Umweltbewusste Alternative für den Haushalt

Ersatz für Alu- und Frischhaltefolie: Bienenwachstücher selbst machen

In Bienenwachstüchern kann beispielsweise Obst eingewickelt werden, wie Kerstin Ziegler hier zeigt. (oben rechts) (unten rechts). Fotos: renner

Alu- und Frischhaltefolie sind energieintensiv in der Herstellung und sorgen für weiter wachsende Müllberge. Eine Alternative sind Bienenwachstücher – und die lassen sich leicht selbst herstellen.

Ob für Butterbrote, Käsescheiben, geschnittenes Obst und Gemüse oder als Abdeckung für Salatschüsseln: Bienenwachstücher sind vielseitig einsetzbar, sagt Kerstin Ziegler, Imkerin aus Schmittlotheim. Auch einfrieren könne man die Tücher. Was allerdings nicht funktioniere: Fleisch, Wurst und Fisch sollten nicht darin eingewickelt werden, rät Ziegler.

Der Vorteil der Bienenwachstücher sei, dass sie nahezu unbegrenzt wiederverwendet werden könnten. Nach der Benutzung werden sie einfach mit kaltem Wasser und etwas Spülmittel abgewaschen. Die Herstellung dauert nur einige Minuten, sagt Ziegler, die bereits einen Kurs gegeben hat, in dem sie erklärt, wie die Tücher gemacht werden.

Gebraucht werden dafür:

- gewaschene Baumwoll- oder Leinenstücke, beispielsweise ausrangierte T-Shirts oder auch Bettwäsche;

- Bienenwachs(-pastillen);

- Jojobaöl;

- Propolis.

Zu bekommen sind die letztgenannten Zutaten bei Imkern oder in Apotheken. Mit 100 Gramm Bienenwachspastillen seien mindestens vier Tücher in einer Größe von 25 mal 25 Zentimetern herstellbar, schätzt Ziegler.

Und so funktioniert die Herstellung:

- 100 gr. Bienenwachs in ein Gefäß geben, 5 gr. Jojobaöl und 15 Tropfen Propolis hinzufügen. Das Bienenharz hat laut Ziegler eine antiseptische Wirkung, sei ein natürliches Antibiotikum, erklärt die Imkerin.

Das Gemisch aus Bienenwachs, Jojobaöl und Propolis wird im Wasserbad geschmolzen...

- Baumwoll- oder Leinenstücke mit einer (Zacken-) Schere in die gewünschte Größe schneiden, währenddessen die Mischung mit dem Bienenwachs im Wasserbad auf dem Herd schmelzen.

- ein großes Stück Backpapier unterlegen, das Stoffstück darauf legen und mit einem Lebensmittelpinsel die geschmolzene Flüssigkeit auf einer Seite verteilen, dann für wenige Minuten in den etwa 100 Grad heißen Ofen geben. Die Wärme sorge dafür, dass das Bienenwachs den kompletten Stoff durchdringe, sagt Ziegler.

- Alternativ kann das flüssige Gemisch auch mit Pinsel aufgetragen und mit Hilfe eines warmen Bügeleisens verteilt werden. Dafür das flüssige Wachsgemisch auf den Stoff geben, eine Schicht Backpapier darüber legen, so dass der Stoff zwischen zwei Blättern Backpapier liegt. Dann mit dem Bügeleisen mehrmals darüber gleiten.

...und anschließend mit einem Pinsel auf das Baumwoll- oder Leinentuch aufgebracht

Anschließend sind die Tücher sofort einsatzbereit. Körperwärme sorgt dafür, dass das Wachs weicher wird und die Tücher deshalb formbar sind, erklärt Ziegler. So können Lebensmittel gut „verschlossen“ werden. Die Tücher nehmen keinen Geschmack an und geben auch keinen ab.

Nahezu unbegrenzt könne ein solches Tuch benutzt werden. Und wenn es dann doch mal nicht mehr in Ordnung sei, könne es einfach auf den Kompost geworfen werden, sagt Kerstin Ziegler.

Kurs: So werden Bienenwachstücher gemacht

Sie selbst versucht, Plastik zu vermeiden – wie auch viele andere: Ein erster Kurs zur Herstellung der Bienenwachstücher war schnell ausgebucht. Ein zweiter ist am Mittwoch, 26. Februar, ab 18.30 Uhr. Kosten: 20 Euro pro Person. Anmeldung und weitere Infos dazu gibt es über die Internetseite der Imkerin

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