1,6 Millionen Euro für neue Sanitäranlagen und die Abschaffung von Barrieren

Burg Hessenstein wird modernisiert

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Die Gesellschafter der Jugendburg freuen sich über neue Sanitäranlagen und Unterstützung für Menschen mit Behinderung: Karl-Heinz Göbel, Hannelore Behle, Kai Bremmer, Stefanie Huwald, Horst Behle, Hartmut Mai und Dr. Berthold Langenhorst.

Vöhl. Fast 1,6 Millionen Euro nehmen Land, Kreis und Naturschutzbund in die Hand, um die Sanitäranlagen auf Burg Hessenstein zu erneuern und Barrieren für Menschen mit Behinderung abzubauen. Die Burg bleibt deswegen bis Mai geschlossen.

In einem Punkt mussten Gäste der Jugendburg Hessenstein bisher Abstriche machen – nämlich dann, wenn es um die Sanitäranlagen ging. 20 Schüler mussten sich dann auch mal eine Dusche teilen, die Anlagen stammten aus den 60er Jahren. Weil Dusche und Toilette auf dem Flur lagen, waren nur Jungs oder Mädchen pro Stockwerk erlaubt. „Oft haben wir die Rückmeldung bekommen: Alles super, außer Duschen und Klo“, sagt Hausmutter Stefanie Huwald. Genau dieses Problem packen die Bündnispartner Kreishandwerkerschaft, Landkreis und Naturschutzbund gemeinsam mit dem Besitzer der Burg, dem Land, jetzt an. „Alles andere wäre bedrohlich für die Aufrechterhaltung des Betriebs gewesen“, sagt Hartmut Mai vom Naturschutzbund (Nabu). 

Seit November hat die Burg nun geschlossen, die Bauarbeiter haben begonnen: Für 925 000 Euro erneuert das Land die Sanitäranlagen. „Wir freuen uns sehr über den finanziellen Einsatz des Landes“, sagte Mai, „das ist eine Bestätigung unserer Arbeit.“ Künftig teilen sich immer zwei Zimmer ein Bad – die jeweiligen Mittelzimmer werden in Sanitäranlagen verwandelt. „Dadurch reduzieren wir von 134 auf 125 Betten“, sagt Stefanie Huwald, „aber wir sind künftig flexibler, weil wir Jungs und Mädchen nicht mehr nach Stockwerken trennen müssen.“ Außerdem bleibe Platz für vier Schulklassen, die gleichzeitig auf dem Hessenstein zu Gast sein können. „Und wir können auch neue Zielgruppen gewinnen“, sagt Geschäftsführer Dr. Berthold Langenhorst. Seminar- oder Fortbildungsgäste, denen die Standards bisher nicht ausreichten, könnten künftig in die Jugendherberge kommen. 

 Neben den Sanitäranlagen nehmen die Gesellschafter einen anderen Bereich in den Fokus: die Barrierefreiheit. „Wir wollen den Inklusionsgedanken umsetzen“, erklärt Hartmut Mai. Dafür hat der Landkreis 400 000 Euro im Haushalt veranschlagt. Die restlichen 200 000 Euro hat der Nabu durch Spendengelder aufgebracht. „Wir sind Modellregion in Sachen Barrierefreiheit und Gastronomie“, erklärt Kreisbeigeordnete Hannelore Behle, „und wir wünschen uns, dass auch Schulklassen auf die Burg kommen, zu denen Kinder mit Behinderung gehören.“ (resa)

Mehr zum Ausbau auf Burg Hessenstein lesen Sie in der WLZ am 3. Dezember.

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