Keine Spaßveranstaltung, sondern Pflichtprogramm 

Bedarfs- und Entwicklungsplan der Twistetaler Feuerwehren: Lange Liste abzuarbeiten

Feuerwehrhaus von Ober-Waroldern. Foto: Elmar Schulten
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Das Feuerwehrhaus von Ober-Waroldern hat wie viele andere auch angestauten Sanierungsbedarf.

Auf rund 50 Seiten haben die Gemeindebrandinspektoren die Fortschreibung des Bedarfs- und Entwicklungsplans der Twistetaler Feuerwehren geschrieben.

Der Plan gibt einen genauen Überblick über den Zustand aller Feuerwehrhäuser und Fahrzeuge zu über den den Ausbildungsstand der Mannschaften. Gleichzeitig werden Mängel aufgezeigt und ein Zeitplan für Verbesserungen aufgestellt. 

Daraus geht hervor, dass einige Feuerwehrhäuser aus den 70er Jahren wie das in Ober-Waroldern in absehbarer Zeit modernisiert werden müssen. Außerdem ist die Anschaffung eines neuen Löschfahrzeugs LF10 für die Feuerwehr in Twiste nötig.

Angst vor den hohen Kosten

Die Liste der in den kommenden Jahren notwendigen Investitionen ist ziemlich lang und die Summe aller Beträge erstaunlich hoch. Deshalb meldete sich bei den Beratungen vor der Abstimmung über den Bedarfs- und Entwicklungsplan der SPD-Gemeindevertreter Günter Lindenborn zu Wort und meldete Bedenken an, den Plan zu beschließen: „Wenn wir das machen, können wir unsere Arbeit im Gemeindeparlament für die kommenden Jahre einstellen, weil sowieso schon alles Geld verplant ist.“ Deshalb wollte Lindenborn vor allem wissen, wie verbindlich der Plan sei.

Dazu stellte Marc Wäscher, gleichzeitig auch CDU-Gemeindevertreter, fest, dass es sich bei dem Plan nicht um eine Wunschliste der Feuerwehr handele. Das Feuerwehrwesen sei eine Pflichtaufgabe der Gemeinde und niemandes Hobby.

Soll- und Ist-Stand verglichen

Der Bedarfs- und entwicklungsplan der Twistetaler Feuerwehren sei von den beiden Gemeindebrandinspektoren und dem zuständigen Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung Stefan Wurst aufgestellt worden, weil der Plan bis Mitte Januar im Kreishaus vorlegen müsse. Alternativ hätte die Gemeinde auch einen teuren Sachverständigen beauftragen können. 

Feuerwehrhaus von Elleringhausen.

Wäscher: „Der hätte aber bestimmt noch mehr dringend nötiger Baumaßnahmen gefunden.“ Im Plan enthalten sind auch zwei 450-Euro-Stellen. Dazu Wäscher: Es gibt unglaublich viele Arbeiten, die zwischendurch zu erledigen sind. Dazu gehören Ver- und Entsorgungsfahrten, die bisher noch von ehrenamtlich ausgeführt werden.“ 

Wichtig für die Beantragung von Zuschüssen

Es werde aber immer schwieriger, Ehrenamtliche für solche zusätzlichen Arbeiten zur regulären Arbeitszeit zu gewinnen. Irgendwann müssten wahrscheinlich 450-Euro-Kräfte bezahlt werden. Deshalb seien sie jetzt auch erstmals im Plan erwähnt. 

Tatsache sei, dass die im Bedarfs- und Entwicklungsplan aufgelisteten Maßnahmen nicht alle gleichzeitig umgesetzt werden müssten. Es müsse aber erkennbar sein, wo die Reise hingehen solle. 

Der Kreisbrandinspektor habe ihm gegenüber erklärt, der ernsthafte Wille zur Mängelbeseitigung müsse erkennbar sein, so Gemeindebrandinspektor Rösner.

Feuerwehrhaus von Nieder-Waroldern.

 Tatsache sei auch, dass Zuschüsse nur für diejenigen Maßnahmen beantragt werden könnten, die im Plan verzeichnet seien. Als Beispiel nannte Wäscher das neue Löschfahrzeug LF 10 als Ersatz für ein fast 30 Jahre altes Fahrzeug, das in Twiste stationiert sei: „Wir stehen aktuell auf Platz sechs der Prioritätenliste. Wenn der Plan nicht rechtzeitig vorgelegt wird, könnten wir von der Prioritätenliste gestrichen werden.“ 

Dank und Anerkennung für ehrenamtlichen Einsatz

Der SPD-Gemeindevertreter Günter Lindenborn beeilte sich daraufhin festzustellen, dass er ja auch seit vielen Jahren Mitglied der Feuerwehr sei. 

Ihm komme es nur darauf an festzustellen, dass nicht alle Baumaßnahmen und Neuanschaffungen gleichzeitig erfolgen könnten. Er habe die Sorge gehabt, dass der Bedarfs- und Entwicklungsplan gleichbedeutend mit der der Verpflichtung zur sofortigen sei. So wurde der Plan anschließend einstimmig beschlossen. 

Grünen-Gemeindevertreterin Ilka Deutschendorf stellte abschließend an die beiden Gemeindebrandinspektoren fest: „Danke für eure Arbeit beim Brandschutz und bei der Jugendarbeit. 

Ihr müsst nicht in einer bittenden Position stehen. Ihr erledigt für die Gemeinde eine wertvolle Pflichtaufgabe. dafür sind wir euch dankbar."

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