Bauarbeiten an Übernachtungshäusern abgeschlossen - Öffnung noch ungewiss

Kanzelhäuser im Sportcamp: Bis zu 17 Meter tief im Erdreich verankert

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Fest verankert: Die Kanzelhäuser am Hang sind nun im Erdinnern fest verankert. Außen sichtbar ist das noch durch Betonklötze, die auch metertief ins Innere reichen. Das Foto zeigt Camp-Leiter Holger Gertel vor einer Häuserreihe. 

Im vergangenen Jahr wurden Risse an einigen Übernachtungshäusern im Camp der Sportjugend Hessen bei Harbshausen entdeckt, nun sind die aufwändigen Ausbesserungs-Arbeiten abgeschlossen.

Doch Corona trifft auch das Camp: Gut 16 000 Übernachtungen hätte es in diesem Jahr gegeben, sagt Leiter Holger Gertel. Ob es dieses Jahr überhaupt öffnen kann, ist unklar.

Erst 2006 wurden die Häuser an den Hängen gebaut, doch das Regenwasser wurde nicht richtig abgeleitet. Das hatte dazu geführt, dass das Erdreicher an Stabilität verlor und bei einigen Häusern nachgab, So entstanden Risse. Auch wenn nicht alle Gebäude betroffen waren: Nachgebessert wurde dennoch an allen, die am Hang stehen.

Zehn Häuser verstärkt

Zwischen zwölf und 17 Meter tief wurde in den Untergrund gebohrt, um mit Beton ummantelte Stahlanker im Erdinnern zu setzen. Angebunden sind die Anker an schwere Betonklötze unterhalb der Häuser, die metertief ins Erdreich eingelassen wurden. Eine zusätzliche Befestigung gibt es an den Gebäuden selbst. „Das ist jetzt alles völlig wartungsfrei“, sagt Holger Gertel. Auch wurden die Holzsäulen, die bislang eine äußere Abstützung für die Übernachtungshäuser waren, durch Exemplare aus Stahl ersetzt. Insgesamt zehn Häuser – alle, die am Hang stehen – wurden auf diese Weise verstärkt.

Die Bauarbeiten: Bis zu 17 Meter tief in den Boden wurden Löcher gebohrt, um Anker zu setzen.

Neu gemacht wurden auch die Fußwege, denn unter ihnen verbergen sich jetzt die neuen Regenwasserableitungen. Damit sei man jetzt auf Ereignisse wie Starkregen vorbereitet. In den nächsten Monaten werden die Hänge noch bepflanzt, dann ist alles fertig.

18.000 Liter fassende Zisterne eingebaut

Neu eingebaut wurde auch eine große Zisterne, direkt neben dem Sportplatz des Sport-, Natur- und Erlebniscamps. Im Schwimmteich kann die Feuerwehr im Fall der Fälle auf maximal 100 000 Liter Löschwasser zurückgreifen. Doch eben nur, wenn dieser komplett gefüllt ist, sagt Gertel. Die Zisterne fasst nun rund 18 000 Liter, mit Schläuchen könne die Wehr direkt dort heran. Und mittels Pumpe kann sogar der Schwimmteich aus der Zisterne heraus mit Wasser befüllt werden.

Rund 1,2 Millionen Euro waren kalkuliert worden für die umfangreiche Baumaßnahme, die hauptsächlich der Landessportbund und das Land bezahlen. Ein kleiner Teil kommt auch vom Landkreis. Nun sieht es so aus, als würden die Kosten sogar etwas niedriger liegen, bei knapp unter einer Million Euro, sagt Gertel.

Öffnung noch dieses Jahr?

Unklar ist bislang, ob das Camp am Edersee dieses Jahr aufgrund des Coronavirus überhaupt öffnen kann. Denn die Häuser sind Gemeinschaftsunterkünfte für jeweils zehn Personen. 16 000 Übernachtungen hätte man dieses Jahr geschafft, „das wäre grandios gewesen“, sagt der Camp-Leiter. „Jetzt ist es alles eine Katastrophe.“ Ab Mai gehen er und seine Kollegen in Kurzarbeit, bis dahin kümmern sie sich vor allem auch um Stornierungen.

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