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Stimmungsvolles Jubiläumsfest zum 90-jährigen Bestehen des Musikvereins Ober-Waroldern

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Gute Laune vor dem Auftritt. Der Musikverein Ober-Waroldern feierte das 90-jährige Bestehen in Verbindung mit der Zeltkirmes.
Gute Laune vor dem Auftritt. Der Musikverein Ober-Waroldern feierte das 90-jährige Bestehen in Verbindung mit der Zeltkirmes. © Barbara Liese

Musikverein Ober-Waroldern feiert 90 jähriges Bestehen zusammen mit Kirmesverein. Ehrenbrief für Reinhard Tent.

Twistetal-Oberwaroldern – „Fahrende Musikanten“, ,Der Schornsteinfeger aus Eger“, „Thank you for the music“, „Griechischer Wein“ und zum Ende natürlich das Waldecker Lied: Mit 31 Musiktiteln zeigte der Musikverein Ober-Waroldern zur Feier des 90-jährigen Bestehens sein vielseitiges und buntes Repertoire.

Unterhaltung angesagt

„Wir wollen heute kein Konzert im klassischen Sinne spielen“, sagte Vorsitzender und Dirigent Christoph Weishaupt In dieser, in vielen Bereichen schwierigen Zeit und zu unserem ersten Konzert nach Corona wollten die Musiker das Jubiläum in lockerer Atmosphäre mit Unterhaltungsmusik für einen stimmungsvollen Abend feiern „und Ihnen allen einen unbeschwerten Abend schenken.“

Die Zusammenarbeit mit den Kirmesburschen- und Mädchen Ober-Waroldern machte es möglich, dass in dem geschmückten Zelt, nicht nur beschwingte Musik zu hören war. Es gab außerdem Leckeres vom Grill, gutes Bier und für die kleinen Besucher eine Schnuckebude im Hof.

Lebenswerter Ort

Der Musikverein wolle dazu beitragen, die Gemeinsamkeit im Ort stärken. „Es soll ein lebenswerter Ort sein. Musik kann glücklich stimmen, beruhigen, entspannen und Erinnerungen wachrufen“, so Weishaupt - mit Herz und Seele Musiker und Vereinsvorsitzender.

Stolz ist er vor allem auf die Jugendarbeit des Vereins. 20 Kinder und Jugendliche ab vier Jahren werden im Früherziehungsprogramm Musikus, später im Blockflötenunterricht gefördert und dann an die Instrumente herangeführt. Wie erfolgreich dieses Programm ist, zeigte die zehnjährige Zoe Genuit. Sie feierte am Jubiläumsabend nach erst zwei Jahren Unterricht im Verein ihre gelungene Konzertpremiere. „Ich war schon aufgeregt“, gab sie zu, „ber mit Selina habe ich geübt und gelernt, und dann hat’s geklappt.“ Das ist ein Beispiel dafür, warum Selina Pohlmann für ihr Engagement in der Jugendarbeit und die zehnjährige Mitgliedschaft im Rahmen des musikalischen Abends geehrt wurde.

Kirmesverein 75 Jahre

An die erste Kirmes vor 75 Jahren und die folgende Entwicklung erinnerten die Kirmesburschen und -mädchen in Verbiindung mit dem Musikverein in der Zeltkirmes, der nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause wieder stattfand. 1947 machten sich drei Männer auf den Weg nach Wettesingen, um dort das erste Kirmeszelt mit einem Traktorgespann abzuholen.

Einige Jahre später bestand der Verein lediglich aus fünf Burschen, die die Kirmes ausrichten wollten, so fand die vorerst letzte Kirmes 1969 mithilfe statt. 1976 gab es dann keine Kirmesburschen mehr, so richtete der Musikverein eine Scheunenkirmes vor den Toren von Ober-Waroldern aus.

Zusammen mit dem Musikverein

1981 ließ eine Gruppe von jungen Leuten die alte Tradition der Zeltkirmes wieder aufleben und fand als Veranstaltungsort den heutigen Platz zwischen Dorfgemeinschaftshaus und Feuerwehrhaus. Ab 2004 gab es eine kurze Pause, doch dann lebte die Kirmes wieder auf. Beim Jubiläum, das der Kirmesverein zusammen mit dem neunzigjährigen Musikverein im Zelt feierte, spielte die Band „Night Live“ auf.

Beim Jubiläumsfest des Musikvereins Ober-Waroldern wurde Reinhard Tent mit derÜberreichung des Ehrenbriefes des Landes Hessen überrascht. Seit 1978 ist er aktives Mitglied im Musikverein. In diesem 44 Jahren war er unter anderem Jugendwart, Kassierer und Vorsitzender von 2004 bis 2016.

Ehrung beim Fest

Im Hessischen Musikverband setzte er sich als Kreisvorsitzender für die musikalische Seite der Region ein. Auf der langen Liste seiner Ehrenämter steht bis heute auch die Mitgliedschaft im Kirchenvorstand Ober-Waroldern und seit 40 Jahren der Küsterdienst in der Gemeinde. Der Erste Beigeordnete der Gemeinde Twistetal, Rolf Ledebuhr, übergab unter großem Beifall die Urkunde an Tent, der sichtlich gerührt die Ehrung entgegennahm.

In seinen Dankesworten betonte er, dass ein Ehrenamt nur dann möglich sei, wenn die ganze Familie es mittrage. Ein Ehrenbrief sei gleichzeitig ein Ansporn für die jüngere Generation, ihr Umfeld positiv mitzugestalten.

Das leisten Mitglieder

Alina Müller und Bruno Mecke konnten ihre Urkunde für zehnjährige aktive Mitgliedschaft und ihren Einsatz im Verein nicht persönlich entgegennehmen.

„Unsere aktiven Mitglieder sind wirklich aktiv“, erklärt Vorsitzender Christoph Weishaupt Nur so sei es möglich, auch Erwachsenen die Möglichkeit zu geben, noch spät ein Instrument spielen zu lernen: „Wir stellen zum Einstieg ein Instrument zur Verfügung, fünf Erwachsene nehmen dies Angebot im Augenblick an. Sie sind der beste Beweis, dass es nie zu spät ist.“ (Barbara Liese)

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