Feuerwehrverein Harbshausen kaufte historisches Stück auf

200 Jahre alter Löscheimer nach 50 Jahren wieder aufgetaucht

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Freuen sich über die Rückkehr des Löscheimers: (von links) Dieter Büchsenschütz, Anke Gerdau, Thomas Gerdau, Bärbel Büchsenschütz, Axel Hoer und Daniel Riede. Der Eimer aus Leder fasste etwa sieben bis acht Liter Wasser. 

Vöhl-Harbshausen. Etwa 50 Jahre lang war der letzte Löscheimer der Harbshäuser Feuerwehr verschwunden, nun ist das gut 200 Jahre alte Exemplar wieder aufgetaucht: in Hilter am Teutoburger Wald nahe Osnabrück. Der Feuerwehrverein hat den Ledereimer nun wieder zurückgeholt in die Heimat.

Auf dem braunen Eimer steht in geschnörkelter Schrift „Harbshausen No. 3“, der Henkel ist längst abgerissen, einige Dellen und Macken kommen hinzu. Doch für den Feuerwehrverein im Vöhler Ortsteil war klar: Den Eimer wollen wir haben. „Wir waren alle fasziniert“, berichtet Bärbel Büchsenschütz, Vorsitzende des Vereins.

Auf dem Dachboden einer Familie in dem Ort Hilter ist der Eimer kürzlich aufgetaucht. Nachdem ihr Ehemann verstorben war, hatte die Hausbesitzerin ausgemistet und war dabei auf das historische Stück gestoßen. Der Ehemann hatte den Eimer wohl vor Jahrzehnten von einem Angelkollegen bekommen – der häufig Urlaub am Edersee machte und dabei in einer Pension in Harbshausen übernachtete. Wie genau der Ledereimer in den Besitz des Anglers gekommen ist: unklar.

Einziges Exemplar im Ort

Die Ehefrau aus Hilter rief schließlich bei Ortsvorsteher Axel Hoer an, der wiederum bei Bärbel Büchsenschütz. Für 150 Euro kaufte der Verein den Löscheimer zurück. „Der ist eine echte Rarität und wir wollten ihn zurück in die Heimat holen.“ Wahrscheinlich gibt es im Ort sonst keine Löscheimer mehr, die in vergangenen Jahrhunderten jede Familie besitzen musste, um beim Löschen zu helfen, falls ein Feuer ausbrach.

1967, als die renovierte Kirche eingeweiht wurde, sei der Eimer schon nicht mehr da gewesen, berichtet Dieter Büchsenschütz. Er kann sich erinnern, dass er als Junge den Eimer in der Kirche sah, die bis in die 60er-Jahre als Abstellkammer genutzt wurde.

Am kommenden Samstag bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr wird der Löscheimer den gut 80 Mitgliedern vorgestellt, anschließend soll er einen besonderen Platz in dem kleinen Gerätehaus bekommen, wahrscheinlich in einer Vitrine. Für die soll am Samstag gesammelt werden.

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