Dem Gericht liegen zwei unterschiedliche Protokolle vor

Waldeckische Jägerschaft:  Vorstandswahl wird vom Amtsgericht überprüft

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Der neue Vorstand der Waldeckischen Jägerschaft: von links Dieter Drebes, Anna-Maria Hausmann, Sönke Jäger, Vorsitzende Sandra Bergmann, Helmuth Heine, Andre Zukauf, Thomas Böhle, Frederik Kuhaupt, Bernd Wilhelmi, Alfons Schlüter.  

Twistetal. Die Waldeckische Jägerschaft kommt nicht zur Ruhe. Die jüngste Vorstandswahl wurde vor dem Eintrag ins Vereinsregister angefochten.

Nach der von manchen als „Palastrevolution“ empfundenen Jahreshauptversammlung und dem kompletten Rückzug des bisherigen Vorstands ist beim Registergericht des Amtsgerichts Korbach die Gültigkeit der Vorstandswahl bezweifelt worden. Der Eintrag des neuen Vorstands ins Vereinsregister wurde verweigert.

Konkret heißt es in dem Schreiben der für das Vereinsregister zuständigen Rechtspflegerin: „Es bestehen erhebliche Zweifel an der Ordnungsmäßigkeit der Wahl.“

Zwei Mitglieder hätten dem Gericht Mängel angezeigt. Außerdem lägen dem Gericht zwei unterschiedliche Protokolle vor. Die Rechtspflegerin schreibt: „Es ist aufgrund der Eingaben der Vereinsmitglieder zu vermuten, dass eine Blockwahl stattgefunden hat. Diese ist gemäß der Vereinssatzung nicht zulässig. Eine der Satzung entsprechende Neuwahl des Vorstands wäre somit erforderlich.“

Wie ist die Wahl abgelaufen?

Das sehen die Vorsitzende der Waldeckischen Jägerschaft und der von ihr vertreten Vorstand ganz anders: „Wir werden gegen diese Feststellung Beschwerde einlegen. Es hat keine Blockwahl gegeben.“

Das könnten die 150 Mitglieder, die bei der Jahreshauptversammlung Mitte März anwesend waren bestimmt auch bezeugen. Zuerst sei über die Neubesetzung des Vorsitzendenpostens in geheimer Wahl abgestimmt worden. Bei dieser Abstimmung habe sich die Mehrheit der anwesenden Mitglieder für sie entscheiden, so Sandra Bergmann.

Danach seien alle bis dahin bekannten Kandidaten für die weiteren Ämter befragt worden, ob sie für eine Wahl zur Verfügung stünden. Dabei hätten einige, vor allem die Mitglieder des bisherigen Vorstands, auf ihre Kandidatur verzichtet.

Über die verbliebenen Kandidaten sei dann einzeln, von Vorstandsposition zu Vorstandsposition abgestimmt worden.

Am Ende sei ein komplett neuer Vorstand zustande gekommen. Das habe wohl dem bisherigen Vorstand nicht gepasst, so Bergmann. Nur so könne sie sich erklären, dass ihre Wahl nun angefochten wurde.

Was waren die Beweggründe für die Anfechtung?

Schlechter Stil sei es auch gewesen, dass der nicht wiedergewählte Vorstand grußlos den Versammlungsraum verlassen habe.

Bergmann: „Ist doch komisch: 20 Jahre lange wurden die Vorstände der Waldeckischen Jägerschaft in Blockwahl gewählt. Jetzt haben wir es einmal richtig nach Satzung gemacht und dann wir die Rechtmäßigkeit der Wahl angefochten.“ 

Das habe sie auch in einer Stellungnahme für das Amtsgericht so dargelegt, so die Vorsitzende, die im Hauptberuf als Volljuristin ihre Brötchen verdient. Sie kommentiert das Schreiben des Vereinsregisters so: „Das Organ der Rechtspflege, das diese Entscheidung getroffen hat, verfügt offenbar nicht über die an dieser Stelle erforderlichen Rechtskenntnisse.“ 

Der rechtmäßig gewählt Vorstand werde daher gegen die Entscheidung Rechtsmittel einlegen und auf die Entscheidung des Gerichts hoffen.“ Im Übrigen habe der Eintrag ins Vereinsregister nur deklaratorischen Charakter, sodass der Vorstand handlungsfähig bleibe. 

Unnötiger Nebenkriegsschauplatz

In den vergangenen Wochen habe man schon sehr erfolgreich zusammengearbeitet und einiges auf den Weg gebracht. Unter anderem habe es schon sechs Neuanmeldungen für die Jägerausbildung gegeben und man sei mit vielen Institutionen ins Gespräch gekommen, was über Jahre nicht gelungen sei.

Bergmann: „Wir sind auf einem guten Weg und wollen uns durch solche Kleinigkeiten nicht von unserer Arbeit abbringen lassen. Das sind nur Nebenkriegsschauplätze.“

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