Elena Klein über Schock und Sorgen

Anschläge in Sri Lanka: Aus Dorfitter stammende Urlauberin berichtet aus dem Land

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Elena Klein mit ihren Partner Gunther Sproesser während ihres Urlaubs auf Sri Lanka.

Dorfitter. Elena Klein macht derzeit Urlaub in Sri Lanka. Die Anschläge hat sie nicht erlebt, berichtet aber über Schock, Sorge und Probleme im Land.

Es sollte ihr großer Jahresurlaub werden: Drei Wochen Sri Lanka, Surfen, Essen, Landschaft und Tiere bewundern. Die gebürtig aus Dorfitter stammende Elena Klein verbringt zurzeit ihren Urlaub mit ihrem Partner Gunther Sproesser auf der Insel im indischen Ozean, wo Ostern von Anschlägen überschattet wurde, durch die mehr als 250 Menschen starben.

Erst nach Tagen funktioniert der Zugang zum Internet wieder. Eine Woche nach den Anschlägen kann sie Bekannte und Verwandte in der Heimat ausführlicher kontaktieren. Die Regierung habe Social-Media-Kanäle gesperrt, berichtet sie ihren Freunden über Facebook. Das würden die Menschen dort zumindest vermuten, sagt sie gegenüber unserer Zeitung. „Da wir weder Facebook noch Instagram benutzen können und auch bei WhatsApp Ausfälle bemerken, scheint dies zuzutreffen.“

In Deutschland besser über die Anschläge informiert als in Sri Lanka

Sie sagt: „Ich habe das Gefühl, dass man in Deutschland besser über die Anschläge informiert worden ist als wir hier vor Ort. Wir haben uns daher eine VPN-App besorgt, die die Sperrung umgeht. Dadurch konnten wir endlich auf breiter Front mitteilen, dass es uns gut geht.“

Bei den Anschlägen auf mehrere Hotels und Kirchen in Sri Lanka durch Selbstmordattentäter waren an Ostersonntag 253 Menschen getötet worden. Mehrere Hundert wurden zudem verletzt.

Am Tag der Anschläge war Elena Klein mit ihrem Partner von der Südküste in die Berge nach Ella unterwegs. Am Morgen hatten sie auf dem Weg eine Safari unternommen. Für die Strecke hatten die beiden einen Fahrer mit Auto engagiert.

„Dieser erhielt kurz nach der Safari so gegen Mittag einen Anruf und erklärte uns in gebrochenem Englisch, dass es ein Bombenattentat in Negombo gegeben habe. Dabei seien einige Menschen getötet worden. Wir gingen davon aus, dass es sich um einen vereinzelten Vorfall handele, über den die Medien in Deutschland gar nicht berichten würden.“

Urlauber aus Vöhl fühlen sich in Sri Lanka nicht bedroht, meiden aber öffentliche Plätze

Nähere Informationen bekamen sie erst am späten Nachmittag in der Unterkunft in Ella. „Zu diesem Zeitpunkt war das Internet aber bereits sehr langsam, sodass wir uns nur notdürftig informieren und unseren Familien und Freunden über WhatsApp ein kurzes Lebenszeichen senden konnten.“

Die 34-jährige Elena Klein, die in Köln als Rechtsanwältin bei einem Lebensmittelkonzern beschäftigt ist, berichtet darüber, wie die Menschen auf Sri Lanka die Nachrichten aufgefasst haben: „Unsere Herbergsmutter war ersichtlich aufgewühlt. Ihre Töchter leben weit entfernt, eine sogar in der Hauptstadt Colombo. Um sie sorgte sich sehr. Sie ging sogleich einkaufen und hat ihre Vorräte aufgestockt – für den Fall einer Ausgangssperre, die dann auch tatsächlich verhängt wurde.“ Diese gelte inzwischen nur noch von 22 bis 4 Uhr.

Als Elena Klein erfahren hat, dass die Anschläge offenbar gezielt viele Touristen und Christen treffen sollten, war sie zunächst geschockt. „Akut bedroht habe ich mich in unserem Bergdorf aber nicht gefühlt“, erklärt sie. Die beiden meiden seitdem weitestgehend öffentliche Plätze und Bahnhöfe.

Bevölkerung in Sri Lanka sorgt sich nach Anschlägen um die Zukunft

Die meisten Einheimischen hätten Angst vor der Zukunft. Das Land habe nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg und dem Tsumani gerade angefangen, aufzublühen. Touristen kämen vermehrt ins Land. „All dies scheint nun auf dem Spiel zu stehen, wie uns die Einheimischen immer wieder mitteilen“, berichtet Elena Klein

Auf die Regierung seien die Menschen schlecht zu sprechen. Sie würden ihr Versagen im Vorfeld der Anschläge vorwerfen. Das Paar wird diese Woche zurück nach Deutschland reisen.

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