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Wilke-Abriss in Berndorf immer teurer: Inzwischen 6,8 Millionen Euro

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Von: Armin Haß

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Ortstermin in der ehemaligen Wurstfabrik Wilke im Dezember 2020 mit Gemeindevorstandsmitgliedern, Bürgermeister Stefan Dittmann und Baufachleuten der NH Projektstadt. Archivfoto: Elmar Schulten
Ortstermin in der ehemaligen Wurstfabrik Wilke im Dezember 2020 mit Gemeindevorstandsmitgliedern, Bürgermeister Stefan Dittmann und Baufachleuten der NH Projektstadt. Archivfoto: Elmar Schulten © Elmar Schulten

Auf 6,8 Millionen Euro beziffert die Abrissfirma Umtec in Bremen in ihrem Abrisskonzept die Kosten für Abbruch und Altlastenbeseitigung am Standort der ehemaligen Wurstfabrik Wilke mitten in Berndorf.

Twistetal – Fünf Millionen Euro hat die Firma HPC im März für den Abbruch und die Beseitigung veranschlagt - mit der Aussicht auf eine weitere Verteuerung. Die Machbarkeitsstudie der NH Projektstadt hat vor zwei Jahren eine Kostenschätzung von 2,5 Millionen Euro ohne genaue Prüfung der Immobilien genannt. Die war erst in einem folgenden Schritt vorgesehen und in Auftrag gegeben worden.

Thema in Ausschusssitzung

Die Ausschüsse befassen sich am Montag, 4. Juli, um 20 Uhr im Feuerwehrhaus Berndorf mit den weiteren Planungen: Der Gemeindevorstand schlägt nun vor, den Rückbau in zwei Bauabschnitten abzuwickeln: Bis Ende März 2023 soll vor allem die komplette Schadstoffsanierung erfolgen.

Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Vergabe des Zuschusses des Landes aus EU-Mitteln (Efre-Programm) befristet. Das Wirtschaftsministerium hat den Zuschuss von 1,5 Millionen mit der Auflage bewilligt, erst die detaillierte Abrechnung vorzulegen.

Finanzierung unklar

In einem zweiten Abschnitt würde der weitere Rückbau erledigt. Wie das nunmehr Stukenhof-Projekt benannte Vorhaben finanziert werden soll, ist noch völlig offen, wie dazu auf Anfrage der WLZ Bürgermeister Stefan Dittmann erklärte.

Die Befürchtungen, wonach sich das Projekt auf dem 3,5 Hektar großen Areal erheblich verteuern werde, seien zunächst nicht von allen geteilt worden, sie seien nun aber eingetreten.

Land und Landkreis gefragt

Und bei den Abbrucharbeiten und der Aufbereitung des Bauschutts könnten sich ebenso wie bei der erst vor kurzem vorgenommenen Untersuchung durch Umtec für das aktuell vorliegende Abbruch-Konzept weitere Verteuerungen ergeben, machte der Rathauschef deutlich.

Bund, Land und Landkreis seien gefordert, so Dittmann, ein „Bekenntnis“ zur Unterstützung der Gemeinde abzugeben, die alleine mit den Kosten überfordert sei. Schließlich dürften weitere wichtige Investitionen für Kindergärten und Feuerwehren nicht ins Hintertreffen geraten.

Gemeinde überfordert

Die Gemeinde sehe die städtebauliche Notwendigkeit eines Rückbaus, nur sei sie alleine damit überfordert, betonte Dittmann. Eine Refinanzierung durch den Verkauf von Bauland oder Liegenschaften sei schwer zu realisieren. Vom Land seien weitere Efre-Mittel aus Restmitteln in sechsstelliger Höhe in Aussicht gestellt worden. Doch das reicht nicht, um den Rückbau zu finanzieren.

Dittmann bedauert, dass das Land 2020 die Aufnahme in das Programm Baulandoffensive abgelehnt habe, aus dem 75 Prozent Zuschüsse zu erwarten wären. Hier seien noch einmal Prüfungen von Zuschussmöglichkeiten notwendig. Derweil verteuere sich das Vorhaben, immer mehr komme zum Vorschein. So habe Umtec für sein Rückbau-Konzept beispielsweise mehr Asbest gefunden.

Zahlen immer genauer - und höher

Dabei hätten sich die Planer für die Machbarkeitsstudie der NH Projektstadt, für die Bestandsaufnahme von HPC oder nun das Abbruchkonzept von Umtec nicht verrechnet, die Prüfungen seien auftragsgemäß genauer geworden, unterstrich der Bürgermeister. (Armin Haß )

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