Unterstützung für Risikogruppen in jedem Ortsteil

Hilfsnetzwerk in Vöhl: "Tolles Zeichen der Solidarität"

Entstanden ist die Idee parallel in Vöhl und Marienhagen, nun gibt es die Initiative „Vöhl hilft“ in der gesamten Gemeinde. In jedem Ortsteil stehen Helfer bereit für Menschen aus Corona-Risikogruppen.

Allerdings: Genutzt wird das Angebot bislang nicht, wie eine stichprobenartige Befragung zeigt.

Einige junge Menschen hatten Vöhls Ortsvorsteherin Monika Heidel angesprochen. Sie wollten helfen, da sie aufgrund des Coronavirus nicht mehr arbeiten konnten, sagt Heidel. Sie fand den Gedanken gut, machte die Initiative in Vöhl bekannt und suchte Helfer. Parallel dazu hatte Sebastian Klein, Ortsvorsteher aus Marienhagen, einen ähnlichen Gedanken. Auch er wollte Helfer und Hilfesuchende zusammenführen. Bürgermeister Karsten Kalhöfer stellte das Projekt kurzerhand auf breitere Beine, sprach alle Ortsvorsteher an. Überall fanden sich Ansprechpartner, die nun kontaktiert werden können.

Ob Einkäufe erledigt werden sollen oder das Gassigehen mit dem Hund: Wer in einem der Orte Unterstützung im Alltag braucht, kann sich melden. In Anspruch genommen werde das aber nicht, sagt Monika Heidel. Manches Mal übernehmen Verwandte solche Gänge, manchmal würden Ältere auch noch selbst einkaufen gehen. Vielleicht auch deshalb, weil ein Supermarkt immer auch ein sozialer Treffpunkt sei, vermutet die Vöhlerin.

"Brauchen keine Krise für Nachbarschaftshilfe"

Auch in Schmittlotheim gibt es bislang niemanden, der das Angebot in Anspruch genommen hat, sagt Ortsvorsteherin Kerstin Ziegler. Neben ihr hätten sich aber sofort vier Helfer gemeldet. „Wer keine Kinder oder Verwandten hier hat, ist grundsätzlich schon jetzt über die Nachbarschaft versorgt“, sagt sie. „Wir brauchen keine Krise, um eine Nachbarschaftshilfe zu etablieren.“ Dennoch ermuntert sie dazu, das Angebot anzunehmen.

Ähnlich läuft es in Buchenberg. Zum einen gebe es mehrere Häuser, in denen mehrere Generationen leben, zum anderen gebe es junge Familien, die für Ältere mit einkaufen, sagt Ortsvorsteher Jochen Dohl. „Die Nachbarschaft kümmert sich.“ Dohl sieht das auch als gutes Zeichen, hier seien die Strukturen noch übersichtlicher als in Städten. Das berichtet auch Christine Scheffer, Ortsvorsteherin von Herzhausen: „Es geht bei uns zum Glück mit Familien- oder nachbarschaftlicher Unterstützung ganz gut.“ Zwei Herzhäuser hatten sich bei ihr gemeldet, weil sie helfen möchten, doch bisher niemand, der diese Hilfe braucht.

Die Freiwilligen helfen im Alltag, zum Beispiel beim Einkaufen.

Auch Annemarie Augustin wurde bisher nicht um Unterstützung geben. Sie steht in Asel bereit. Dort würden viele Ältere auch noch selbst fahren – dann durchaus ausgerüstet mit Mundschutz und Handschuhen, sagt die Freiwillige. Und die Älteren wollten das durchaus bewusst machen, hat Augustin erfahren. Dann würden sie auch mal raus kommen, habe es auf Nachfrage geheißen. Für Karsten Kalhöfer zeigt das, dass es ein „Zusammengehörigkeitsgefühl“ und eine „intakte Gemeinschaft“ gibt.

Das Netzwerk sei ein „tolles Zeichen der Solidarität“. Man wolle damit erreichen, dass „auch bei einer steigenden Zahl von Erkrankungen und vermehrten Fällen der Quarantäne für jedermann Hilfsangebote bestehen und die Versorgung sichergestellt ist“. Das Signal an die Bürger soll sein: „Sie sind nicht allein, auch wenn sie vielleicht alleine und ohne Familienanschluss leben.“

Das sind die Ansprechpartner in den Ortsteilen

Asel: Annemarie Augustin, Tel. 05635/992508; Basdorf: Frank Frede, Tel. 05635/1881; Buchenberg: Jochen Dohl, Tel. 05635/8970; Dorfitter: Axel Großmann, Tel. 05631/66852 oder 0171/6712811;Ederbringhausen: Volker König, Tel. 0171/2866883, oder Frank Fickert, Tel. 0172/3207577 oder Stefan Fleck, Tel. 0172/3424869; Harbshausen: Axel Hoer, Tel. 05635/1245; Herzhausen: Christine Scheffer, Tel. 0171/7811726; Kirchlotheim: Martin Zarges, Tel. 05635/313; Marienhagen: Sebastian Klein, Tel. 05635/235950; Niederorke: Karl-Heinz Becker, Tel. 0162/8792511; Obernburg: Klaus Wegener, Tel. 0151/54600888; Oberorke: Uwe Ziegler, Tel. 06454/1551; Schmittlotheim: Kerstin Ziegler, Tel. 05635/991467; Thalitter: Karl-Wilhelm Brüne, Tel. 0172/6051856, Otto Schwäbe, Tel. 0151/20255208, Volker Stange, Tel. 0151/28442402 oder Wolfgang Theile, Tel. 0173/3493470 sowie in Vöhl: Monika Heidel, Tel. 05635/1530 oder 0160/90724214.

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