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Wurst Wilke: Mit Abbruch, Neubau und neuem Namen weg vom Negativ-Image

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Von: Armin Haß

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Für den Abriss der ehemaligen Wurstfabrik Wilke in Berndorf und die Entsorgung veranschlagt die Firma HPC in Fuldatal Kosten von rund fünf Millionen Euro. Der Aufwand für die Beseitigung von Phenol und Asbest erschwert die Arbeiten. Der Zeitplan für den Abbruch ist schwer zu halten.
Für den Abriss der ehemaligen Wurstfabrik Wilke in Berndorf und die Entsorgung veranschlagt die Firma HPC in Fuldatal Kosten von rund fünf Millionen Euro. Der Aufwand für die Beseitigung von Phenol und Asbest erschwert die Arbeiten. Der Zeitplan für den Abbruch ist schwer zu halten. © Armin Haß

Die Gemeinde Twistetal soll in zwei Abschnitten die Baureifmachung des alten Wilke-Geländes betreiben. Der ursprüngliche Zeitplan ist nicht zu halten

Twistetal-Berndorf – Die Gemeinde Twistetal will sich von dem skandalumwitterten Erbe von Wurst-Wilke in Berndorf lösen und betreibt die Konversion des 2019 geschlossenen Betriebs unter dem Titel „Projekt Stukenhof“.

Hoher Aufwand

Fünf Millionen Euro hat die Firma HPC im März für den Abbruch und die Beseitigung veranschlagt. Das Unternehmen Umtec aus Bremen wurde dafür ausgewählt. Ende dieser Woche soll eine aktualisierte Kostenaufstellung vorliegen.

Der ursprüngliche Zeitplan ist nach Auskunft von Projektleiter Jörg Albin von der NH Projektstadt Kassel nicht zu halten, daher wurde eine Verlängerung vom Jahresende 2022 auf 30. April 2023 beantragt und genehmigt. Auch dieser Zeitplan, mit dem ein verbindlicher Zeitraum zur Abrechnung der Zuschüsse verbunden ist, sei kaum zu halten, berichtete Albin nach einer Gesprächsrunde mit dem Twistetaler Bürgermeister Stefan Dittmann und Landrat Jürgen van der Horst.

Asbest und Phenol beseitigen

Was den Abbruch erschwert, ist die Verwendung von Asbest für die Stahlbeton-Konstruktion des Hauptgebäudes. Zudem enthalten die mit Kunstharz versiegelten Böden Phenole. Das alles müsse mit hohem Arbeitsaufwand abgeschliffen und ordentlich beseitigt werden.

Die Mengen hätte noch keine Firma in dem vorgegebenen Zeitraum geschafft, deren sagte Albin. Fachleute der Firma Umtec in Bremen sei en im März durch den Gebäudekomplex geführt worden.

Mehr Geld benötigt

Drei Millionen Euro Brutto habe die NH Projektstadt in der Machbarkeitsstudie vor eineinhalb Jahren mitgeteilt. die Hälfte solle durch EU-Mittel zur Förderung der Infrastruktur vom Land Hessen finanziert werden. Nun gelte es zu klären, was bis zum 30. April 2023 zu schaffen sei.

„Man muss Geld besorgen“, sagte Albin. Zuschüsse, Kredite oder eine Finanzierung durch mögliche Investoren für eine Neubebauung -alles das wird derzeit diskutiert.

Betonskelett stehen lassen?

In den Blickpunkt rückte Albin Überlegungen, das Hauptgebäude als Stahlbetonskelett im Rohbaustatus für eine neue Nutzung durch einen neuen Investor zu erhalten. Die Statik bleibe auch nach Entfernen der Asbestbestandteile gewährleistet.

Albin schlug vor, in einem ersten, noch geförderten Bauabschnitt alle Gebäude zu entrümpeln und Schadstoffe zu entsorgen. Zudem müssen die Kläranlage, die Tankstelle und drei große Wassertanks am Tiefbrunnen zurückgebaut werden. In einem zweiten, nicht mehr geförderten Abschnitt ab April 2023 könnten die entkernten Gebäude abgebrochen werden.

Bauschutt wieder verwenden

Unbelasteter Bauschutt müsste nicht kostspielig abgefahren werden, sondern könnte zum Verfüllen vor Ort verwendet werden. Nun sei eine klare Bestimmung der Ziele einer Konversion und Baureifmachung gefordert, machte Albin deutlich. Schließlich gelte es, weitere Mittel zu akquirieren oder Investoren für das 3,5 Hektar große Gelände zu interessieren. In diesem Zusammenhang regte er einen Ideenwettbewerb an.

Bürgermeister Stefan Dittmann erklärte, dass mit der Kommunalaufsicht der Finanzbedarf genau kalkuliert werden müsse. Es geht um weitere Landesmittel und um Darlehen. Die Gemeindevertretung werde sich im Juli wieder mit dem Thema befassen.

Neuen Namen beschlossen

Die Gemeindevertreter haben beschlossen, das Wilke-Projekt in Stukenhof-Projekt umzubenennen, um die Verbindung zu dem Lebensmittelskandal mit Fleischerzeugnissen zu lösen und das Negativ-Image loszuwerden, so Dittmann. Der Ortsbeirat lieferte nach dem Studium von alten Akten und Flurkarten den Vorschlag. (Armin Haß )

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