Einmaliges Projekt der Landeskirche Kurhessen-Waldeck startet am Edersee

107 Kilometer langer Radweg verbindet 14 Kirchen miteinander

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Ebenfalls dabei: Die Kirche von Affoldern, wo die offizielle Eröffnung des Radwegs stattfindet.

Waldeck-Frankenberg. Ein in der Landeskirche bislang einmaliges Projekt startet die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck am Edersee. 14 Kirchen zwischen Kirchlotheim und Mandern werden mit einem multimedialen Infosystem ausgestattet und durch einen Radweg miteinander verbunden.

„Kirchen am Eder-Radweg erzählen ihre Geschichte“ heißt das Projekt, das eine engere Verknüpfung von Kirche und Tourismus schaffen und das touristische Angebot in dem Gebiet erweitern soll. Man wolle mit dem, was bereits da ist, etwas Besonderes schaffen und es auf moderne Art präsentieren, sagt Nina Wetekam, die bei der Landeskirche im Bereich „Offene Kirchen“ arbeitet und die Federführung über das Projekt hat.

Über Dekanin Petra Hegmann (Frankenberg) wurden Pfarrer der Gemeinden rund um den See angesprochen, die sich schließlich zusammen mit Nina Wetekam und der Edersee Touristic als Kooperationspartner in einem Arbeitskreis zusammengeschlossen haben. In dieser Gruppe entstand auch die Idee, die Kirchen selbst ihre Geschichten erzählen zu lassen. Das passiert über das Informationssystem.

107 Kilometer lang

Auf fest montierten Holzständern ist in jeder Kirche ein Tablet eingelassen. Dort können die Besucher auswählen zwischen mehreren Rubriken: „Die Kirche erzählt“, „Informieren“, „Auftanken“ mit Andachten und Orgelmusik, „Mitmachen“ für Kinder mit Rätseln oder „Weiterradeln“.

Durch das Auswählen auf dem Bildschirm werden Texte, Videos und Musik vermittelt, können gelesen, angeschaut oder angehört werden und sind damit auch barrierefrei. Praktisch für Touristen: Neben Infos zu Kirche und Ort gibt es auch Hinweise auf Gastronomie, weitere Sehenswürdigkeiten an der Route oder Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe.

Die örtlichen Pfarrer haben die Infos selbst zusammengetragen. Das Projekt soll Impulse schaffen oder auch einfach mal eine Verschnaufpause bieten, sagt Wetekam. „Im Prinzip sind die Kirchen spirituelle Tankstellen.“ Von 9 bis 19 Uhr sind die 14 Gotteshäuser künftig täglich für Besucher geöffnet. Ausnahme: Die Kirchen in Bergheim und Giflitz. Weil dort wertvolle Gegenstände zu finden sind, müssen Interessierte die Schlüssel zu den Kirchen zunächst abholen.

107 Kilometer lang ist der gesamte Kirchenradweg, an dem nun seit Ende des Jahres 2015 gearbeitet wird. Eröffnet wird der Weg am Samstag, 12. Mai, mit einer Sternfahrt (siehe weiterer Text).

Rund 60 000 Euro kostet einmalig die Umsetzung des Projekts. Ein Großteil der Kosten wird aus EU-Leadermitteln finanziert, weitere Teile werden vom Innovationsfond des Kirchenkreises Eder sowie durch Spender und Sponsoren getragen. Insgesamt sei es eine gelungene Kooperation zwischen Kirche und Tourismus, so Nina Wetekam.

Sternfahrt und Andacht zur Eröffnung

Die Eröffnung des Kirchenradwegs ist am Samstag, 12. Mai. Im Mittelpunkt steht eine Sternfahrt, die an der Kirche in Affoldern endet.

Route eins ist 14 Kilometer lang und startet um 10 Uhr an der Kirche in Mandern. An dieser Route liegen die Gotteshäuser in Anraff und Bergheim, außerdem Affoldern. Route zwei ist 33 Kilometer lang. Beginn ist um 10 Uhr in Kirchlotheim, von dort geht es vorbei am Edersee-Atlantis, der Kirche in Bringhausen bis nach Affoldern.

Route drei startet um 9 Uhr in Vöhl und ist etwa 27 Kilometer lang. Auf dem Weg liegen die Kirchen Basdorf, Scheid, Nieder-Werbe und schließlich Affoldern. Dort beginnt die offizielle Eröffnung des Radwegs um 14 Uhr.

Es gibt eine Andacht mit Propst Hartmut Wöllenstein und Dekanin Petra Hegmann, außerdem Grußworte von Landrat Dr. Reinhard Kubat. Auch das Infosystem wird vorgestellt, anschließend gibt es Kaffee und Kuchen.

Weitere Infos auch auf www.ekkw.de.

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