Umweltschutz, Bürgernähe, gesunder Gärtnerverstand und Bürokratie im Widerstreit

Wenn die Hecke zum Müll wird

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Der gemeinsame Schredderplatz der Städte Bad Arolsen und Twistetal an der Kläranlage Twiste soll künftig kürzer geöffnet sein und von einem Kontrolleur bewacht werden. Dabei hat es bisher keine wilden Ablagerungen dort gegeben. 

Twistetal/Bad Arolsen. Der gemeinsame Schredderplatz von Twistetal und Bad Arolsen auf dem Gelände der Kläranlage Twiste ist ein Stück Bürgerservice, der zugleich dem Umweltschutz dient. Was Gartenbesitzer hier legal entsorgen können, landet nicht irgendwo unkontrolliert am Waldrand.

Dennoch ist der Schredderplatz immer wieder Streitpunkt in Gesprächen zwischen den beteiligten Kommunen und dem Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Landkreises. Hintergrund sind neue Anforderungen des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft, wie Bürgermeister Jürgen van der Horst bei der Sitzung des Bad Arolser Stadtparlamentes auf Anfrage des Stadtverordneten Jürgen Säuberlich erklärte.

 Bekanntlich dürfen auf dem Schredderplatz nur Baum- und Strauchschnitt abgelagert werden. Laub und Rasenschnitt haben dort nichts zu suchen. Strittig ist jedoch, wie viel Laub noch am Baum- und Strauchschnitt hängen darf. Auch der Abfall, der beim reinen Heckenschnitt anfalle, gehöre streng genommen nicht dorthin, präzisierte gestern Twistetals Bürgermeister Stefan Dittmann auf Anfrage der WLZ. Angenommen werden dürfe nur „verholztes Material ab einem Zentimeter Astdicke“. Das erreichen die einfachen Liguster- und Buchenhecken nicht. Wohin also mit diesem Heckenschnitt?

Wenn es nach dem Eigenbetrieb Abfallwirtschaft geht, muss Heckenschnitt über die Biotonne entsorgt werden. Im Zweifel sollen die Kommunen diesen Biomüll einsammeln und bei der Anlieferung auf der Deponie Flechtdorf abwiegen lassen. Es geht also letztlich nur ums Geld. So entsteht die Forderung, die Öffnungszeiten für den Schredderplatz zu reduzieren und vor Ort einen Kontrolleur zu installieren. Im Arolser Stadtparlament erklärte van der Horst, die beiden Kommunen bemühten sich um eine eigenständige Lösung. Die Sache sei aber kompliziert. Es bestehe ein Anschluss- und Benutzungszwang. Van der Horst: „Mal sehen, vielleicht organisieren wir das komplett neu.“

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