmen wurde zugunsten der inneren Entwicklung von Ober-Waroldern um 30 000 Euro überschritten.

Ende 2011 überreichte der damalige hessische Wirtschaftsminister Dieter Posch an den früheren Bürgermeister Günther Hartmann den Bescheid über die Aufnahme in die Dorfentwicklung. Inzwischen wurden die Laufzeit noch um ein Jahr verlängert und eine kommunale Förderung für Bauvorhaben junger Familien beschlossen. Allein durch die Verlängerung wurden 32 private Projekte in Angriff genommen.

Nächste Stufe für Twistetal

In Elleringhausen wurden unter starker Beteiligung der Bürger und des TSV das DGH zum „Haus des Sports“ und die Außenanlagen umgestaltet. Der Friedhof wurde neugestaltet, neben der Kirche eine nicht mehr benötigte Scheune abgebrochen, um einem neuen Wohnhaus Platz zu machen.

Weiteres Bauvorhaben

Am Ortsausgang wird noch ein baufälliges Haus abgebrochen und durch ein neues Wohngebäude ersetzt. In Nieder-Waroldern bekam das DGH als „Haus der Feste“ unter anderem ein neues Dach und einen Aufzug, wurde ein Mehr-Generationen-Spielfeld angelegt und das Umfeld um die Kirche neugestaltet.

Das DGH Ober-Waroldern wurde als „Haus der Musik“ mit einem neuen Probenbereich für den Musikverein mit Aktiven aus dem weiten Umkreis erneuert. Die Außenanlagen am DGH und der Kirche präsentieren sich auch neu.

Kirchen saniert

Parallel zur Dorferneuerung sind die Kirchen in Elleringhausen und Ober-Waroldern innen und außen saniert worden.

Bürgermeister Stefan Dittmann erinnerte daran, dass während der Dorferneuerung intensiv debattiert und mit Zahlen jongliert worden sei, um zum Ziel zu gelangen. Dabei hätten die heimischen Handwerker profitiert von dem Programm. Unter dem Motto „Aus gutem Grund gemeinsam stark“ seien die Grunddörfer näher zusammengewachsen.

Zusammenrücken

Der Bürgermeister appellierte an die Bürger, diesen Gemeinschaftsgeist weiter zu entwickeln. Mit der „Dorfmoderation“ solle 2022 in Twistetal „die nächste Stufe gezündet werden“, sagte Dittmann. Denn dann würden sich die Orte der Großgemeinde um die gemeinsame Aufnahme in die Dorfentwicklung bewerben.

Der Arbeitskreis Dorferneuerung hat seine Beratungen 2009 in der Bewerbungsphase aufgenommen die Projekte in den drei Grunddörfern begleitet. Der Vorsitzende Tobias Rauscher hob die Zusammenarbeit mit Landkreis, Gemeinde und den Architekten Karl-Herrmann Emde und Bernd Wecker (Bioline) hervor und dankte seiner Vorgängerin Marie-Louise Häpe für ihr Engagement. Rauscher erklärte, dass die Dörfer noch mehr tun könnten, um zusammenzuwachsen.

Bilanz gezogen

Neben den im Frühjahr neugewählten Ortsvorstehern Katja Krummel (Elleringhausen), Sebastian Tent (Ober-Waroldern) und Falko Arend (Nieder-Waroldern) ließen es sich auch deren Vorgänger Albert Brand und Hartmuth Schiller sowie die Vorvorgängerin aus Ober-Waroldern, Rosemarie Tomalla, nicht nehmen, den Abschluss der Dorfentwicklung in der einzigen in den drei Dörfern verbliebenen Gaststätte „Zweite Heimat“ in Elleringhausen mitzufeiern. (Armin Haß)

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