Im Nationalparkzentrum Herzhausen sind Arbeiten von Waltraud und Ulrike Bolenz zu sehen

Künstlerischer Blick auf Wildnis: Ausstellung von Mutter und Tochter 

+
Ausstellung von Mutter und Tochter: Waltraud und Ulrike Bolenz zeigen ihre Arbeiten rund um das Thema wilde Natur im Nationalparkzentrum.

Eine Woche lang haben die beiden Künstlerinnen Waltraud und Ulrike Bolenz, Mutter und Tochter, am Rande des Nationalparks Urlaub gemacht und sind jeden Tag aufs Neue in die Natur gegangen, um Eindrücke für ihre Arbeiten zu sammeln.

Das ist bereits einige Jahre her. Jetzt sind einige „Künstlerische Betrachtungen werdender Wildnis“ im Nationalparkzentrum Herzhausen zu sehen.

Die Wege vor allem für Waltraud Bolenz in den Nationalpark sind kurz, sie lebt in Marburg, wo ihre Tochter Ulrike auch aufwuchs. Doch die 19 ausgestellten Arbeiten – neben Aquarellen und Ölbildern auch Werke in Acryl – zeigen nicht nur die Wildnis des Nationalparks Kellerwald. Während des Kunststudiums lebte Ulrike Bolenz zeitweise in einem Bauwagen bei Bremen – einen freien Blick in die Natur inklusive. Auch dort sind einige der gezeigten Werke entstanden. Doch das Haupt der Ausstellung stammt von Waltraud Bolenz. Die 92-Jährige zeigte bereits 2013 einige Arbeiten im Nationalparkzentrum, damals unter dem Titel „Vier Jahreszeiten“. Vier der Bilder von damals sind auch jetzt wieder zu sehen.

Ausstellung auf der ganzen Welt

Raus in die Natur heißt es für Waltraud Bolenz regelmäßig, „ich liebe Bäume und die Natur“, sagt sie. Als Gedächtnisstütze machten die Künstlerinnen oftmals Fotos in der wilden Natur, anhand derer die späteren Arbeiten entstehen. Einige Bilder sind aber auch der bloßen Fantasie entsprungen, sagt Ulrike Bolenz. Dazu gehört auch ein Bild, das einen Marabu und einen älteren Mann „im Gespräch“ zeigt. Der Mensch sei eines ihrer Themen, sagte Ulrike Bolenz über ihre Mutter.

Waltraud Bolenz machte ihr Examen als Textildesignerin an der Werkkunstschule Dortmund im Jahr 1953. Teile ihrer Abschlussarbeit, Modezeichnungen, sind in einer Dauerausstellung in Antwerpen zu sehen. Tochter Ulrike studierte Kunst und lebt in der Nähe von Brüssel, wo in ihrem Atelier vor allem gesellschaftskritische Arbeiten entstehen, ob als Bilder oder als Installationen. Derzeit hat sie eine Ausstellung in St. Petersburg, die bald im Moskauer Museum of Modern Art zu sehen sein wird. Unter anderem hatte Ulrike Bolenz bereits Ausstellungen in Asien und in vielen Ländern Europas.

Jutta Seuring, Mitarbeiterin im Nationalparkamt, eröffnete die Ausstellung im Nationalparkzentrum am Sonntag und betonte, dass beide Künstlerinnen sich dem Nationalpark seit Jahren verbunden fühlen. Dabei würden die Werke die Aufmerksamkeit auch auf wichtige Themen wie Biodiversität lenken. 

Bis zum 19. April läuft Ausstellung

Zu sehen ist „Künstlerische Betrachtungen werdender Wildnis“ noch bis zum 19. April während der Öffnungszeiten. Der Eintritt ins Nationalparkzentrum kostet für Erwachsene 6,50 Euro und für Kinder ab sechs, Schüler und Studenten vier Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare