Betreuungsangebot und warme Mittagessen diskutiert

Wie entscheiden sich die Eltern der Berndorfer Grundschüler?

Soll es künftig auch Mittagessen geben? Unser Bild aus der Grundschule Berndorf entstand bei einem Frühstück, das Schüler zum Erlangen eines „Ernährungsführerscheines“ des aid-Infodienstes Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft anrichteten. Foto: Sandra Simshäuser

Twistetal-Berndorf - Am ersten Schultag nach der Weihnachtsferien am kommenden Montag bekommen Eltern und Kinder Umfragebogen ausgehändigt, um den Bedarf an warmen Mittagessen bis Ende Januar zu klären. Das ist das Ergebnis eines „Runden Tisches“ Ende 2018 zu diesem Thema.

Auf der Grundlage dieser Daten soll dann nach Auskunft von Schulelternbeirätin Jennifer Loch-Bracht zunächst der Bedarf an einer Betreuung und an einem Mittagessen ermittelt werden. Dieses Ergebnis solle dann dem Kreis als Schulträger und der Gemeinde mitgeteilt werden, um die Bereitstellung von Mitteln zu prüfen.

Das wird jetzt geboten

Gegenwärtig gibt es eine Betreuung ohne Mahlzeitenangebot von 11.30 bis 14.30 Uhr durch eine Betreuerin, für die die Eltern einen finanziellen Anteil leisten.

Für eine Ausgabe von Mittagessen müsste aus jetziger Sicht wegen der Aufsichtspflicht und Vorgaben, etwa zur Hygiene, ein anderer Raum in der Schule genutzt werden. Dafür käme die Küche, die schon für Koch-Arbeitsgemeinschaften genutzt wurde, in Frage.

Darum wird Bedarf ermittelt

Das wiederum würde eine weitere Betreuungskraft erfordern, die von den Eltern bezahlt werden müsste. Der Kreis würde die Kosten nicht übernehmen, wie Schulleiterin Sabine Ehringhausen-Osthöver berichtet.

Ob es ausreichend Bedarf an Mittagessen gebe, müsse noch geklärt werden. Und wie die organisiert werden könne, sei gegenwärtig offen, betont Jennifer Loch-Bracht. Deswegen sei die Bedarfsermittlung in diesem Monat wichtig.

Schon länger diskutiert

Seit 2014, seit dem Beginn des Betreuungsangebotes, wird über die Möglichkeit einer Mittagsessenausgabe diskutiert. Die Schulleiterin berichtete auf Anfrage der WLZ, dass der Bedarf bisher zu gering gewesen sei.

Für die Betreuung seien insgesamt gut 20 der derzeit über 80 Schülerinnen und Schüler angemeldet. Doch die Anzahl der täglich betreuten Kinder schwanke.

Woher kommt Kritik?

Unzufrieden mit dem Ergebnis des „Runden Tisches“, an dem unter anderem Schulleitung, Elternbeirat und Bürgermeister Stefan Dittmann und sie selbst teilnahmen, äußerte sich die Gemeindevertreterin und Mutter Ilka Deutschendorf, die ab Sommer ein Kind zur Grundschule Berndorf schicken wird.

 „Es ist unmöglich, dass die Eltern eine zweite Betreuungskraft bezahlen“, sagt sie. Da sei der Kreis als Schulträger gefordert. Zudem plädiert sie zusammen mit der Schülermutter Yvonne Pixa für ein verbindliches Ganztagsschulangebot, wie es auch die schwarz-grüne Koalition in Wiesbaden fördern würde. Dieses sei für das Profil der Verbundschule Twistetal mit dem Standort Twiste wünschenswert. 

Das wird noch gefordert

Schließlich würden in Mühlhausen, Berndorf und Twiste weitere Bauplätze für junge Familie entstehen. Ein Ganztagsangebot über die aktuelle Betreuung weit hinausragende Angebot in zwei von Land und Kreis zu fördernden Modulen würde bis 17.30 Uhr verlässliche Zeiten anbieten. 

Der Schulelternbeirat hatte jedoch bereits in seiner Sitzung im November einstimmig dafür ausgesprochen, das bestehende Angebot an der Grundschule Berndorf beizubehalten. Elternbeiratssprecherin Jennifer Loch-Bracht erklärte, dass die derzeitige Betreuung sehr gut sei. 

Das sagte der Elternbeirat

Ein Ganztagsangebot erfordere eine umfangreiche Umstrukturierung in Berndorf. Schulleiterin Sabine Ehringhausen-Osthöver betont , dass ein Ganztagsangebot an der der Schule auch personell ausreichend ausgestattet werden müsse. Um den regulären Unterricht sicherzustellen, sei die Anzahl der Lehrer jetzt schon knapp.

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