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Froh über Zuwachs bei Freiwilliger Feuerwehr Twistetal

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Von: Armin Haß

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Ehrungen langjährig engagierter Mitglieder bei der Freiwilligen Feuerwehr Twistetal.
Ehrungen langjährig engagierter Mitglieder bei der Freiwilligen Feuerwehr Twistetal. © Armin Haß

Die Freiwilligen Feuerwehren aus Twistetal sind 2022 zu 62 Einsätzen ausgerückt, siebenmal allein zu Bränden und zu 39 Hilfeleistungen, unter anderem nach Unfällen.

Twistetal – Gemeindebrandinspektor Stefan Rößner und sein Stellvertreter Marc Wäscher zogen bei der Generalversammlung der Twistetaler Wehren in Gembeck Bilanz aus den vielfältigen Aktivitäten der Kameradinnen und Kameraden. 2021 waren es 31 Einsätze. Rößner freut sich über einen Anstieg auf 222 Einsatzkräfte, 2020 waren es 208 Aktive. Dank der guten Jugendarbeit seien neue Aktive für die Einsatzabteilung gewonnen worden.

Neben den Lehrgängen zur Aus- und Fortbildung hob Rößner die laufenden Arbeiten zur Erweiterung des Feuerwehrhauses Ober-Waroldern unter Beteiligung örtlicher Kameraden hervor. Für die Wehren in Nieder- und Ober-Waroldern sowie in Twiste wird die Anschaffung neuer Löschfahrzeuge anvisiert. Bis die Zuschussanträge mit Aussicht auf Erfolg gestellt werden können, müssen in den Einsatzabteilungen weitere Atemschutzgeräteträger ausgebildet werden, wie Rößner berichtete.

Kreisjugendzeltlager mit 1000 Teilnehmern

Höhepunkte waren unter anderem der Gerätewartetag der Twistetaler Wehren, bei dem die Ausrüstung geprüft wurde, das Kreisjugendzeltlager mit 1000 Teilnehmern in Berndorf, eine gemeinsame Übung, der erste Ehrenamtstag mit Übergabe eines neuen Fahrzeugs an die Mühlhäuser Wehr und des vorhandenen Fahrzeugs aus Mühlhausen an die Kameraden aus Ober-Waroldern. Bei dem Neufahrzeug müssen noch Nachbesserungen durch den Lieferanten erfolgen. 2023 wird der Technische Prüfdienst turnusmäßig die Gebäude und Ausrüstung unter die Lupe nehmen. Vor fünf Jahren seien schon „nicht unerhebliche Mängel“ festgestellt worden, sagte Rößner.

Ein wichtiges neues Thema für die Feuerwehren ist die Einsatzbereitschaft bei Stromausfall und Gasmangellagen, die durch die kriegsbedingte Energiekrise drohen. Entsprechende Handlungsanweisungen hat das Innenministerium an die Gemeinden und die Wehren herausgegeben. Dazu gehört laut Rößner auch die Bereitstellung der Feuerwehrhäuser als Notfallzentralen. Dies würde erforderlich nach einem Ausfall des allgemeinen Telekommunikationsnetzes. Hier dürften dann auch Angehörigen der Alters- und Ehrenabteilung zum Einsatz kommen, so der Gemeindebrandinspektor.

Gemeinde investiert in den Brandschutz

Auch Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick ging auf die neuen Aufgaben im Rahmen des Katastrophenschutzes ein. Dieser können trotz aller Vorkehrungen nicht alles leisten, Notstromaggregate könnten kein Kraftwerk ersetzen. Schließlich sei neben den staatlich koordinierten Schutzmaßnahmen Nachbarschaftshilfe gefragt.

Bürgermeister Stefan Dittmann erklärte, dass auch Bund und Land ihren Teil zur technischen Ausrüstung für den Katastrophenschutz beitragen müssten. Die Gemeinde selbst stelle Finanzmittel für die Feuerwehren bereit.

Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Rolf Jäger, äußerte angesichts der Pläne für eine gemeinsame Grundschule für alle Twistetaler Kinder den Wunsch, dass dort eine Feuerwehr-AG gebildet werde. Dies hätte einen positiven Effekt für die Kinder- und die Jugendgruppen der Feuerwehr.

Jugendarbeit schon in der Grundschule beginnen

Gemeindejugendwart Thomas Wittenburg berichtete, dass die Zahl der Jungen und Mädchen in den verschiedenen Gruppen auf 67 und damit auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gesunken sei. In den Ortsteilen fehlten Kinder. Eine Chance sieht er darin, Zehnjährige verstärkt anzusprechen.

