Twistetals Flüchtlingsbeauftragter Michael Brommana kam vor 45 Jahren aus dem Libanon

Sie sollen selbst Geld verdienen

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Angehörige einer jesidischen Familie aus dem Irak werden vom Flüchtlingsbeauftragten der Gemeinde Twistetal, Michel Brommana (r.), bei ihren ersten Schritten in der Gemeinde betreut.

Twistetal. Es ist noch ein langer Weg zu gehen, beschreibt der ehrenamtliche Flüchtlingsbeauftragte der Gemeinde Twistetal, Michel Brommana, die Situation der momentan 90 Flüchtlinge.

Auf Bitten des Bürgermeisters Stefan Dittmann hat der frühere Beigeordnete diesen Posten angenommen. Erst hat es geheißen, ich möge mal übersetzen oder jemand zum Arzt begleiten, sagt der aus dem Libanon stammende und seit 35 Jahren in Mühlhausen lebende Maschinenbauingenieur.

Er spricht neben Deutsch seit seiner Kindheit Arabisch, Französisch und Englisch, ist eigentlich vorbestimmt für diese ehrenamtliche Arbeit. Brommana spricht akzentfrei Deutsch und begleitet Menschen aus Bürgerkriegsregionen zu Ämtern oder zum Arzt, er übersetzt aus dem Arabischen ins Deutsche.

Mit diesen Sprachkenntnissen verschafft sich der frühere Unternehmer auch Anerkennung bei den Flüchtlingen. Wir wollen, dass sie weiter kommen in unserer Gesellschaft, selbst Geld verdienen und integriert werden, sagt Brommana und spricht dabei auch für die ehrenamtlichen Helfer in den Orten Twiste, Berndorf, Gembeck und Nieder-Waroldern.

Aus der Gemeindeverwaltung wird er auf örtlicher Ebene von den Mitarbeitern Sebastian Wurst und Christian Fingerhut unterstützt, die für Brommana den Schriftverkehr und Behördentelefonate erledigen. Sie ergänzen damit auf hauptamtlicher Ebene auch die Arbeit des beim Kreis eingesetzten Sozialarbeiters.

Mit "Wir" sind auch die Eigentümer der Wohnungen gemeint, in denen Familien leben, Nachbarn, die beim Einkaufen helfen oder Vereine, die sich über Verstärkung in der Fußballmannschaft oder beim Kartoffelschälen fürs Ofenkuchenbacken freuen. Dies ist ein Teil der Integration.

Doch das Erlernen der deutschen Sprache ist das A und O, sagt Brommana, der selbst vor 45 Jahren in einem Jahr am Goethe-Institut in Deutschland so gut Deutsch gelernt hat, dass er das Maschinenbaustudium in Dortmund beginnen und mit dem Diplom abschließen konnte. Damals war er froh, dass er beim Hineinwachsen in die Gesellschaft Unterstützung bekam. Seinen Lebensunterhalt habe er allerdings selbst finanziert.

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