Machbarkeitsstudie: Nutzung für Wohnraum ist finanzierbar

Wilke-Gelände birgt große Chancen für Dorfentwicklung in Berndorf

Eingangstor zum Gelände der ehemaligen Wurstfabrik Wilke in Berndorf.
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Großes Entwicklungspotenzial: Eingangstor zum rund 30.000 Quadratmeter großen Gelände der ehemaligen Wurstfabrik Wilke in Berndorf.

Der Ankauf des Wilke-Geländes Ende vergangenen Jahres durch die Gemeinde Twistetal war wichtig und richtig, um eine geordnete Entwicklung der knapp 30.000 Quadratmeter großen Fläche mitten im Dorfkern zu ermöglichen: So lautete eines der Ergebnisse der mit Spannung erwarteten Machbarkeitsstudie zur Entwicklung des brachliegenden Wilke-Geländes in Berndorf.

Twistetal - Das Gutachten wurde am Montagabend bei einer öffentlichen Sitzung des Gemeindeparlament vorgestellt.

Das Interesse war riesengroß: Rund 100 Zuschauer registrierten sich beim Eingang in die Berndorfer Sporthalle und verfolgten mit FFP-2-Masken und auf weit voneinander aufstellten Stühlen sitzend den Vortrag der beiden Stadtplaner der NH Projektstadt GmbH aus Kassel.

Großes öffentliches Interesse bei der Gemeindevertretersitzung in der Sporthalle von Berndorf. Hier wurde die Machbarkeitsstudie zur Umgestaltung der Industriebrache auf dem ehemaligen Wilke-Gelände vorgestellt.

Ihr Fazit: Auf dem riesigen Grundstück lassen sich mithilfe der in Aussicht gestellten Fördermittel aus dem europäischen EFRE-Fonds moderne Gewerbeflächen, Einfamilienhäuser und barrierefreie Wohnungen für die älter werdende Bevölkerung schaffen.

Auf den richtigen Mix kommt es an

Die Bestandsaufnahme habe ergeben, dass Berndorf eine Reihe von Pluspunkten mitbringe, die die Entwicklung des Wilke-Geländes für Investoren wirtschaftlich erscheinen lasse. Dazu gehöre auch die Nähe zu Korbach, wo bezahlbarer Wohnraum knapp werde.

Die beiden von der NH Projektstadt durchgerechneten Varianten für die künftige Bebauung des ehemaligen Wilke-Geländes gehen von einem Mix aus Gewerbeimmobilien, Ein- und Mehrfamilienhäusern, sowie barrierefreien Wohnungen aus. Dafür müssten Investoren rund 60 Millionen Euro einsetzen. Dieses Geld lasse sich durch Verkauf und Vermietung wieder erwirtschaften. Dabei helfe ein Mietniveau von knapp zehn Euro pro Quadratmeter Neubauwohnung, so die Planer. 

Eigenanteil der Gemeinde rentiert sich über Gewerbeansiedlungen

Zunächst aber müsse die Industriebrache abgerissen und für eine neue Bebauung werden. Die Planer rechnen mit reinen Rückbaukosten von 3,3 Millionen Euro. Für die Neuerschließung werden rund 740.000 Euro fällig, deutlich weniger als bei einer Fläche auf der grünen Wiese, weil Kanalleitungen schon vorhanden seien.

Mitarbeiter der NH Projektstadt GmbH stellten in einer gut besuchten Gemeindevertretersitzung in der Sporthalle von Berndorf ihre Machbarkeitsstudie zur Umgestaltung der Industriebrache auf dem ehemaligen Wilke-Gelände vor. Von links Dominikus Stein, Bürgermeister Stefan Dittmann, der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Rolf Jäger, und Ulrich Türk.

Nach Abzug aller zu erwartenden Zuschüsse und nach dem Verkauf aller baureifen Grundstücke erwarten die Planer einen von der Gemeinde zu tragenden Eigenanteil für die städtebauliche Entwicklung des Wilke-Geländes von knapp einer Million Euro.

Dieses Geld sei aber gut angelegt, so Ulrich Türk von der NH Projektstadt, weil die Gemeinde mit einem Plus von 230 bis 285 neuen Arbeitsplätzen und 120 bis 150 neuen Einwohnern rechnen könne. Dieses Plus mache in der langfristigen Rechnung die Investition der Gemeinde sehr rentabel.

Ein neues Wohnquartier mit Büros, und Gewerbeflächen gleich um die Ecke, alles leicht erreichbar über ein zentrales Parkhaus und beheizt über ein Blockheizkraftwerk. All das könnte auf dem ehemaligen Gelände der in Insolvenz geratenen Wurstfabrik Wilke entstehen. (Elmar Schulten)

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