Auf die Jugendarbeit könne man stolz sein, erklärte er mit Blick auf das spannende und abwechslungsreiche Angebot, das Ausbildung, Sport, gemeinsame Aktivitäten, wie das Kreiszeltlager oder die Fahrt nach Kroatien deutlich machen. Kreisjugendwart Markus Potthoff lobte die Jugendarbeit in Twistetal, weswegen auch die Vergabe des Kreiszeltlagers nach Berndorf im vorigen Jahr erfolgte. Das nächste Zeltlager sei für die Zeit vom 30. Juni bis 2. Juli in Odershausen vorgesehen. Potthoff bezeichnete die Schule als guten Ort, um Kinder für die Feuerwehren zu gewinnen. Er selbst wird bei der Jahreshauptversammlung am 2. April in Wirmighausen nach dann 15 Jahren Amtszeit nicht mehr zur Wahl antreten. Potthoff schlägt zur Wahl als Nachfolger Thomas Wittenburg vor, der in seinem Amt als Gemeindejugendwart bestätigt wurde.

„Auf euch ist Verlass“, lobte der Kreisverbandsvorsitzende Gordon Kalhöfer die Twistetaler Wehren. Die Qualifikationen der Feuerwehrleute wiesen diese auch als gute Mitarbeiter in den heimischen Firmen aus.

Der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Mühlhausen konnte nach der Corona-Zwangspause wieder fleißig proben und musizieren, so etwa beim Freischießen vor Ort, bei dem Stabführer Mathias Saure mit seiner Frau Heike Schützenkönig wurde. Ständchen, Schützenfeste oder der Viehmarktsfestzug Bad Arolsen verzeichnete Saure im Jahresbericht. 17 Übungsstunden und 23 Auftritte umfasst die Bilanz. Erfreulich: 46 Mitglieder gehören dem Spielmannszug an, dazu neun Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung. 15 unter 18 Jahre alte Mitspieler absolvieren eine musikalische Ausbildung. Seit 2020 würden zehn Ein- und keine Austritte verzeichnet.

Anerkennungsprämien für jahrzehntelange Dienst

Hohe Priorität hat die Brandschutzerziehung, die in Schulen und Kindergärten erfolgt, und die bei den Erwachsenen auch Menschen mit Behinderung erreicht, wie der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Marc Wäscher berichtete.

Dieter Drebes aus Ober-Waroldern wurde bei der Versammlung mit dem goldenen Brandschutzehrenzeichen des Landes durch den Kreisbrandinspektor für 40 Jahre aktiven Dienst ausgezeichnet.

Prämien für 40 Jahre aktiven Dienst bekommen vom Land: Alfred Trachte, Klaus Wilhelmi (beide Berndorf) und Axel Müller (Elleringhausen).

Prämie für 30 Jahre: Sandra Webers, Elleringhausen; 20 Jahre: Marc Wäscher (Berndorf), Mona Hofmann, Mathias Göbel (beide Elleringhausen), Sebastian Öhl, Christoph Stede (beide Gembeck), Rene Schollmann (Mühlhausen), Tobias Rauscher (Nieder-Waroldern), Stefan Rößner (Ober-Waroldern), zehn Jahre: Sven Trachte, Lukas Wilhelmi, Theresa Grebe, Maik Buniak, Kai Glänzer, Rouven Emde, Jan Hofmann (alle Berndorf), Kai Bangert (Berndorf und Mühlhausen), Jannik Fingerhut (Mühlhausen) und Julian Wagner (Twiste).

Vorstandswahlen und Beförderungen

Beförderungen: Thorsten Schmidt (Mühlhausen) ist nun Feuerwehrmann, Vanessa Figge (Ober-Waroldern) und Johanna Fortak (Gembeck) wurden zur Oberfeuerwehrfrau ernannt und Frank Merhof (Gembeck) zum Hauptfeuerwehrmann.

Das Team an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehren in Twistetal wurde einstimmig wiedergewählt: Gemeindebrandinspektor Stefan Rößner, sein Stellvertreter Marc Wäscher, Gemeindejugendwart Thomas Wittenburg, seine Stellvertreterin Theresa Grebe und Schriftführer Tobias Rauscher. Ihn bedachte Rößner für fünf Jahre im Amt mit einem Präsent.

Die nächste Jahreshauptversammlung der Twistetaler Wehren findet am 27. Dezember 2023 in Nieder-Waroldern statt. (Armin Haß)

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