Bürgermeisterwahl: Vöhl entscheidet am 26. Mai über neuen Rathauschef

Karsten Kalhöfer: Sport und Musik sind seine Leidenschaft

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Mit der Familie in der Natur: Kandidat Karsten Kalhöfer mit seiner Frau Melanie und den Kindern Julian und Chiara. 

Vöhl-Niederorke – Das Zuhause der Kalhöfers ist derzeit vor allem eins: Baustelle. „Wir wollten schon längst fertig sein“, sagt Karsten Kalhöfer und lacht. Doch die Zeit ist knapp und das wird sich in den kommenden Wochen nicht ändern.

Kalhöfer ist einer von zwei Kandidaten, die zur Bürgermeisterwahl in Vöhl am 26. Mai antreten.

Nicht nur der Umbau Zuhause in Niederorke steht derzeit etwas zurück, auch für seine beiden großen Leidenschaften hat Karsten Kalhöfer im Moment weniger Zeit: Sport und Musik. „Von klein auf habe ich Fußball gespielt“, erzählt der 46-Jährige. Auch Joggen geht er gern. Sogar Halbmarathon ist er vor gut zwei Jahren schon in Kassel gelaufen – und das denkbar spontan. „Am Abend vorher hatte ich mich dazu entschieden.“ Eine tolle Erfahrung für den verheirateten zweifachen Vater. Gemeinsam steigen die Kalhöfers auch gern mal aufs Rad oder schnallen die Skier an.

Sänger in A-Cappella-Gruppe

Doch nicht nur sportlich ist Kalhöfer seit seiner Kindheit aktiv. Geboren und aufgewachsen ist er in Rhadern, der Schritt zur Musik lag da nahe – dank Gisela Grosche. Er lernte, das Flügelhorn zu spielen, später kam das Schlagzeug hinzu, ebenso Keyboard, Gitarre und Akkordeon. In Bands tingelte Kalhöfer durch die Region, spielte unter anderem bei Hochzeiten. Noch heute singt er in der A-Cappella-Gruppe „Die roten Fliegen“ oder greift gern in gemütlicher Runde zum Akkordeon. Beim Musik machen, so sagt er, kann man die Arbeit vergessen und komplett abschalten. „Früher, als unsere Kinder noch klein waren, haben wir auch Zuhause viel Musik gemacht und gesungen.“ Wie auch immer die Wahl ausgehen wird: Seiner Musik wird er in jedem Fall treu bleiben.

Bei allen Hobbys steht jedoch eins für ihn im Vordergrund: die Familie. Mit seiner Melanie, die gebürtig aus Niederorke kommt und die er bei einem Schützenfest kennenlernte, ist er seit 1999 verlobt, 2000 wurde geheiratet. Tochter Chiara ist mittlerweile 17 Jahre alt, Sohn Julian 14. Und alle unterstützen ihn auf seinem Weg als Bürgermeisterkandidat.

"Andere Gemeinde wäre für mich kein Thema"

Immer mal wieder sei er in der Vergangenheit angesprochen worden, ob er sich das Amt nicht vorstellen könne. „Ich habe das immer verneint, weil ich dachte, Matthias Stappert macht weiter.“ Als der jedoch ankündigte, nicht mehr anzutreten, kamen wieder die Nachfragen. „Wir haben dann den Familienrat einberufen und darüber gesprochen.“ Das Votum war eindeutig, Kalhöfer warf seinen Hut in den Ring.

Nach dem Abitur in Korbach sah sein Berufsziel noch anders aus: „Ich wollte Jura studieren.“ Zugleich habe er aber auch sofort Geld verdienen wollen. Deshalb entschied er sich für ein duales Studium zum Diplom-Rechtspfleger. In Kirchhain und Frankenberg arbeitete er „und das hat mir viel Spaß gemacht“.

Das Rathaus in Vöhl

Weil aber der Bedarf an Gerichtsvollziehern groß gewesen sei, sollte er für fünf Jahre wechseln. Das ist jetzt knapp 20 Jahre her, längst ist er Obergerichtsvollzieher. Ein Job, den er sehr gern macht, „aber nicht weil ich die Menschen gern ärgere“, sagt er. Er kümmert sich zumeist um Ratenzahlungspläne und Schuldenabbau.

Nun könnte er Bürgermeister in der Gemeinde werden, die seit 25 Jahren sein Zuhause ist. „Eine andere Gemeinde wäre für mich auch kein Thema“, betont der Parteilose. „Wenn, dann hier.“ Kalhöfer ist nicht nur fest verwurzelt in der Region, sondern auch in Vöhl. „Wir sind beide Dorfmenschen“, sagt er über sich und seine Frau. Ob Feuerwehr oder Schützenverein: Kalhöfer weiß, welche Bedeutung Vereine im ländlichen Raum haben. „Die Gemeinschaft ist wichtig, davon leben Dörfer.“

Besuche in allen Ortsteilen

Das Feuer brennt, sagt Karsten Kalhöfer. Er will sich durchsetzen bei der Wahl. „Und der Rückhalt freut und motiviert mich.“ In den kommenden Wochen wird er alle Ortsteile besuchen und dort fragen: Was wollt ihr? Die Baustelle Zuhause wird noch etwas länger bleiben.

Im März hatte Kalhöfer seine Kandidatur bekannt gegeben. Lesen Sie hier den Bericht dazu. 

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