Scherben, Dreck und Müll

Twistetal: Unbekannte hinterlassen Partyreste an einer Schutzhütte

+
Viele Scherben von Glasflaschen liegen weit verteilt rund um die Schutzhütte auf dem Molkenberg in Berndorf.  

Zerbrochene Glasflaschen liegen weit verteilt über die gesamte Rasenfläche. Plastikbecher fliegen umher, leere Zigarettenschachteln und anderer Müll sind in und vor der Hütte, unter Bänken und im Gebüsch zu sehen.

Zigarettenkippen zeugen von vielen Menschen, die sich hier aufgehalten haben. Dieser Anblick der Schutzhütte in Twistetal-Berndorf macht traurig und wütend. Mitglieder des Ortsbeirats und Heimat- und Kulturvereins sind wütend angesichts des Drecks, den hier Unbekannte hinterlassen haben. „Dreist und unverschämt“ sei das Ausmaß des Abfalls und der Scherben. Partys und Zusammenkünfte sind zurzeit verboten. „Doch warum kann man nicht wenigstens nach einer Feier aufräumen?“

Für die Gemeinde Twistetal und den Bauhof sind solche Vorkommnisse nichts Neues. „Das kommt leider immer mal wieder vor“, berichtet der Bürgermeister Stefan Dittmann. Das Phänomen, dass Müll an Schutzhütten nicht weggeräumt werde, habe es auch schon vor der Corona-Pandemie gegeben. Bauhof-Mitarbeiter würden dort einmal im Monat reinigen und immer wieder viel Müll finden.

Solche Schutzhütten liegen oft außerhalb des Ortes. Dort gibt es kein elektrisches Licht. „Deshalb kriegt das oft keiner mit, wenn Leute dort illegal feiern“, sagt Dittmann.

Die Anlagen sind zurzeit aufgrund der Kontaktverbote gesperrt, sagt Carsten Vahland, Leiter des Ordnungsamtes bei der Stadt Korbach. Auch in der Stadt und den Ortsteilen könne er „nicht ausschließen, dass abgelegene Schutzhütten trotzdem genutzt werden“. „Das sind bislang aber keine Corona-Partys, sondern eher einzelne kleine Treffen“, sagt er. Das Ordnungsamt kontrolliere immer wieder und weise die Menschen auf die Verbote von Zusammenkünften hin. „Meistens zeigen sich die Menschen sehr einsichtig.“

Leider gebe es immer wieder Leute, die auch sonst im Stadtgebiet zum Beispiel Getränkedosen und -flaschen liegen lassen.

Zurzeit dürfen die vielen Aktionen in den Dörfern für eine „Saubere Landschaft“ nicht durchgeführt werden. Stattdessen stellen sich nach der Erfahrung von Carsten Vahland aber viele einzelne engagierte Menschen bereit, um aufzuräumen, Bänke zu reparieren und zu streichen.

Nach Einschätzung der Polizei sind die Menschen in Waldeck-Frankenberg eher diszipliniert und befolgen die aktuellen Regeln gut. Exzessive Partys und Verschmutzungen finden laut dem Sprecher Jörg Dämmer „nicht übermäßig“ statt. Er räumt aber ein, dass auch die Polizei nicht alles mitbekomme. Vereinzelt habe es mal Hinweise aus der Bevölkerung gegeben, wenn beispielsweise eine Gartenparty gefeiert wurde. Die Polizei kontrolliere dann und löse solche Zusammenkünfte auf. Bislang hätten die Menschen darauf verständnisvoll reagiert.

Die Kontaktverbote gelten weiterhin. Die Polizei werde auch an den kommenden Wochenenden sowie am Mai-Feiertag verstärkt Streife fahren, so auch wieder am Edersee, Diemelsee und Twistesee.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare