Kontroverse in der Gemeindevertretung

Twistetaler ziehen rote Linie bei  Grenzlandtrail Waldeck-Frankenberg

+
Twistetal beteiligt sich am Grenzlandtrail, aber nur unter geänderten Bedingungen.

Twistetal – Nach intensiver Diskussion hat die Gemeindevertretung Twistetal eine Beteiligung am Grenzlandtrail mit 650 Kilometern Strecke für Mountainbiker um den Landkreis beschlossen.

Auf Antrag der SPD wurden die Bedingungen für einen Ausstieg aus dem Zweckverband klarer gefasst und in der Satzung ein fester Kreisanteil von 45 Prozent vorgeschlagen. Geplant ist eine Trasse zwischen Korbach und Bad Arolsen mit schmaleren Pfaden, die durchs Gelände führen sollen. 

Mehrheit für Beteiligung

Das seien die Highlights, sagte Bürgermeister Stefan Dittmann. Während der Gemeindevorstand einen Beitritt vorerst nicht empfiehlt und eine spätere Beteiligung in Aussicht stellte, votierten 17 Gemeindevertreter für die Beteiligung, zwei dagegen, und einer enthielt sich. Die Gemeinde stellt bis 2022 rund 38 000 Euro bereit - mit der Option eines Ausstiegs.

Christoph Dietzel (CDU) bezeichnete den Trail als Chance für Twistetal, befürwortet aber auch die Wünsche zur Satzungsänderung. Das Angebot richte sich auch an Einheimische. Schließlich ergänze der Trail sich mit dem bereits gebauten Radweg entlang der B 252 nach Berndorf, so Heiko Griesel (CDU).

Nur unter Bedingungen

Kritische Stimmen kamen aus der SPD-Fraktion. Ohne Änderungen der Satzung gäbe es Unwägbarkeiten und Ungerechtigkeiten, sagte Sprecher Ralph Backhaus.

Patrick Paul (SPD) lehnte das Projekt wegen der finanziellen Belastungen der Gemeinde ab. Allein die Betriebskosten bei dem 14,72 Millionen Euro teuren Vorhaben beliefen sich auf 1,45 Millionen. Fraktionskollege Rolf Rauschkolb kritisierte, dass die Kreisstraße am Berggrund marode sei, und nun ein ganz anderes Vorhaben finanziert werden solle.

Grüne: Offene Fragen

Reinhard Deutschendorf (B 90/Die Grünen) lehnt die Beteiligung ab: Twistetal habe nicht die finanzielle Power, „jetzt wird mit mageren Zahlen gearbeitet.“ Offen bleibe, wie Rettung im Notfall organisiert werde oder Natur- und Waldschutz in Einklang mit dem Mountainbike-Pfad gebracht würden.   

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare