Gemeindevertretung will stärkere Kontrolle in Ortslagen und erwägt „Doppelblitzer“

In Twistetal verstärkt blitzen

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Die Gemeinde Twistetal soll prüfen, ob die Tempomessanlagen in Twiste für das Blitzen in zwei Richtungen umgerüstet werden können. Foto: Armin Haß

Twistetal - Die Gemeinde Twistetal soll prüfen, ob in Twiste die stationären Blitzgeräte für Messungen in beide Richtungen umgerüstet werden können. Zudem wird eine verstärkte Tempomessung in den Ortsteilen gefordert.

Momentan stellt sich die Situation nach Auskunft von Bürgermeister Stefan Dittmann so dar: Die Messgeräte in Twiste hätten schon zu einem Sinken der Fallzahlen - sprich: Bußgeldbescheiden - geführt. Andererseits seien beim Einsatz von mobilen Messgeräten in den Ortsteilen, aber auch in Twiste viele Überschreitungen festgestellt worden. So seien am Samstag am Zollstock in Twiste 450 Überschreitungen gemessen worden.

Im Juli wurden in Elleringhausen nach einer Übersicht der Gemeinde an einem Tag 452 Überschreitungen ermittelt: „Das Ergebnis spricht eine deutliche Sprache“, sagte Otto Paul, der für die SPD-Fraktion den Antrag auf eine verstärkte Tempomessung durch stationäre wie mobile Messgeräte begründete. Gerade während der Bauarbeiten in Freienhagen werden die Grunddörfer und Twiste stärker durchfahren.

Der Einsatz der mobilen Anlage auf den außerörtlichen Abschnitten der Bundesstraße 252 sei jedoch auch wichtig bei den Bemühungen um mehr Verkehrssicherheit, sagte Dittmann. So seien im Felsenkeller zwischen Berndorf und Korbach im Mai 516 Überschreitungen an einem Tag festgestellt worden. Im Juli waren es 402 Verstöße gegen das Tempolimit.

Einig war sich die Gemeindevertretung, beim Ordnungsbehördenbezirk Bad Arolsen den verstärkten Einsatz der mobilen Messgeräte in den Ortslagen zu fordern. Außerdem soll an der Einmündung auf die Bundesstraße am Mühlhäuser Hammer stärker kontrolliert werden.

Bei der Formulierung des SPD-Antrags für „Doppelblitzer“ in Twiste traten CDU und Grüne hingegen mit ihrer Mehrheit auf die Bremse. Ihnen erscheint es übereilt, bereits die Installation von in zwei Richtungen messenden stationären Anlagen zu fordern und wollen dies zunächst nur prüfen lassen. „Wir sind auch für Verkehrssicherheit, das sollte aber möglichst kostenneutral erreicht werden“, sagte Christoph Dietzel (CDU). Die Gemeindevertretung dürfe „keinen Blankoscheck“ ausstellen, sagte Reinhard Deutschendorf (Bündnis 90/Die Grünen).

„Für uns spielt Geld keine Rolle, wenn es um die Sicherheit der Bürger geht“, unterstrich Otto Paul. Die Gemeinde werde die etwaigen Mehrkosten tragen können. Es falle auf, dass die Autofahrer bis zur Messstelle vorschriftsmäßig führen, danach aber aufs Gaspedal träten. Daher schlage die SPD vor, nach den Vorbildern in Korbacher Ortsteilen auch in Twistetal Doppelblitzanlagen aufzustellen.

Technisch sei dies machbar, sagte Bürgermeister Stefan Dittmann. Es sei jedoch fraglich, ob der Dienstleister das möchte, dem die Anlagen gehören. Das Unternehmen wolle nur Anlagen, die sich auch lohnten.

Von Armin Haß

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