Alter Stollen für Fledermäuse, neue Erkundung nach Erzen 

Das suchen Bergbaufachleute südlich von Twiste 

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So sehen alte Kupferbergbaustollen in Twiste aus. Unser Bild zeigt den Nabu-Fachmann Frank Seumer in dem für Fledermäuse eingerichteten Gang im Kupferberg bei Twiste.

Twistetal-Twiste. Während im alten Kupferbergwerk Twiste ein für Fledermäuse vorgesehener Stollenbereich vergittert wurde, wird in der südlichen Twister Gemarkung bald wieder nach Kupfererz gesucht.

 Neues Spiel, neues Glück? Das alte Bergwerksfeld lässt die Twiste Copper GmbH aus LennestadtAnfang August auf Kupfervorkommen prüfen. Für die einwöchige Exploration reisen Geophysiker aus Süddeutschland an. Grund ist der steigende Bedarf für den Ausbau der Elektromobilität.

Wer sucht nach Erz?

Betroffen ist der südliche Gemarkungsteil, wo bei Bohrungen 1941 in 260 Metern Tiefe Kupferschiefer angetroffen, aber kein Abbau begonnen wurde. Auf das Glück setzen die Prospektoren jedoch nicht, sondern auf gründliche Untersuchungen mit moderner Technik.

Und bevor überhaupt eine Bohrung niedergebracht oder gar Stollen angelegt würden, müsste Kupfererz „in erheblichen Mengen“ nachgewiesen werden und vergingen noch ein paar Jahre mit intensiven Untersuchungen, erklärt Dr. Michael Neumann, Chefgeologe der Sachtleben Bergbau Verwaltungs-GmbH (SBV) in Lennestadt. Die SBV betreut und leitet als Bergbaubetriebsführungsgesellschaft im GEA-Konzern die Arbeiten.

So läuft die Suche ab

Bei den Untersuchungsarbeiten werden geoelektrische und elektromagnetische Verfahren eingesetzt, bei denen nicht in den Untergrund eingegriffen wird.

Dazu werden Kabel und Messsonden an zwei bis drei etwa eineinhalb Kilometer langen Messlinien südlich von Twiste ausgelegt und mobile Sende- und Empfangsstationen vor Ort auf Fahrzeugen oder im Gelände betrieben. Die Messungen werden durch die Firma terratec Geophysical Services aus Heitersheim ausgeführt.

Wer ist Eigentümer?

Die SBV hat dazu alle gut 30 Eigentümer und Pächter angeschrieben und bisher auch keine ablehnenden Reaktionen bekommen, wie dazu Dr. Neumann gegenüber der WLZ erklärte. Geplant ist ein einwöchiger Einsatz des beauftragten Unternehmens.

Die Düsseldorfer GEA Group hält über das Tochterunternehmen Twiste Copper das Eigentum am Bergwerksfeld in Twiste. Gemeint ist alles, was unter der Oberfläche liegt, während über Tage unterschiedliche Eigentümer über Grund und Boden verfügen, neben Privatleuten vor allem die Gemeinde Twistetal und die Waldeckische Domanialverwaltung.

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