Bieten Insekten Nahrung

Mehr Blumenwiesen in den Dörfern des Twistetals gegen das Insektensterben

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Blühstreifen, angelegt von einem Landwirt am Rande seines Ackers zwischen Braunsen und Twiste.  

Das Gemeindeparlament hat die Erfassung von gemeindeeigenen Flächen in den Dörfern beschlossen, um darauf Blumenwiesen anzupflanzen, die Insekten Nahrung bieten können.

Die Grünen-Gemeindevertreterin Ilka-Deutschen Dorf verwies auf das seit Jahren zu beobachtende Artensterben. Die Gemeinde sei gut beraten, ihren kleinen Beitrag dagegen zu leisten.

„Mit diesem Antrag laufen sie bei uns offene Türen ein“, versicherte der SPD-Gemeindevertreter Armin Emde und schlug vor, das Projekt nicht auf die lange Bank zu schieben, sondern die Ortsvorsteher umgehend damit zu beauftragen, jeweils drei geeignete Flächen zu benennen, damit der Bauhof noch im Frühjahr mit der Bepflanzung loslegen könne.

Gemeindeverwaltung soll Vorauswahl vorlegen

Doch mit so viel Tatendrang stieß der SPD-Sprecher nicht nur auf den Widerspruch des CDU-Ortsvorstehers von Berndorf, Manfred Emde, sondern auch vom SPD-Ortsvorsteher von Twiste, Patrick Paul: „Wir Ortsvorsteher wüssten gar nicht, welche Flächen der Gemeinde und welche Privatleuten gehören.“ Deshalb sei es sinnvoller, die Gemeindeverwaltung lege eine Vorauswahl aus dem Kataster vor.

Nicht immer gleich mit dem Rasenmäher anrücken

Der FWG-Ortsvorsteher von Nieder-Waroldern, Hartmuth Schiller, gab zu bedenken, dass die Ortsvorsteher mit diesem gut gemeinten Antrag sehr schnell zwischen die Fronten geraten könnten, nämlich dann, wenn sich die Anwohner der Grünflächen, darüber beschwerten, dass die Flächen ihrer Meinung nach nicht mehr gepflegt würden.

Die meisten Anwohner erwarteten nämlich, dass die Wiesenflächen im Sommer regelmäßig gemäht werden. Auch andere Gründe sprächen dagegen, das Vorhaben übers Knie zu brechen. So sei es sinnvoller, Stauden im Herbst zu pflanzen. So lange habe das Vorhaben sicher Zeit, lautete der Rat des FDP-Gemeindevertreters Jörg Marpe.

Blühstreifenaktion mit CDU-Gemeindevertreter

Und der CDU-Gemeindevertreter Heiko Griesel berichtete, dass er sich im Frühjahr ganz unbürokratisch an der Blühstreifenaktion der Bauernverbands beteiligt habe: „Ich war mit zwei Schulklasse auf dem Feld und wir haben Blumensamen ausgebracht. Dazu muss man nur ein bisschen Blumensamen beschaffen. Die Manpower ist vorhanden.“

Zustimmung auch von Hartmuth Schiller: „Das könnte man in jedem Dorf machen, wenn die Gemeinde den Blumensamen besorgt.“Am Ende wurde der Grünen-Antrag einstimmig beschlossen: Die Twistetaler Dörfer sollten demnächst mit viele schöne Blumenwiesen glänzen.

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